Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08300285 Swiss Border Guard control the French-Swiss border at the Jougne Customs office, in Vallorbe, during the Covid-19 Coronavirus pandemic, in Vallorbe, Switzerland, 17 March 2020. From 17 March 2020 until further notice, Switzerland's authorities proclaiming the state of necessity to fight against the spread of the SARS-CoV-2 coronavirus causing the Covid-19 disease.  EPA/LAURENT GILLIERON

Ein Schweizer Zöllner prüft am Grenzübergang in Vallorbe Papiere. Bild: EPA

Die Reisefreiheit kehrt zurück – so plant der Bund die Grenzöffnungen

Justizministerin Karin Keller-Sutter plant, die Personenfreizügigkeit mit den EU-Staaten und die Reisefreiheit für den ganzen Schengen-Raum schon am 15. Juni wieder einzuführen. Auch Deutschland und Frankreich wollen wieder Reisefreiheit.

Othmar von Matt / CH Media



Knapp einen Monat vor den Sommerferien hat der Wettbewerb eingesetzt, wer die Grenzen am schnellsten öffnet. Niemand in Europa will zu spät kommen im Kampf um die Touristen. Italien hat seine Grenzen am 3. Juni unilateral geöffnet. Auch am 3. Juni verkündete Österreich, dass es Grenz- und Gesundheitskontrollen gegenüber den Nachbarstaaten einstellt. Mit Ausnahme von Italien.

Recherchen zeigen: Auch die Schweiz plant einen Befreiungsschlag. Das Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) will die Personenfreizügigkeit mit den EU-Staaten und die Reisefreiheit in den Schengen-Staaten bereits am 15. Juni wieder etablieren. Die Regelung soll auch für Italien gelten.

Lage macht es möglich

Der Bundesrat hat schon am 27. Mai kommuniziert, dass die Einschränkungen bei der Einreise in die Schweiz, bei der Zulassung zum Arbeitsmarkt und zum Aufenthalt «ab Mitte Juni bis spätestens am 6. Juli» für alle Schengen-Staaten aufgehoben werden sollen. Sofern es die epidemiologische Lage zulasse.

Diese Lage hat sich nun in der Schweiz und im gesamten EU/Efta-Raum so günstig entwickelt, dass dies schon am 15. Juni möglich werden soll. Deshalb will das Justizdepartement dem Gesamtbundesrat in einer Woche die komplette Öffnung der Grenzen gegenüber den Schengen-Staaten unterbreiten. In Zusammenarbeit mit dem Innen- und dem Finanzdepartement. Sie sind für die epidemiologischen Aspekte und die Grenzkontrollen zuständig.

People sit on Biarritz beach, southwestern France, Saturday, May 30, 2020. Beaches in France have become partially accessible since the relaxing of lockdown measures put in place to prevent the spread of coronavirus. (AP Photo/Bob Edme)

Schon bald wieder möglich? Zwei Frauen sonnen sich im Meer im französischen Biarritz. Bild: keystone

Gattiker nimmt gleich an zwei Konferenzen teil

Vieles deutet darauf hin, dass der 15. Juni zum grossen Grenz-Öffnungstag in allen Schengen-Staaten wird. Diese Tendenz zeigt sich im Vorfeld der Tagung des Rats für Justiz und Inneres (JI-Rat) der EU-Staaten vom Freitag. Staatssekretär Mario Gattiker nimmt an den Gesprächen teil, weil Keller-Sutter verhindert ist: Sie hat eine Bundesratssitzung.

Gattiker bespricht sich am Freitag auch an einer Telefonkonferenz mit den Staatssekretären Frankreichs, Österreichs und Italiens. Das bestätigt Daniel Bach, Leiter Kommunikation des Staatssekretariats für Migration: «Es geht bei beiden Konferenzen um ein koordiniertes Vorgehen im Hinblick auf die Grenzöffnungen.» Klar ist: Sowohl Deutschland wie Frankreich wollen die Reisefreiheit in den Schengen-Staaten ebenfalls am 15. Juni wieder etablieren.

Vier verschiedene Grenz-Regimes

Die Situation an den Grenzen ist zurzeit für Schweizerinnen und Schweizer sehr komplex. Aktuell gelten vier verschiedene Regimes:

Mit Anfragen überhäuft

Justizministerin Keller-Sutter hatte schon Mitte Mai vorhergesehen, dass der Druck auf Grenzöffnungen wachsen wird. «Es würde mich nicht erstaunen, wenn unter dem wirtschaftlichen Druck plötzlich der ganze Schengen-Raum Mitte Juni offen wäre», sagte sie am 16. Mai in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF. «Man merkt jetzt, dass sich verschiedene Staaten wegen des Tourismus öffnen werden.» Es gehe alles wohl «ein wenig schneller».

Nun bekommt die Justizministerin Recht – wenn sich die epidemiologischen Voraussetzungen nicht plötzlich wieder ändern. Wie sehr die Grenzöffnungen die Bevölkerung interessiert, zeigen Zahlen der Helpline des Staatssekretariats für Migration. Die 60 Mitarbeiter beantworten zurzeit Tag für Tag 800 bis 1000 E-Mails oder Telefonanrufe mit Fragen zu Einreise und Aufenthalt in der Schweiz. Teilweise hatte die Helpline gar einen Stau von 5000 Anfragen pro Tag.

Mehr zum Coronavirus:

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

12 Sätze, die garantiert niemand während der Quarantäne gesagt hat

Diese Verschwörungstheorien sind wirklich wahr. So wirklich wirklich. Wirklich.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

8
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • makla 05.06.2020 11:03
    Highlight Highlight Jetzt kommen sicher wieder die National-Autoritären, die finden, man kann es ja auch im eigenen Land aushalten.
  • DrPop 05.06.2020 09:05
    Highlight Highlight Endlich meine Freundin wieder sehen!
  • Terraner 05.06.2020 08:11
    Highlight Highlight Erschreckend wie viele Leute denken es ist alles vorbei und geht jetzt wieder gleich weiter wie vor Corona. Leider gibt es aber keinen Grund für diese unlogische Schlussfolgerung. Komischerweise denken wieder sehr viele wie Anfangs März, das Virus kann uns in der Schweiz doch nichts anhaben und beginnen es wieder zu ignorieren. Die Schweiz ist das Land welches bereits wieder die höchste Mobilität verglichen mit anderen Ländern aufweist. Wie sind schon bei 90% wie vor Corona. Auf https://covid19.healthdata.org/switzerland schauen und zu unten auf compare klicken. Mir schwant nichts gutes.
    • Thecaptainsolo 05.06.2020 10:50
      Highlight Highlight Sie haben wahrscheinlich schon recht aber ich frage mich, was soll dann die lösung sein? Die situation wie sie jetzt ist (jahre)lang bei behalten und auf einem impfstoff warten der vielleicht gar nicht kommt https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_87824716/was-wenn-kein-impfstoff-gegen-corona-gefunden-wird-.html? Die wirtschaft den bach runterlassen und uns weiter isolieren und depressiv werden? Dies kann keine lösung sein! Ich würde pragmatischer denken: nun sind alle sensibilisiert und wir müssen jetzt einfach mit corona leben... und halt ein gewisses risiko in kauf nehmen
    • COVID-19 ist Evolution 05.06.2020 10:51
      Highlight Highlight Niemand denkt es ist alles vorbei und geht jetzt wieder gleich weiter wie vor Corona. Aber als Mensch hat man auch ein Leben, sonst ist man kein Mensch. Corona ist die neue Realität mit der zu leben ist.

      Leben: nicht nur in dem man sich dauernd unter einem Stein verkriecht und denkt man könnte es aussitzen oder verdrängen. Corona ist da und wird es bleiben. Wir haben es mit dem ständig steigenden Druck auf das Ökosystem nicht anders gewollt.

      In der Konsequenz wird Corona uns und den Umgang miteinander verändern. Corona ist Evolution.
    • Terraner 06.06.2020 01:30
      Highlight Highlight @COVID-19 ist Evolution @Thecaptainsolo
      Ich sehe das ja prinzipiell auch so. Ich staune aber schon wie doch mittlerweile viele denken die lockerungen werden einfach weiter gehen und im August ist dann alles wie früher. Leider wird dies aber nicht so eintreffen. Je mehr wir lockern und zurück kehren zum früheren Leben, je mehr werden die Fallzahlen steigen. Wir haben nun mal die Büchse der Pandora geöffnet und jetzt müssen wir damit leben, dies wird nicht mehr so sein wie vorher, egal wie sehr wir uns dies wünschen. Ich staune einfach warum vielen Sommerferien das wichtigste sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Notabik 05.06.2020 07:05
    Highlight Highlight Corona? Da war doch mal etwas...

Zahlen zum Coronavirus in der Schweiz und der internationale Vergleich

Während sich die Lage in der Schweiz wieder etwas beruhigt, nimmt die Verbreitung des Virus international weiter zu. Alle relevanten Zahlen auf einen Blick.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Am 24. Februar 2020 fiel der erste Test in der Schweiz positiv aus: Eine Person im Tessin hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Die meisten neuen Fälle an einem Tag gab es bisher am 27. März mit 1390 Meldungen. So hat sich die Kurve in der Schweiz seit Beginn entwickelt:

In der Schweiz scheint das Coronavirus aktuell unter Kontrolle zu sein. In diversen Kantonen wurden in den letzten zwei Wochen keine neuen Infektionen mehr gemeldet.

Bisher am …

Artikel lesen
Link zum Artikel