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Schweizer Bischöfe kritisieren Vitus Huonder wegen seiner Aussagen gegen Homosexuelle



Die Bischofskonferenz hat sich am Donnerstag erstmals geäussert zu den feindlichen Aussagen vom Churer Bischof Vitus Huonder gegen Homosexuelle. Die Kirche stehe für alle Menschen gleichermassen offen. Sie müsse «angemessene Wege finden, um dies auszudrücken».

«Die Kirche nimmt alle Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, vorbehaltlos an», schrieb die Bischofskonferenz in ihrer Mitteilung vom Donnerstag. Sie bezeichnete die Situation nach den Äusserungen des Churer Bischofs Vitus Huonder als «schwierig».

«Die Kirche nimmt alle Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, vorbehaltlos an.»

Huonder hatte Ende Juli in einem Vortrag im deutschen Fulda Textstellen aus dem Alten Testament zitiert, wonach Homosexualität eine Gräueltat sei, die mit dem Tod bestraft werde. Der Bischof hatte sich nach empörten Reaktionen auf seine Ansichten öffentlich entschuldigt, nachdem er in einer ersten Stellungnahme noch von einem Missverständnis gesprochen hatte.

Die Bischofskonferenz hatte sich von Montag bis Mittwoch im freiburgischen Givisiez zu ihrer ordentlichen Versammlung getroffen, wie es in der Mitteilung hiess.

Drei Anzeigen gegen Bischof Huonder in Chur hängig

Wegen seiner Äusserungen gegen Homosexuelle sind gegen Bischof Vitus Huonder aktuell drei Strafanzeigen bei der Churer Staatsanwaltschaft hängig. In diesen wird Huonder beschuldigt, öffentlich zu Verbrechen oder zu Gewalttätigkeit aufgerufen zu haben.

Zwei Anzeigen stammen von Privatpersonen, die aus dem Kanton Zürich beziehungsweise aus dem Kanton St.Gallen kommen. Die dritte reichte der Schwulenverband Pink Cross ein.

Das sagte ein Sprecher der Churer Staatsanwaltschaft am Donnerstag auf Anfrage der SDA. Die Anzeigen werden nun geprüft, über allfällige rechtliche Konsequenzen wird in rund zwei Wochen entschieden. Allenfalls werde Huonder zu einer Stellungnahme eingeladen.

Huonder hatte in einem Vortrag in Fulda Textstellen aus dem Alten Testament zitiert, wonach Homosexualität eine Gräueltat sei, die mit dem Tod bestraft werde. Der Bischof war nach empörten Reaktionen auf seine Ansichten in der Folge zurück gekrebst. (whr/sda)

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