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Mängel in der Herzchirurgie: Unispital Zürich verstärkt Kontrolle



The entrance of the University Hospital Zurich, on Sunday, July 22, 2018, in Zurich, Switzerland. Chairman Sergio Marchionne, the CEO of carmaker Fiat Chrysler, was hospitalised at the University Hospital Zurich. Marchionne's health conditions after shoulder surgery prevented him from fulfilling his role as chairman. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

Der Direktor der Herzchirurgie am Zürcher Universitätsspital hat Implantate von Firmen verwendet, an denen er selber beteiligt ist. Nun zieht das Unispital Konsequenzen und verstärkt die Kontrolle. Der Klinikdirektor bleibt aber angestellt.

Ein Artikel in Tamedia-Zeitungen brachte ans Licht, dass der Klinikdirektor der Herzchirurgie neuartige Implantate von Firmen verwendet, an denen er selber finanziell beteiligt ist. Transparenz darüber schaffte er jedoch keine, auch nicht gegenüber den Patienten. Zudem habe er die Fälle nicht korrekt dokumentiert und Studienergebnisse geschönt.

Das Universitätsspital führte deswegen eine externe Untersuchung durch. Am Freitag publizierte es die Ergebnisse. In diesem Bericht werden die meisten Vorwürfe bestätigt. Die Offenlegung und Information über die Interessenbindungen seien «ungenügend gehandhabt» worden, schreibt das Unispital.

Kliniken müssen Implantate-Verwendung melden

Die Spitaldirektion will deshalb ab sofort von sämtlichen Kliniken quartalsweise wissen, welche und wie viele neue Implantate verwendet werden. Sie stellt zudem einen Spezialisten ein, der sich um Aspekte wie Transparenz, korrekte Dokumentation und die umfassende Information gegenüber den Patientinnen und Patienten kümmert.

Weiter räumt das Unispital ein, dass der beschuldigte Klinikdirektor nicht gemäss geltender Standards informiert und dokumentiert habe. Davon betroffen seien vor allem Aufklärungsgespräche mit Patienten, Studiendokumentationen und der Umgang mit Behörden.

Patientenwohl «nie gefährdet»

Es seien jedoch keine Hinweise darauf gefunden worden, dass der beschuldigte Klinikdirektor unsachgemäss gehandelt oder persönliche Interessen über das Wohl der Patienten gestellt habe. Das Patientenwohl sei nie gefährdet gewesen. Zudem seien die notwendigen Bewilligungen der Swissmedic in jedem Fall vorgelegen.

Das Unispital betonte in einer Mitteilung, dass die erstmalige Verwendung eines Implantats für einige Patienten die letzte Möglichkeit sei, überhaupt einen Behandlungsweg zu finden. Dieser so genannte «Compassionate Use» werde in der Klinik für Herzchirurgie aber verantwortungsvoll gehandhabt. (sda)

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