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Quarantäne für Kinder – macht das Sinn?

Selbst Chindsgi-Schüler werden abgeschottet im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Und: Wer in Quarantäne bleiben muss, wird nur in den wenigsten Fällen positiv getestet.

Kari Kälin / ch media



Der Schulhort Dorf/Feld in Kloten ist wegen der Corona-Erkrankung einer Mitarbeiterin geschlossen. 80 Kinder m

Macht es Sinn, Kinder in die Quarantäne zu schicken (Symbolbild)? Bild: sda

17 Kindergärtler und 57 Schüler eines Schulhauses im bernischen Langenthal befinden sich in Quarantäne. Eine Betreuerin der Tagesschule war positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie die Stadt auf Anfrage mitteilte. Das gleiche Schicksal teilen derzeit die Kinder eines Kindergartens der Stadt Luzern. In der Nachbarstadt Kriens waren im August 20 Kinder in Hausarrest geschickt worden, um ein weiteres Beispiel zu nennen. Für viele Eltern stellt sich das gleiche Problem wie während des Lockdowns im Frühling: Kinderbetreuung und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Kinder spielen bei der Übertragung keine wesentliche Rolle

Bloss: Macht es überhaupt Sinn, im Kampf gegen die Ausbreitung der Pandemie präventiv auch Kindergärtler abzuschotten? Schliesslich spielen die Kinder bei der Übertragung des Virus keine wesentliche Rolle, wie das Bundesamt für Gesundheit schon lange feststellte. Sie erkranken seltener an Covid-19 und geben die Seuche auch seltener weiter.

Man verhänge nicht in jedem Fall Quarantäne für Kindergärtler, sagte Thomas Steffen, Kantonsarzt Basel-Stadt, Vorstandsmitglied der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, an der Pressekonferenz des Bundes in Bern. Wenn zum Beispiel eine Lehrperson und ein Kind positiv getestet werden und drei weitere Erkältungssymptome aufweisen, schicken die Behörden die Kinder in Quarantäne. Steffen sagte:

«Damit wollen wir eine mögliche epidemiologische Dynamik rund um die Lehrperson vereiteln.»

Sei zum Beispiel nur ein Kind betroffen, begebe sich dieses in Isolation, ohne dass all dessen Klassenkameraden in Quarantäne landen.

Schnelltests stehen vor Zulassung

Knapp 25'000 Personen stehen aktuell unter der zehntägigen Quarantäne. Nur die wenigsten, die sich auf Geheiss der Behörden in den eigenen vier Wänden verschanzen müssen, haben sich tatsächlich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl variiere von Kanton zu Kanton und bewege sich im einstelligen oder niederen zweistelligen Prozentbereich. Mit anderen Worten: Tausende Gesunde sind zum Nichtstun gezwungen. Wirtschaftsvertreter hoffen schon lange, dass der Bund die Quarantäne bald verkürzt. Die Zeichen dafür stehen nicht schlecht. Stefan Kuster vom Bundesamt für Gesundheit liess durchblicken, dass dieses sogenannte Schnelltests bald zulassen werden. Wie sie genau eingesetzt werden, ist noch offen.

Kurzlockdowns sind eine Option

Der Bund vermeldete am Dienstag 3008 laborbestätigte Neuinfektionen. Zurzeit stecken sodann 10 Personen 16 weitere an. Das erklärt den exponentiellen Anstieg der Neuinfektionen. Auch die durch Covid-Patienten besetzten Spitalbetten verdoppeln sich aktuell im Wochenrhythmus. Bis die neuen Massnahmen des Bundes die Kurve womöglich abbremsen, wird es noch einige Tage dauern.

Einen Lockdown wie im Frühling wollen die Behörden unter allen Umständen vermeiden. Kuster schliesst es indes nicht aus, je nach Verlauf der Epidemie auf Kurzlockdowns von zum Beispiel zwei Wochen zu setzen. Derzeit prüfen einige Länder diese Massnahme. Kuster gab jedoch zu bedenken, dass sie in der Praxis noch nicht erprobt worden sei. Was solche Kurzlockdowns tatsächlich bringen würden, sei offen. Kuster sieht auch kommunikative Herausforderungen: Was tun, wenn die Zahlen der Neuinfektionen nach dem Kurzlockdown gar nicht sinken? (aargauerzeitung.ch)

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