DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Zauberformel mit grünem Anstrich – der Poker um einen Bundesratssitz

Die Partei will in die Regierung – mit welcher Strategie, ist offen. Mit Bernhard Pulver äussert sich nun einer der möglichen Topanwärter.

Sven Altermatt / ch media



Bernhard Pulver, Regierungspraesident des Kantons Bern, hoert waehrend der Feier zu Ehren des Regierungspraesidenten des Kantons Bern, Bernhard Pulver, am Montag, 19. Juni 2017 im Kunstmuseum in Bern. (KEYSTONE/Thomas Delley)

Bernhard Pulver – ein Grüner Bundesrat? Bild: KEYSTONE

Ein Plus von über sechs Prozentpunkten beim Wähleranteil, 17 zusätzliche Sitze im Nationalrat und wohl bald eine Handvoll Ständeräte: Eine Woche nach dem grossen Triumph der Grünen bei den Wahlen laufen die Diskussionen über einen möglichen Bundesratssitz für die Partei auf Hochtouren. Im Fokus steht einer der beiden FDP-Sitze, konkret jener von Ignazio Cassis.

Es geht um eine neue Zauberformel mit grünem Anstrich und die Frage, ob die Grünen schon bei der Gesamterneuerungswahl im Dezember angreifen sollten. Die Experimentierlust der anderen Parteien hält sich in Grenzen, die Lust auf ein Abwahlmanöver scheint klein. Selbst innerhalb der Grünen gibt es noch keine konsolidierte Position, geschweige denn eine offizielle Strategie. Parteichefin Regula Rytz selbst formuliert den Machtanspruch derzeit zurückhaltend. Man sei bereit für die Regierungsverantwortung und suche das Gespräch mit allen Parteien, betonte sie auch am Wochenende mantraartig.

Wahlen 2019: Das sind die Neuen in Bern

1 / 148
Wahlen 2019: Das sind die Neuen in Bern
quelle: partei
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Unabhängig davon dreht sich das grüne Personalkarussell schon munter. Wer gehört zu den möglichen Bundesratskandidaten der Partei? Und wer will? Als möglicher Kandidat hat sich bislang einzig der Genfer Regierungsrat Antonio Hodgers angeboten.

Der Name, der über die Parteigrenzen hinaus wohl am häufigsten genannt wird, ist jener von Bernhard Pulver. Der 54-jährige Jurist sass von 2006 bis 2018 im Berner Regierungsrat, er zählt zum kompromissfähigen Realoflügel der Grünen und geniesst überparteilich Sympathien. Im Kanton Bern gelang es ihm etwa, bildungspolitische Reformen vorwärtszubringen. Gegenwärtig ist er Verwaltungsratspräsident der Berner Insel-Spitalgruppe.

Gegenüber der Redaktion von CH Media äussert er sich erstmals zum aktuellen Bundesratspoker. Angesprochen auf seine eigenen Ambitionen, erklärt Pulver vieldeutig, dass er zur Frage nach seiner Person erst Stellung beziehen wolle, «wenn sich die Frage dann wirklich stellen würde». Eines ist für ihn aber klar: Die Grünen müssten im Bundesrat vertreten sein. Der Anspruch auf einen Bundesratssitz geht laut Pulver über die jüngsten Wahlresultate hinaus. Seiner Ansicht nach muss eine Partei breit abgestützt sein, um in diese Position zu kommen – und das seien die Grünen längst.

Bernhard Pulver will Zauberformel anpassen

«Die Grünen stellen Stadtpräsidien, Gemeinde- und Regierungsratsmitglieder und sind aus der Lösungssuche in der Schweiz nicht mehr wegzudenken», ist Pulver überzeugt. Seit über drei Jahrzehnten sei die Partei eine relevante Kraft, die auf allen Staatsebenen Regierungsverantwortung wahrgenommen habe. «Das aktuelle Wahlresultat spricht in dieser Frage nun auch eine klare Sprache, entsprechend muss die Zauberformel angepasst werden», fordert Pulver. Zur Frage, wie genau dies passieren soll, will er sich derzeit nicht äussern. Er lobt Parteichefin Rytz, die eine Bundesratsbeteiligung fordere und gleichzeitig «auf so differenzierte und sorgfältige Art über das mögliche Vorgehen nachdenkt».

Zu den weiteren Namen, die als Kandidaten gehandelt werden, gehören Rytz selbst, die Baselbieterin Maya Graf, Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried oder Fraktionschef Balthasar Glättli aus Zürich.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So sieht es aus, wenn gegen 100'000 fürs Klima demonstrieren

1 / 19
So sieht es aus, wenn gegen 100'000 fürs Klima demonstrieren
quelle: jan hostettler / jan hostettler
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Regula Rytz nach Rekordgewinn der Grünen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kriminelle Ausländer schneller ausschaffen: Nationalrat peitscht Verschärfung durch

Das PMT hat die Diskussion über Grundrechte lanciert, jetzt peitscht das Parlament die nächste Einschränkung durch: Straffällige ausländische Personen sollen ohne Gerichtsverfahren ausgeschafft werden. Beobachter fragen sich: Wo bleibt die Opposition?

Bundesrat und Nationalrat wollen die Ausschaffungspraxis von straffälligen Ausländerinnen und Ausländern verschärfen. Anfangs Woche wurde ein entsprechender Vorstoss gutgeheissen. Dieser wird von aussen kritisiert, doch im Parlament selber blieb es ruhig.

«Die individuellen Rechte ausländischer Personen werden erneut beschnitten und dass besonders die Linke das nicht stärker bekämpft, erstaunt mich», sagt Sozialwissenschaftlerin Christin Achermann.

Sie zieht den Vergleich mit dem am Sonntag …

Artikel lesen
Link zum Artikel