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Une benevole ramasse des dechets sur les pistes de ski lors d'une journee

Wie in Verbier finden in vielen Skigebieten Fötzel-Aktionen statt, um die Weiden vom Müll zu befreien. archivBild: KEYSTONE

«Halb so viele Gäste, doppelt so viel Müll»: Skigebiete kämpfen mit Masken- und Abfallflut

Statt im Müll landen Schutzmasken auf dem Trottoir, der Gondel – oder der Skipiste. Das bringt Kühe in Lebensgefahr und die Skigebiete unter Zugzwang.



Um gegen die Vermüllung der Berge anzukämpfen, hat Arosa Anfang März eine Anti-Littering-Kampagne gestartet: «Zigistummel im Schnee, Masken auf der Strasse, Einweg-Becher im Gebüsch... Littering ist traurige Realität und das leider auch in Arosa», heisst es auf der Facebookseite des Bünder Wintersportortes.

Tourismusdirektor Pascal Jenny sagt zu watson, dass wegen des Take-Away-Regimes viel mehr Müll anfalle. «Wir haben halb so viele Gäste, aber doppelt so viel Abfall wie normal.» Weiter seien die Masken ein neues «Abfallprodukt», mit dem man zu kämpfen habe. «Wir beobachten etwa, dass Skifahrern öfters unabsichtlich Masken aus den Taschen fallen und so auf die Wiesen gelangen.»

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Der Take-Away-Abfall macht auch Zermatt zu schaffen. «Es kommt vor, dass Müll vom Wind auf die Pisten geblasen wird», sagt Mathias Imoberdorf, Sprecher der Bergbahnen Zermatt. Darum habe man bei Restaurants und Stationen grosse Container aufgestellt.

Masken können Kühe töten

Eine Kuh kratzt sich an einem Kreuz, vor der Alpabfahrt der Familie Faessler von der Alp Dunkelberndli, am Samstag, 5.September 2020, in Schwende. Die Familie Faessler verbrachte den Sommer von Mai bis September auf der Alp und zieht nun mit 16 Kuehen, 18 Rindern und 8 Kaelbern wieder ins Tal. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Weggeworfene Masken bringen Kühe in Gefahr. Bild: keystone

Achtlos weggeworfene Einwegmasken gefährden die Natur und Tierwelt. Besonders die Kühe, die mit dem aufkommenden Frühling nach der Zeit im Stall schon bald wieder auf die Weiden hinaus dürfen. Masken auf Feldern können für Wiederkäuer tödlich sein: Bei den üblichen Schutzmasken sind laut dem Bünder Kantonsarzt Giochen Bearth zwei mit Schutzmaterial ummantelte Drähte mit einer Länge von knapp zehn Zentimetern eingearbeitet. «Sobald die Isolation wegfällt, kann der spitze Draht einer verschluckten Maske den Magen einer Kuh verletzen», sagt Bearth zur Südostschweiz. Zwar sei noch kein konkreter Fall bekannt. Tierärzte könnten in ähnlichen Fällen nicht immer helfen: «Kühe mit verletzten Magenwänden mussten auch schon erlöst werden.»

Gefährliches Futter

Schutzmasken als Umweltrisiko: Landwirt Thomas Roffler, Präsident des Bündner Bauernverbandes, blickt besorgt auf die kommenden Monate. «Wenn Masken auf den Feldern liegen bleiben, werden sie gefressen oder gelangen im Grasfutter auf den Bauernhof – und gefährden die Tiere», sagt er zu watson. Es sei nicht möglich, mit den üblichen Magneten Aluminium aus dem Futter herauszufiltern. «Kühe schauen selbst nicht jedes Hälmi an.»

Betroffen sind nicht nur Weiden im Unterland, sondern insbesondere Skigebiete. Denn Pisten führen oft durch Gebiete, wo im Sommer Kühe weiden. «Es ist zu befürchten, dass nach der Schneeschmelze viel Abfall zurückbliebt, der Tiere gefährdet.» Das sagt Hans Jörg Rüegsegger, Präsident des bernischen Bauernverbandes, zu watson.

«Es ist zu befürchten, dass nach der Schneeschmelze viel Abfall zurückbleibt, der Tiere gefährdet.»

Hans Jörg Rüegsegger,

Grossputz in den Skigebieten

Die Skigebiete betonen, dass man den Abfall keinesfalls einfach der Natur überlasse. Nach dem Ende der Hauptsaison Anfang Mai werde das Skigebiet grossflächig «gefötzelet», heisst es seitens der Zermatter Bergbahnen weiter. Zudem finde im Sommer ein Cleanup-Day statt, bei dem die ganze Bevölkerung Abfall einsammle. Dies ist auch in Arosa der Fall, wie Tourismusdirektor Jenny weiter sagt.

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quelle: keystone / ennio leanza
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