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Environ 2500 personnes auront attendus pendant 3 a 4 heures afin d'obtenir un sac d'alimentations, lors d'une distribution organisee par la Caravane de la Solidarite Geneve et aider par d'autres organismes et la Ville, ce samedi 2 mai 2020 a la patinoire des Vernets a Geneve . La crise sanitaire liee a l'epidemie Coronavirus Covid-19 pousse toute une population dans le denuement, plus de 2500 personnes ont fait la queue pour obtenir un sac de marchandises d'une valeur de 20 francs. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Armut in der Schweiz: Tausende standen am Wochenende in Genf stundelang an, um Gratis-Nahrungsmittel zu ergattern. Bild: KEYSTONE

Essens-Not wegen Corona-Krise: Caritas stellt hunderte Food-Karten für Kurzarbeiter aus

Kilometerlang Schlange stehen für Gratis-Nahrungsmittel: Die Bilder aus Genf rütteln die Schweiz auf. Auch bei Caritas spitzt sich die Situation zu. Das Hilfswerk fordert den Bund auf, rasch zu handeln.



Die Szenen aus Genf erschüttern die Schweiz auf: In Genf mussten am Wochenende Tausende Hilfsbedürftige stundenlang anstehen, um einen Sack Reis oder Pasta zu ergattern. «Wir sind uns solche Bilder aus Kriegsgebieten gewohnt. Aber ich hätte nie gedacht, so etwas eines Tages in der Schweiz zu erleben», sagt eine Mitarbeiterin von «Ärzte ohne Grenzen». Viele Menschen haben wegen Corona ihre Jobs verloren, ganze Familien müssen von den Essens-Spenden leben.

Die Corona-Krise treibt in der Schweiz Tausende in die Armut – mitnichten nur Sans-Papiers. Durch die Kurzarbeit rutschen etliche Angestellte aus dem Niederiglohnbereich unter die Armutsgrenze. Gastromitarbeitende etwa können hunderte Franken an Lohneinbussen nicht einfach so verkraften. Zur Veranschaulichung: Bei einer Einzelperson liegt die Armutsgrenze bei einem Einkommen von 2400 Franken, bei einer Familie mit zwei Kindern bei 4000 Franken.

Kaum mehr Geld für den täglichen Einkauf: Die Corona-Krise bringt Menschen am Existenzminimum in akute Notlagen. (Archivbild)

Wegen Corona gibt es einen Ansturm auf Caritas-Lebensmittelläden. Bild: KEYSTONE

Viele Betroffene bekamen die schmerzlichen Corona-Einbussen erst mit der Auszahlung des April-Lohnes richtig zu spüren. «Seit Mitte April stellen wir pro Woche mehrere hundert Karten aus, mit denen sich die Leute in unseren Läden vergünstigte Produkte kaufen können. Die Lage ist besorgniserregend», sagt Caritas-Sprecher Stefan Gribi zu watson.

«Die Lage ist besorgniserregend.»

Caritas

Die Betroffenen haben nur Geld für das Nötigste: Die Umsätze für Grundnahrungsmittel wie Reis, Nudeln oder Speiseöl sind in den Caritas-Läden um 50 Prozent angestiegen. «Die Menschen kaufen weniger Gemüse und Früchte, sondern versuchen mit den haltbaren Lebensmitteln über eine längere Zeitspanne durchzukommen», so Gribi weiter.

Lebensmittelgutschein als Rettung

Nicht nur in den Läden, auch bei den Armuts-Beratungsstellen spürt Caritas die Folgen der Corona-Krise unmittelbar. Die Nachfrage für Sozialberatung steigt stark an. «Viele Betroffene haben Mühe, ihre Miete zu bezahlen », so Gribi. Caritas zahlt an Armutsbetroffene Überbrückungshilfen wie Lebensmittelgutscheine oder einen Zustupf an Mieten aus. Für diesen Zweck hat das HIlfswerk von der Glückskette eine Million Franken erhalten.

Noch sind Szenen wie in Genf eine Ausnahme. Armut spielt sich in der Schweiz meist im Verborgenen ab. Die Betroffenen versuchen sich so gut wie es geht durchzuschlagen, ohne dass man ihnen ihre Notsituation ansieht. «Wegen der Corona-Krise haben viele Betroffene ihre letzten Reserven aufgebraucht. In den nächsten Monaten werden sich die sozialen Probleme zuspitzen», so Gribi.

Caritas fordert darum in einem Aufruf den Bund auf, ein Massnahmenpaket für die rund eine Million Armutsbetroffene in der Schweiz zu schnüren. Die Forderungen lauten:

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