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FILE- In this Dec. 16, 2020, file photo, Florida Gov. Ron DeSantis watches as nurse Christine Philips, left, administered the Pfizer vaccine to resident Vera Leip, 88, at John Knox Village, in Pompano Beach, Fla. Nursing home residents and health care workers in Florida began receiving the Pfizer vaccine. (AP Photo/Marta Lavandier, File)

Rentnerin Vera Leip aus Florida lässt sich gegen das Coronavirus impfen. Bild: keystone

Endlich kann geimpft werden – doch ausgerechnet in der Risikogruppe ist die Skepsis gross

Impfstoffe alleine reichen nicht. Es braucht auch die Bereitschaft der Bevölkerung. Und die ist eher bescheiden – vor allem bei der älteren Generation.

Raffael Schuppisser / CH Media



Gemäss einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Marketagent.com wollen von 1000 befragten Schweizern sich 57 Prozent nicht so rasch wie möglich impfen lassen. In einigen Gruppen sind die Skepsis oder die Angst vor Nebenwirkungen gross, auch wenn die Behörde betont, dass die Impfung sicher ist.

Just bei der älteren Generation – die mehrheitlich zur Risikogruppe gehört und also zuerst an die Reihe kommt – ist die Impfskepsis gross. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Instituts für Generationenforschung in Augsburg unter 2145 Personen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich.

Nur 21 Prozent der 61- bis 80-Jährigen gaben an, sich sofort gegen Covid-19 impfen zu lassen. 36 Prozent wollen lieber erst abwarten und 43 Prozent wollen sich gar nicht impfen lassen. Bei den 16- bis 26-Jährigen lehnen nur 14 Prozent eine Impfung ab.

Rüdiger Maas, Leiter der Studie, erklärt die Impfskepsis der älteren Generation so:

«Sie ist gegenüber der Wissenschaft kritischer eingestellt als die jüngere Altersgruppe.»

Ausserdem sei das Misstrauen gegenüber den Behörden bei der älteren Generation besonders ausgeprägt.

Eine andere Erklärung hat Peter Burri von der Organisation Pro Senectute:

«Ältere Menschen sind weniger robust als jüngere, deshalb hätten allfällige Nebenwirkungen einer Impfung bei ihnen besonders gravierende Folgen.»

Da sie zuerst geimpft werden sollen, hätten sie Angst, als Versuchskaninchen missbraucht zu werden. Dazu passt, dass in der Umfrage die 61- bis 80-Jährigen mehrheitlich angaben, dass ihrer Meinung nach zuerst das Pflegepersonal geimpft werden soll und erst dann die Risikogruppe, zu der sie grösstenteils gehören. Bei den 16- bis 26-Jährigen verhält es sich genau umgekehrt.

Ausgeprägte Impfskepsis bei der älteren Generation? Für Daniel Höchl von Curaviva, dem Verband der Alters- und Pflegeinstitutionen, deckt sich die Studie nicht mit der eigenen Erfahrung: «Wir gehen davon aus, dass sich die Impfbereitschaft bei Bewohnerinnen und Bewohnern ähnlich verhält wie bei der restlichen Bevölkerung.»

Braucht es indirekten Druck? Oder ist dieser ethisch nicht zulässig?

Anzunehmen ist, dass mit der Dringlichkeit der Krise die Impfbereitschaft wächst. Das zeigen die Umfragen auch, die seit beginn der Krise in regelmässigen Abständen durchgeführt wurden. So lehnten beispielsweise im August, als die Fallzahlen besonders tief waren, 74 Prozent der 61- bis 80-Jährigen eine Covid-Impfung ab.

Die Impfbereitschaft könnte auch durch indirekten Druck erhöht werden. Das Thema ist ethisch und juristisch umstritten, aber es könnte sein, dass private Veranstalter nur Geimpften Zutritt zu Anlässen gewähren. Ebenso wäre möglich, dass eine Einreise in gewisse Länder nur mit Impfung möglich sein wird.

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