DE | FR
Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this July 17, 2012 file photo, Marlboro cigarettes are displayed in Montpelier, Vt. Philip Morris and Altria have ended merger talks and JUUL’s CEO is stepping down from the top post as criticism over vaping continues to intensify. The companies confirmed last month that they were in discussions, more than a decade after splitting itself into two companies. Altria has exclusively sold Marlboro cigarettes and other tobacco brands in the U.S., while Philip Morris has handled international sales. (AP Photo/Toby Talbot, File)

Das Aussendepartement verschärft seine Regeln für die Zusammenarbeit mit privaten Sponsoren. Bild: AP

Nach Tabakdeal: Schärfere Regeln für Sponsorings

Der Aussenminister zieht aus einer geplatzten Partnerschaft mit Philip Morris die Konsequenzen.

Sven Altermatt, Samuel thomi / schweiz am wochenende



Es sind die Nachwehen einer umstrittenen Partnerschaft, die noch immer anhalten: Das Aussendepartement verschärft seine Regeln für die Zusammenarbeit mit privaten Sponsoren. Damit will es allfälligen Interessenkonflikten vorbeugen. Die neuen Regeln bauen auf drei Pfeilern – Transparenz, Sorgfaltspflicht und dem Imagetransfer zwischen der offiziellen Schweiz und beteiligten Schweizer Unternehmen.

Den Fokus legt der Bundesrat vor allem auf Letzteres. Wenn aufgrund einer Chancen-Risiko-­Analyse davon ausgegangen werden müsse, dass ein Imagetransfer «nicht zustande kommen kann oder gefährdet ist, wird auf eine Sponsoring-Partnerschaft verzichtet», hält das Aussendepartement fest.

Dass der Bund überhaupt solche neuen Regeln bekommt, ist die Folge eines zweifelhaften Deals mit Philip Morris. Ursprünglich wollte das Aussendepartement den weltgrössten Tabakmulti zu einem der Hauptsponsoren des Schweizer Pavillons an der Weltausstellung in Dubai machen. Dies enthüllten Recherchen der Redaktion von CH Media im Sommer 2019.

1,8 Millionen Franken hätte der Konzern an den Pavillon beitragen sollen. Dafür hätte sich Philip Morris unter anderem mit dem «Image der offiziellen Schweiz» schmücken dürfen, wie das Aussendepartment damals in offiziellen Dokumenten versprochen hatte.

Keine Reputationsrisiken mehr in Kauf nehmen

Ein Sponsoring mit dem Tabakkonzern wäre heute mit den neuen Regeln «bereits vor der Geburt gestorben», versicherte Aussenminister Ignazio Cassis nun vor den Medien. Und zwar eben gerade wegen des fehlenden positiven Imagetransfers, wie der freisinnige Bundesrat weiter erklärte.

Die geplante Zusammenarbeit löste 2019 breites Unverständnis aus. Vor den Gefahren des Tabakkonsums warnen, viel Geld in die Prävention stecken und sich gleichzeitig von Philip Morris sponsern lassen: Das ist widersprüchlich, fanden Gesundheitsexperten und Politiker aller Couleur. Schliesslich verzichtete das Aussendepartement auf die Sponsorengelder. Nach all den Wirren galt im Aussendepartement bereits die Devise, dass Veranstaltungen nicht mehr von Tabakproduzenten finanziert werden dürfen.

Die jetzt vorgestellten Regeln gelten nicht nur für die Teilnahme der Schweiz an internationalen Grossveranstaltungen, sondern auch für alle Botschaften und Konsulate. Man wolle Sponsorings und Partnerschaften jeweils einzeln prüfen und einmal jährlich publizieren, versprach Cassis. In den 36-seitigen Sponsoringrichtlinien wird unter anderem auf Reputationsrisiken verwiesen: Innert kürzester Zeit könne es «zu einer unaufhaltsamen Welle von kritischen Medienberichten kommen».

Um die Ziele der Landeskommunikation zu erreichen, sind Sponsorings laut dem Aussenminister allerdings auch in Zukunft nötig. Und auch an der Weltausstellung in Dubai will die Schweiz weiterhin teilnehmen. Diese hätte eigentlich im Herbst dieses Jahres losgehen sollen, wurde wegen der Coronapandemie dann aber um ein Jahr verschoben.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Verschwörung: Darum steckt der Ku Klux Klan hinter Marlboro

«Schämt euch nicht dafür, dass ihr raucht, aber seid sozialer, wenn ihr raucht»

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Stoppt den Lockdown»: Wer hinter der Petition steckt und welche Chancen sie hat

Innert kürzester Zeit unterschrieben 100'000 Personen die Petition eines Zürchers Jungliberalen. Er fordert das Ende des Lockdowns.

Eine Petition geistert durch das Internet. Das allein wäre nicht weiter der Rede wert, Petitionen gibt es viele, schliesslich kann jede Person in der Schweiz unabhängig von Alter und Herkunft eine solche starten und bei einer Behörde einreichen. Doch diese hier gibt besonders zu Reden: Innert kürzester Zeit ist es den Initiatoren gelungen, 100'000 Unterschriften zu sammeln.

Der Name «Stoppt den Lockdown» ist Programm. Auf der Homepage schreiben die Initiatoren, dass sich viele Menschen in der …

Artikel lesen
Link zum Artikel