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epa08931994 A vial of the first batch of Covid-19 vaccine by Moderna arrives in to the Movianto company in Oss, the Netherlands, 11 January 2020. It is the second vaccine after the BioNTech-Pfizer Covid-19 vaccine that has been approved in the EU.  EPA/ROB ENGELAAR

Das «flüssige Gold» der Pandemie: Coronavirus-Impfdosen wie hier von Moderna sind weltweit ein begehrtes, rares Gut. Bild: keystone

Corona-PK des Bundes verpasst? Die wichtigsten 4 Punkte

«Wengen ist ein Lehrbeispiel», sagt die Berner Kantonsärztin. Was wir vom Lauberhornrennen lernen können und wie viele von uns in nächster Zeit geimpft werden können, hier.



«127 Fälle von Mutationen in der Schweiz»

Was wollen wir zuerst hören? Die guten oder die schlechten Neuigkeiten? Patrick Mathys vom BAG entscheidet, die Schlechten als erstes zu verkünden: «Die Situation in der Schweiz hat sich einmal mehr nicht in die gewünschte Richtung entwickelt», sagt er an der Konferenz. Kurz: Die Fallzahlen stagnieren weiterhin auf hohem Niveau und der R-Wert liege über 1.

Nun zum Erbaulichen: Die Hospitalisationen und Todesfälle nehmen ab, sagt Mathys. Weshalb das so ist, können die Experten nicht mit Sicherheit sagen. Ein Faktor könnte die Vorsicht der Bevölkerung über die Feiertage gewesen sein.

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Aufgrund des R-Werts rechnet die Taskforce des Bundes mit einer Zunahme der Fallzahlen. Die Positivitätsrate stagniert laut Expertengruppe ebenfalls auf hohem Niveau – derzeit fallen durchschnittlich 16.2% der Tests positiv aus.

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewaeltigung und internationale Zusammenarbeit BAG, spricht waehrend einer Medienkonferenz zur aktuellen Situation des Coronavirus, am Dienstag, 12. Januar 2021 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit BAG, an der Medienkonferenz am 12. Januar 2021 in Bern. Bild: keystone

Die Virus-Mutationen bereiten Sorge:

Die neuen Virus-Varianten verbreiten sich auch hierzulande: «Bisher sind 127 Fälle von Mutationen in der Schweiz bekannt», sagt Mathys. Bei 86 Fällen handelt es sich um die Variante aus Grossbritannien, bei 41 aus Südafrika und bei 36 Fällen war eine genaue Zuordnung nicht möglich.

Vriantenspezifische PCR-Tests stehen zur Verfügung, um die Mutationen zu erkennen. Betrug der Anteil der Virusvarianten Ende Jahr noch 0.4%, so ist er in der ersten Woche des neues Jahres bereits auf 1.4% angestiegen. Dies könnte ebenfalls eine Zunahme der Fallzahlen begünstigen.

«Moderna-Impfung ist sicher»

Philippe Girard von der Zulassungs- und Kontrollbehörde Swissmedic ergreift das Wort: Der Moderna-Impfstoff werde für eine beschränkte Zeit zugelassen. Der Impfstoff soll zweimal in einem Abstand von einem Monat verabreicht werden. Klinische Tests von Moderna haben auch Menschen über 65 Jahren getestet.

«Nach der Untersuchung der zur Verfügung gestellten Daten gehen wir davon aus, dass die Impfung sicher ist», sagt Girard. Die Nebenwirkungen gleichen der einer Grippe-Impfung. Allergiker, sowie schwangere Frauen sollten sich nicht impfen lassen.

Können Herr und Frau Schweizer ihren Impfstoff selbst aussuchen? Wohl eher nicht, denn die Impfzentren haben entweder den einen (Biontech/Pfizer) oder den anderen (Moderna). «Es ist vor allem wichtig, möglichst viele Menschen zu impfen, egal mit welchem Impfstoff», sagt Girard. Weitere Zulassungen anderer Stoffe können laut Swissmedic noch Wochen dauern.

Philippe Girard, Stv. Direktor Swissmedic und Leiter Bereich Bewilligungen, spricht waehrend einer Medienkonferenz zur aktuellen Situation des Coronavirus, am Dienstag, 12. Januar 2021 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Philippe Girard, Stv. Direktor Swissmedic und Leiter Bereich Bewilligungen, am 12. Januar 2021 in Bern. Bild: keystone

«Eine Million Impf-Dosen trifft im Februar ein»

Morgen vormittag werden 200'000 Impfdosen von Moderna eintreffen, sagt Nora Kronig. Bundesrat Alain Berset bestätigt die Information auf Twitter. Bisher sei der Impfprozess in der Schweiz gut angelaufen.

«Die einzige Problematik sind die langen Wartezeiten. Das ist aber nicht nur in der Schweiz so», sagt die Vizedirektorin des BAG. Eine Million Impfdosen soll im Februar eintreffen. Bis im Sommer soll dann der Rest der 7.5 Millionen Dosen von Moderna und 3 Millionen Dosen von Biontech eintreffen, antwortet Kronig. Der Bund arbeite daran, dass diese Dosen möglichst rasch eintreffen.

Nora Kronig, Vizedirektorin BAG und Leiterin Abteilung Internationales BAG, spricht waehrend einer Medienkonferenz zur aktuellen Situation des Coronavirus, am Dienstag, 12. Januar 2021 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Nora Kronig, Vizedirektorin BAG und Leiterin Abteilung Internationales BAG an der Pressekonferenz. Bild: keystone

Nächste Woche dürfte gemäss BAG eine dritte Lieferung von Biontech mit 126'750 Impfdosen im Land eintreffen. Damit stünden der Schweiz 560'750 Impfdosen zur Verfügung, mit denen 4% der Bevölkerung geimpft werden können.

Wer zuerst geimpft wird und somit zur bevorzugten Gruppe zählt, obliegt der Verantwortung der Kantone. Wie schnell und wie viel geimpft wird, könnte deshalb zwischen den Kantonen variieren.

Impfempfehlungen des BAG:

In der aktuellen Impfempfehlung des BAG ist nun auch der Impfstoff von Moderna aufgeführte. Die Impfempfehlung beinhaltet demnach detaillierte Empfehlungen für Menschen mit Allergien, sowie für schwangere Frauen.

Erstens: Es müssen so viele gefährdete Menschen wie möglich geimpft werden.
Zweitens: Alle anderen Massnahmen müssen weiterhin eingehalten werden.
Drittens: Auch Kontakte müssen weiterhin reduziert werden, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

«Wengen ist ein Lehrbeispiel»

Kantonsärztin Linda Nartey erklärt, dass mit dem neuen Impfstoff in den Kantonen auch neue Impfstrategien entwickelt werden müssen. Die Hygiene- und Abstandsmassnahmen gelten jedoch weiterhin. Die Experten zeigen sich besorgt, dass ein Teil der Bevölkerung mit dem Eintreffen der Impfdosen unvorsichtiger werden könne.

Linda Nartey, Kantonsaerztin Bern, Vizepraesidentin der Vereinigung der Kantonsaerztinnen und Kantonsaerzte, spricht waehrend einer Medienkonferenz zur aktuellen Situation des Coronavirus, am Dienstag, 12. Januar 2021 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Linda Nartey, Kantonsärztin Bern, Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte. Bild: keystone

Die Impfungen bieten gemäss den Experten auch vor den neuen Mutationen «einen gewissen Schutz». Die Virusvarianten seien in den Kantonen unterschiedlich eingetroffen. Einige Kantone seien aber bereits stärker betroffen. In Wengen musste aufgrund der Risiko-Evaluation das Lauberhorn-Ski-Rennen abgesagt werden.

«Die Regelung war klar: Die Person (aus Grossbritannien) hätte in Quarantäne sein müssen.»

Linda Nartey

Man unternehme alles mögliche, um weitere Fälle aufzudecken. «Es ist ein enormer Aufwand», sagt Nartey. Sie gehe davon aus, dass Wengen bald eine Verlangsamung der Virusverbreitung erreiche: «Wengen ist ein Lehrbeispiel.» Man konnte fast alle Fälle auf eine Person zurückführen, die aus Grossbritannien eingereist ist. «Nach wenigen Tagen hat sich das Virus bereits sehr schnell verbreitet.»

«Die Regelung war klar», sagt Nartey. «Die Person (Anm.d-Red. aus Grossbritannien) hätte in Quarantäne sein müssen.» Ob die sechs bestätigte Fälle aus Wengen (Stand Montag) die Virus-Mutation ist, ist noch noch nicht bekannt. «Aber mit grosser Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei allen Fällen um die Virus-Variante.»

in Grossteil der Verbreitung in Wengen habe im privaten Rahmen stattgefunden, sagt Nartey. «Der Arbeitsalltag und auch der private Rahmen spielt die grösste Rolle.»

(adi)

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