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Bauer verkauft Kartoffeln selbst.

Die Kartoffeln sind in einzelne Säcke portioniert. Bild: Marc Ribolla

Wegen Corona keine Abnehmer: So versucht ein Bauer seine Ernte vor dem Abfall zu retten

Landwirt Martin Kaufmann aus Oberwil-Lieli lancierte eine spezielle Aktion, um seine Kartoffelernte vor der unnötigen Vernichtung zu bewahren. Er bietet sie stattdessen im Direktverkauf an.

Marc Ribolla / ch media



In den vergangenen Tagen klingelte das Handy bei Landwirt Martin Kaufmann in Oberwil-Lieli öfters als üblich. Auch während des Gesprächs mit der «Aargauer Zeitung» bleibt das Telefon am Freitagvormittag nicht stumm. «Hallo. Ja, wir haben noch genügend. Du kannst einfach vorbeikommen, wann du willst», sagt Kaufmann zu einem Bekannten. Mit genügend meint er die Kartoffeln in der nebenanliegenden Scheune an der Weidstrasse 6.

Dort lagert ein Teil der Ernte vom vergangenen Herbst. Eigentlich wäre diese schon längst weg. Doch der Lockdown hat alles verändert und stellt Kaufmann vor eine Herausforderung. Er sagt:

«Das grosse Problem ist für uns die Gastronomie, die seit Monaten geschlossen ist. Denn eigentlich wäre die Menge für den Verkauf an die Gastronomie vorgesehen gewesen.»

Eigentlich wären die Kartoffeln für die Gastronomie gedacht

Weil die Restaurants geschlossen sind und so der Absatz fehlt, häuften sich in der ganzen Schweiz die Kartoffelberge an. Kaufmann hat sich etwas einfallen lassen, um dem Abhilfe zu schaffen. «Anstatt die Kartoffeln im schlimmsten Fall entsorgen zu müssen oder in die Biogasanlage zu geben, ist es sinnvoller, sie an den Konsumenten zu bringen», erklärt der Landwirt. Es wäre schade um die schönen Kartoffeln, betont er.

Bauer verkauft Kartoffeln selbst.

Stefanie Kaufmann vom Weidhof in Oberwil-Lieli zeigt einen Teil der abgepackten Kartoffeln. Bild: Marc Ribolla

Wie viele Tonnen es sind, kann er nicht beziffern, «doch es handelt sich um eine verhältnismässig kleine Menge», betont Kaufmann. Seit einigen Tagen bietet er nun die Kartoffeln im Direktverkauf an. Sie können tagsüber von Montag bis Samstag ohne Anmeldung abgeholt werden.

Eine Tragtasche à sieben Kilo kostet fünf Franken

«Wir packen die Kartoffeln selber in die Säcke ab, was mit einiger Arbeit verbunden ist», erklärt Kaufmann. Fleissig sind seine Mitarbeiter am Portionieren und auch die Familie hilft natürlich tatkräftig mit. Die Tragtaschen beinhalten rund 7 Kilo Kartoffeln und kosten pro Sack fünf Franken.

Das spezielle Angebot stösst auf grosses Interesse, nicht zuletzt auch, weil es in den sozialen Medien und bei «20 Minuten» die Runde machte. Regelmässig fahren Autos aus der näheren und zum Teil auch weiteren Umgebung vor. «Wichtig ist aber, dass die Kartoffeln daheim möglichst kühl und ohne Licht gelagert werden. Dann sind sie noch sicher bis Anfang Juni haltbar», gibt Kaufmann einen Tipp.

Die Sorte Agria kann für fast alle Speisen verwendet werden

Bei seinem Angebot handelt es sich um Kartoffeln der Sorte Agria, die es normalerweise selten in den Läden zu kaufen gibt. «Die meisten Leute kennen sie gar nicht. Geschmacklich ist die Agria aber sehr gut, und man kann sie nur weiterempfehlen.» Sie kann für eine Vielzahl an Speisen verwendet werden. Beispielsweise Pommes frites, Rösti, Gratin, Kartoffelstock oder auch Gschwelti.

Die Kundenreaktionen seien sehr positiv. «Die Leute schätzen es, dass sie direkt beim Bauern einkaufen können. Und vor allem auch, dass sie wieder einmal ungewaschene Kartoffeln haben können, die ja mittlerweile eine Seltenheit geworden sind», sagt Kaufmann, der nebst den Kartoffeln auch Kalbfleisch direkt ab Hof anbietet. (aargauerzeitung.ch)

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