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Parteipraesident Gerhard Pfister stimmt an der Delegiertenversammlung der CVP Schweiz ab, am Samstag, 28. November 2020 in Unteraegeri. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Parteipräsident Gerhard Pfister stimmt an der Delegiertenversammlung der CVP Schweiz ab. Bild: keystone

Aus der CVP wird «Die Mitte» – Delegierte heissen neuen Parteinamen gut

Die Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz (CVP) nennt sich neu «Die Mitte». Die Delegierten haben am Samstag der Umbenennung zugestimmt. Mit dem neuen Namen will die Partei neue Wählerschichten ausserhalb der katholischen Stammlande für sich gewinnen.



Ausgeteilt wurden an den 13 Standorten der dezentralen Delegiertenversammlung 383 Stimmzettel, das für die Statutenänderung nötige Zweidrittelsmehr lag bei 256 Stimmen. Der neue Parteiname «Die Mitte» wurde mit 325 zu 57 Stimmen gutgeheissen. Eine Stimme ging leer ein.

Die Debatte drehte sich vor allem darum, ob die CVP mit dem Aufgeben des «christlich» im Namen nicht ihre Identität und eine klare Haltung aufgebe. Nein, sagten die Befürworter von «Die Mitte».

Die DNA der CVP stecke in der Partei, nicht auf der Verpackung, sagte ein Aargauer Delegierter. Sie möchte die christlichen Werte verteidigen, der neue Name sei aber eine Chance, sagte eine Waadtländerin.

Staatstragende Rolle betont

Die Delegierten zeigten sich selbstbewusst und betonten, dass es die CVP sei, die die Schweiz zusammenhalte. Diese staatstragende Rolle könne die Partei mit dem Namen «Die Mitte» besser ausspielen.

Das C im Parteinamen wurde von vielen Delegierten als hinderlich bezeichnet. Eine Luzernerin sprach vom Kurzschlussgedanken, dass das C katholisch und rückständig bedeute. Mit dem neuen Namen könne die Partei «ab durch die Mitte» gehen. Der Aufbruch sei überfällig, hiess es aus St. Gallen. Auch ein Stillstand berge Risiken.

Mit dem Namen könnten die konfessionellen Gräben endgültig überwunden werden, sagte eine weitere Luzerner Delegierte. Ein reformiertes CVP-Mitglied aus dem Kanton Luzern machte sich dagegen für das Beibehalten des «christlich» im Parteinamen stark. Glauben wir an das Markenzeichen C, sagte er.

Opportunistisch

Er sei wegen des «christlich» in der CVP, bekannte ein St. Galler. Das C sollte nicht opportunistisch in den Hintergrund gestellt werden. Mit dem «christlich» bleibe die Partei unverwechselbar.

Die Gegner des Namenswechsels sagten, was der Partei fehle, sei eine unverwechselbare und profilierte Politik. «Mitte» sei nur eine Position, nicht eine Weltanschauung, sagte ein St. Galler.

Ein Berner Delegierter sagte, mit «Die Mitte» orientiere sich die CVP an den anderen Parteien statt an einer eigenständigen Position. Das dies nicht funktioniere, habe die BDP gezeigt.

Von den anderen Parteien gehetzt

Wenn die CVP sich «Mitte» nenne, werde sie zur Gehetzten der anderen Parteien, warnte ein Bündner Delegierter. Das C sei gerade in der heutigen Zeit wichtig und gebe der Partei eine andere Dimension. Auch in der Mitte würden sich christliche Werte widerspiegeln, sagte dagegen ein Basler Befürworter des neuen Namens.

Ein Genfer Delegierter unterstützte den Namenswechsel, sagte aber auch, dass diese Reform nicht genügen werde. Die Partei müsse ihre fundamentalen Werte sichtbarer machen. Eine Delegierte aus Baselland sagte, mit «Die Mitte» positioniere sich die CVP klar zwischen den Polparteien.

Das Gewinnenmüssen bei den nächsten Wahlen werde zur Existenzfrage der CVP, sagte Parteipräsident Gerhard Pfister. Dies sei möglich, wenn die Partei den Namenswechsel vollziehe. Noch wichtiger sei aber danach, dass die Partei die Mitte in Knochenarbeit mit Inhalten fülle. (viw/sda)

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