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Neues Ranking zeigt: So sicher ist die Reise mit Swiss, Emirates und Co. in Corona-Zeiten

benjamin weinmann / ch media

Ein neuer Index analysiert die Covid-Massnahmen der Fluggesellschaften – zum Nachteil der Schweizer Airlines. Diese üben jedoch Kritik.



Jahrelang war es der Preis: Für viele Kunden war er der entscheidende Faktor beim Entscheid, welche Airline man für die eigene Reise wählt. Doch in Corona-Zeiten stellt sich plötzlich auch die Frage: Wie hygienisch, wie Corona-sicher ist die Fluggesellschaft?

Parked planes of the airline Swiss at the airport in Zurich, Switzerland on Friday, 17 April 2020. The bigger part of the Swiss airplanes are not in use due to the outbreak of the coronavirus. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Fluggesellschaften wie die Swiss kämpfen nicht nur mit tiefen Preisen, sondern in Covid-Zeiten auch mit Hygienemassnahmen um die Gunst der Kunden. Bild: KEYSTONE

Erste Hinweise versucht der neue «Safe Travel Barometer» zu liefern. Vor wenigen Tagen verkündete die arabische Fluggesellschaft Emirates voller Stolz, laut der neuen Bewertung die sicherste Airline der Welt zu sein in Bezug auf die Corona-Massnahmen. Das Resultat: 4,4 von 5 Punkten. Die Bewertung basiert laut Emirates auf einer unabhängigen Prüfung von 26 Faktoren auf allen Reiseabschnitten. So habe die Airline die Sicherheits- und Hygienemassnahmen verstärkt, kostenlose Hygienekits, Schutzbarrieren an Check-in-Schaltern sowie persönliche Schutzausrüstungen und neue Sicherheitsprotokolle für die Crew lanciert. Das Badezimmer in der Kabine wird beispielsweise alle 45 Minuten während des Flugs gereinigt.

Swiss so gut wie Air Tahiti

In der Pressemitteilung von Emirates wird die Konkurrenz nicht erwähnt. CH Media hat sich das Ranking genauer angesehen. Gleich hinter Emirates folgen mit Etihad und Qatar zwei weitere Airlines aus dem Nahen Osten. Die beiden Schweizer Lufthansa-Töchter belegen bloss Plätze im Mittelfeld. Die Swiss erhält die Bewertung 3,7, genau wie Airlines wie Shandong, Transavia und Air Tahiti. Ihre Schwesterairline Edelweiss erhält 3,4 Punkte und Helvetic Airways bloss 2,1.

Emirates: 4,4

Etihad: 4,3

Qatar: 4,2

Singapore: 4,1

Air France: 4,1

Swiss: 3,7; Edelweiss: 3,4; Helvetic: 2,1 (Quelle: Safe Travel Barometer)

FILE- In this May 8, 2014 file photo, Emirates passenger planes are in use at Dubai airport in United Arab Emirates. Dubai Airports said Monday it plans to add 10 more A380 gates with air bridges at Dubai International Airport's Concourse C. That will leave the airport with a world record 47 gates designed for the aircraft. (AP Photo/Kamran Jebreili, File)

Sie haben am Besten abgeschnitten: Die arabische Airline Emirates. Bild: AP/AP

Putzen die arabischen Airlines also sauberer als die Schweizer? Swiss und Edelweiss möchten auf Anfrage die Resultate nicht kommentieren. Man habe von diesem «Safe Travel Barometer» gar keine Kenntnis. Man sei diesbezüglich auch nie kontaktiert worden. Tatsächlich wurde das Ranking erst dieses Jahr von der indischen Beratungsfirma Videc ins Leben gerufen. Für Rating-Agenturen sind solche Bewertungen ein Geschäft, da Firmen für die Benutzung der Auslobung oftmals eine Gebühr bezahlen müssen.

Eine Swiss-Sprecherin sagt, dass sich die Airline zu den strengsten Infektionsschutzstandards weltweit bekenne. Zusammen mit der Muttergesellschaft Lufthansa habe man die Charta der Europäischen Agentur für Flugsicherheit unterzeichnet. Diese sieht einheitliche Standards vor bezüglich der Maskenpflicht an Bord, der Filterung der Kabinenluft und der verstärkten Belüftung der Flugzeuge, die Reinigung an Bord und die Sicherheitsabstände beim Boarding und Deboarding. Zudem habe man eigene Massnahmen eingeführt, wie das Verteilen von Desinfektionstüchern an alle Passagiere.

Helvetic meldet Bedenken an

Auch bei Helvetic Airways, der Airline von Milliardär Martin Ebner, scheint man dem Resultat nicht recht trauen zu wollen: «Die Organisation sowie ihr Ranking waren uns bisher unbekannt und wir wurden über die Durchführung einer solchen Analyse nicht informiert», sagt ein Sprecher. Überhaupt seien solche Rankings immer mit viel Vorsicht zu geniessen.

«Diese Art der Studie belohnt gutes Marketing oder subjektive Elemente oft mehr als objektiv messbare Fakten.»

Sprecher von Helvetic Airways

Das Schutzkonzept von Helvetic bewähre sich täglich. Man werde aber die Ergebnisse des Rankings prüfen, da man für Verbesserungsvorschläge offen sei.

Personen beim boarding fuer den ersten Flug Belp-Mallorca der Fluggesellschaft FlyBair, am Samstag, 18. Juli 2020, in Belp. FlyBair ist eine virtuelle Fluggesellschaft und entstammt aus einem Crowdfounding und hat keine eigenen Flugzeuge. Die Fluege werden durch Flugzeuge der Fluggesellschaft Helvetic Airways abgedeckt. Zurzeit werden Fluege Belp-Mallorca, respektive Sion-Mallorca angeboten. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Auch Helvetic Airways äussert Bedenken bezüglich dieses Rankings. Bild: keystone

Laut Helvetic sind solche Bewertungen für Passagiere allerdings nur von marginaler Bedeutung. Oft hätten diese nicht mal Kenntnis davon, wenn sie einen Flug buchten. Viel wichtiger sei die Flugerfahrung mit dem Kabinenpersonal. «Mit der strikten Anwendung der Covid-19-Regeln tragen die Kabinenangestellten entscheidend zum Sicherheitsgefühl an Bord bei.» Auch Helvetic habe die Reinigung intensiviert, die Maskenpflicht eingeführt und befolge die Richtlinien der Zivilluftfahrtbehörden der EU und der Schweiz. Wasser werde zum Beispiel nur noch in geschlossenen PET-Flaschen und Sandwiches mit einer schützenden Verpackung verteilt.

Die Offensive von Emirates

Ob Emirates also tatsächlich die sicherste Airline während einer Pandemie ist, ist zumindest für die Konkurrenz nicht definitiv geklärt. Fakt ist jedoch, dass Emirates sehr früh in die Hygiene-Offensive ging. Und sie führte als erste grosse Airline eine kostenfreie Deckung von Corona bedingten, medizinischen Kosten ein für bis zu 150'000 Euro und Quarantänekosten von 100 Euro pro Tag, falls sich ein Passagier während der Reise mit dem Virus infizieren sollte. Auch mit den Ganzkörper-Schutzuniformen für die Crew war sie Vorreiterin. Seither sind andere Airlines ihrem Beispiel gefolgt.

Mehr zur Swiss:

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