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FILE - In this March 12, 2010 file photo, people use computers at an Internet cafe in Fuyang, in central China's Anhui province. The number of online microblog users in China dropped by more than 27.8 million in 2013, marking the first major decline in popularity of a social media genre that has offered a way to share unfiltered information in a country with strict controls, China Internet Network Information Center said in an annual report Thursday, Jan. 17, 2014. (AP Photo/File)

Sie heissen Eva Han und Rachel Li: Chinesische Spione versuchen mit Fake-Profilen Schweizer Entscheidungsträger anzuwerben.  symbolBild: AP/CHINATOPIX

Nehmt euch vor Lily Wu in Acht! So spioniert der chinesische Geheimdienst die Schweiz aus



Linkedin als Einfallstor für chinesische Spione. Chinesische Geheimdienste stehen im Verdacht, auch in der Schweiz wichtige Leute aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über das Internet auszuspionieren und sie schliesslich als Quellen gewinnen zu wollen.

Sie heissen Lily Wu, Eva Han und Rachel Li: Zu diesem Zweck sollen sie gefälschte Profile junger Mitarbeiter von Universitäten und Think-Tanks auf Social-Media-Plattformen wie Linkedin aufgeschaltet haben. «Der Nachrichtendienst des Bundes hat Kenntnis von Versuchen chinesischer Nachrichtendienste, über Plattformen wie Linkedin Informanten anzuwerben», sagt Sprecherin Isabelle Graber zur NZZ am Sonntag

Jede Person mit Zugang zu Informationen, die chinesische Geheimdienste interessierten, komme als Ziel der Annäherungs- und Anwerbungsversuche infrage. «Das können Parlamentarier, Beamte und Armeeangehörige, aber auch Bankmitarbeiter, Akademiker und Mitarbeiter von Forschungseinrichtungen sein.»

Tausende Betroffene in Deutschland

Wie viele Leute in der Schweiz betroffen ist, sagt der NDB nicht. Zum Vergleich: In Deutschland zählten die Behörden im vergangen Jahr mehr als 10'000 Anwerbungsversuche mit Fake-Profilen durch die Chinesen. Bei 5 Prozent sei es zu «weitreichenden Kontakten» gekommen. 

Diese Art von Industriespionage werde immer wichtiger, sagt Experte Chris Eckert zur NZZ am Sonntag. «Viele Mitarbeiter reagieren auf Kontaktnahmen in den Netzwerken ohne jeden Argwohn. Das stellt für viele Behörden und Firmen ein beträchtliches Risiko dar.»

«Chinesische Unternehmen und Investoren hegen ein besonderes Interesse am hiesigen Industrie- und Finanzsektor sowie an innovativen Unternehmen.»

Lagebericht NDB

Der Schweizer Nachrichtendienst wollte sich weiter nicht äussern. Immerhin schrieb der NDB in seinem Lagebericht 2016: «Chinesische Unternehmen und Investoren hegen ein besonderes Interesse am hiesigen Industrie- und Finanzsektor sowie an innovativen Unternehmen. Denn die Schweiz ist weltweit führend in Bereichen, in denen China Nachholbedarf hat.»

China rüstet auf

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