DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Das Restaurant La Pergola in Stans im Kanton Nidwalden ist zurzeit wegen den Corona-Massnahmen geschlossen, am Freitag, 19. Maerz 2021. Restaurants und Bars bleiben wegen der Covid Pandemie bis mindesten am 22. Maerz 2021 geschlossen. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Die Gastro ist noch immer geschlossen. Bild: keystone

Seit die Restaurants zu sind: So hat sich unser Essverhalten verändert



Wir erinnern uns zurück: Vor knapp einem Jahr war der Ansturm auf Toilettenpapier und andere Güter des täglichen Bedarfs enorm. Die Regale waren stellenweise ganz leergeräumt. Diese Zeiten sind Geschichte. Hamsterkäufe wie zu Beginn der Pandemie finden nicht mehr statt. Man kann sein Toilettenpapier wieder ohne Schamgefühle kaufen und auch die Lieblingspasta ist jederzeit verfügbar.

Dennoch hat sich unser Konsumverhalten deutlich verändert, seit die Restaurants schweizweit geschlossen wurden. «Während des Lockdowns wurde seltener, dafür zu einem höheren Warenwert eingekauft», teilt die Migros auf Anfrage von watson mit. Nun gehe man wieder vermehrt einkaufen, bevorzuge aber kleinere Filialen in den Quartieren, stellt der Orange Riese fest.

16.03.2020, Berlin: Zwei übrig gebliebene Rollen Toilettenpapier stehen in einem ansonsten leeren Regal in einem Supermarkt im Berliner Stadtteil Friedenau. Neue Ware soll hier im Verlaufe des Tages geliefert werden. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Zwei übrig gebliebene Rollen Toilettenpapier stehen in einem ansonsten leeren Regal. Bild: dpa

Adé Fertigprodukte

Seit die Leute nicht mehr ins Restaurant können, wird nicht nur vermehrt eingekauft, sondern auch öfters gekocht. Bei der Migros führte dies zu einem deutlichen Anstieg bei der kostenlosen Rezepte-Plattform Migusto.

Auch bei Migros' ewiger Konkurrentin Coop hat das Coronajahr Spuren im Konsumverhalten ihrer Kunden hinterlassen, teilt die Detailhändlerin mit: «Im Frühjahr 2020 waren besonders länger haltbare Lebensmittel, Toilettenpapier und vor allem Bio-Produkte beliebt», teilt Coop auf Anfrage von watson mit. Seit die Restaurants geschlossen sind, sei besonders die Nachfrage nach fremdländischen Spezialitäten aus der thailändischen und mexikanischen Küche sowie nach Backzutaten angestiegen.

ABD0019_20200406 - WIEN - ÖSTERREICH: Kunden mit Mund- und Nasenschutz in einem Supermarkt in Wien am Montag, 6. April 2020. Seit heute ist das Tragen eines solchen Schutzes in Supermärkten ab einer Verkaufsfläche von 400 m2 verpflichtend. - FOTO: APA/ROLAND SCHLAGER

Bild: APA/APA

Bei Aldi merkte man ebenfalls, dass seit der Pandemie viel mehr gebacken wurde, was sich in entsprechenden Absätzen von Backzutaten bemerkbar machte.

Auch der Discounter spürt ganz allgemein die Restaurant-Schliessungen, weil die Leute nun «vermehrt zu Hause bleiben und sich dort verpflegen», wie Aldi schreibt. Derzeit seien Lebensmittel aus den Fischbereichen besonders gefragt, so Aldi weiter.

Toilettenpapier ist nicht das meistgekaufte Produkt 2020

Wenig überraschend sind die Online-Bestellungen während dem Coronajahr bei allen Detailhändlern in die Höhe geschossen. Auch die Migros ist mit Bestellungen überhäuft worden. Milch, Eier und Gurken sind am häufigsten bestellt worden. Das Toilettenpapier konnte sich trotz Ansturm nicht durchsetzen.

Das sind die 10 meistbestellten Produkte im Webshop der Migros:

  1. Milch
  2. Eier
  3. Gurken
  4. Bananen
  5. Dosentomaten
  6. Butter
  7. Zitronen
  8. Avocados
  9. Kosmetiktücher
  10. Kartoffeln

Wie lange sich die klassische Kuh-Milch noch auf dem Spitzenplatz halten kann, ist offen. Denn Milchersatzprodukte waren 2020 gefragter denn je. «Wir spüren ein stetig steigendes Interesse an unseren veganen und vegetarischen Ersatzprodukten», teilt etwa Lidl mit. Der Umsatz in den Bereichen Milch- und Fleischersatz habe sich 2020 sogar verdoppelt.

Vegane und vegetarische Produkte sind gefragter denn je

Die Nachfrage nach pflanzenbasierten Ersatzprodukten steige auch bei Migros und Coop. Pflanzliche Burger würden bei Coop bereits einen Fünftel des gesamten Burger-Umsatzes ausmachen. Beim veganen Poulet-Geschnetzelten seien es im Vergleich zum tierischen Original neun Prozent.

Eine Familie beim Einkaufen im Migros Lebensmittelladen anlaesslich der Wiedereroeffnung des Hertizentrums mit 17 Geschaeften, am Donnerstag, 15. Oktober 2020, in Zug. Im Kanton Zug besteht seit letzten Samstag eine Maskenpflicht in Geschaeften und fuer das Personal von Restaurants. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Bild: keystone

Dass die Nachfrage nach veganen und vegetarischen Produkten steigt, zeigt auch eine repräsentative Umfrage von Coop mit über 2200 Teilnehmern aus allen Regionen der Schweiz. Gemäss der Umfrage zählt Coop seit 2020 über ein Drittel mehr Kunden und Kundinnen bei veganen und vegetarischen Alternativen. Viele dieser Konsumenten sind aber keine strikten Veganer oder Vegetarier. Es würde sich dabei um Genusstypen, sogenannte Substitarier handeln.

In Grossstädten wie Zürich und Genf leben besonders viele Substitarier. In Graubünden, im Wallis sowie in der Westschweiz und im Appenzell werden am wenigsten Fleischersatzprodukte eingekauft. Bei den Appenzellern sind jedoch Milchersatzprodukte besonders gefragt.

Nicht nur regional unterscheidet sich die Nachfrage, sondern auch beim Geschlecht. Frauen kaufen verhältnismässig mehr vegane oder vegetarische Produkte ein. Bei Käseersatzprodukten liegt der Frauenanteil sogar bei 70 Prozent. Fleischprodukte sind bei den Männern jedoch beliebter.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

18 Getränke, die aus der Schweiz verschwanden

1 / 20
18 Getränke, die aus der Schweiz verschwanden
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Aufgrund der Corona-Krise kein Geld für Lebensmittel

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

CO₂-Gesetz könnte kippen: Städte verzeichnen tiefe Stimmbeteiligung

Die Städte melden tiefe Stimmbeteiligungen. Das CO2-Gesetz wird angesichts Umfragewerte durch die Schlussmobilisierung entschieden werden.

Am kommenden Sonntag steht fest, wie sich die Klimapolitik der Schweiz entwickeln wird. Die Stimmbevölkerung entscheidet in einem Referendum über das CO2-Gesetz, dessen Chancen derzeit alles andere als gut stehen. Dies zeigen die repräsentativen Umfragen von gfs.bern und SRF, die vor der Abstimmung veröffentlicht wurden.

Gründe für die schlechten Chancen dürften in der urbanen, städtischen Bevölkerung zu finden sein: Diese befürwortet zwar gemäss jüngsten Umfragen mehrheitlich das …

Artikel lesen
Link zum Artikel