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[Symbolic Image, Staged Picture, ] Sisters sitting on a couch in the living room use their smart phones while watching TV, photographed in Lucerne, Switzerland, on December 13, 2015. (KEYSTONE/Christof Schuerpf)

[Gestellte Aufnahme, Symbolbild, ] Geschwister benutzen ihre Smartphones waehrend sie im Wohnzimmer auf dem Sofa sitzend fersehen, aufgenommen am 13. Dezember 2015 in Luzern. (KEYSTONE/Christof Schuerpf)

Zu Hause rumsitzen und ins Handy schauen. So vertrieben sich viele Jugendliche die Pandemiezeit. Bild: KEYSTONE

Basler Politik will sich bei Jugendlichen mit Solidaritäts-Gutscheinen bedanken

Solidarität und Verzicht. Das verlangte man von den Jugendlichen im Pandemiejahr. Nun soll ihnen zum Dank etwas zurückgegeben werden. Findet zumindest die Basler Politik.



Über ein Jahr lang musste die Jugend verzichten, Rücksicht nehmen, kürzertreten. Das Sporttraining fiel aus, der Ausgang am Wochenende fand nicht statt, der Unterricht oder die Uni-Vorlesung gab es nur am Bildschirm, Kino, Bar oder Freizeitanlagen waren zu. Für Jugendliche galt, jenen Solidarität entgegenzubringen, die in der Pandemie besonders gefährdet sind.

Zeit, sich dafür zu bedanken. Das findet ein Zusammenschluss von Basler Politikerinnen von links bis rechts und hat dazu eine Motion eingereicht. Darin wird vorgeschlagen, dass Jugendlichen zwischen zwölf und zwanzig Jahren mit Gutscheinen oder Bons entgegenzukommen und ihnen so für die geleistete Solidarität was zurückzugeben. Den Motionären schweben beispielsweise Gutschriften für Restaurants und Geschäfte vor. Oder Eintrittskarten für Sport- oder Kulturveranstaltungen. Dies würde wiederum auch dem Basler Gewerbe zugutekommen, argumentieren sie.

«Während der Pandemie und auch jetzt noch greift der Kanton vielen Betrieben unter die Arme. Da dachte ich: ‹Und was macht man eigentlich für die Jungen?›»

Jenny Schweizer, SVP-Grossrätin Basel-Stadt

Nach dem Ja vom Parlament am Mittwoch liegt der Vorschlag nun auf dem Tisch des Basler Regierungsrates. Dieser hat drei Monate Zeit, Stellung zu beziehen, bevor der Vorstoss erneut im Grossen Rat besprochen wird. Jenny Schweizer, Mitunterzeichnerin und Basler SVP-Grossrätin sagt, es brauche ein wenig Fantasie, über eine Umsetzung dieses Vorschlags nachzudenken. Sie schlägt vor, für die Ideenfindung Schulen oder den Jungen Rat des Kantons Basel-Stadt mit einzubinden.

Wichtig ist ihr, dass nicht einfach Geld in ein Couvert gesteckt wird oder Rabattbons ausgestellt werden. «Das wäre zu unpersönlich. Ich will, dass man etwas überlegt dabei», sagt Schweizer. Möglichkeiten seien zu genüge vorhanden, schliesslich habe Basel viel zu bieten.

Als Mutter zweier Kinder im Alter von 16 und 18 Jahren habe sie selbst gesehen, wie toll das die Jugendlichen machen. Es sei nicht immer einfach gewesen, sie hätten sich eingeschränkt, während ältere Leute nach wie vor viel unterwegs waren. Während der Pandemie und auch jetzt noch greife der Kanton den Betrieben unter die Arme und helfen ihnen über die schwere Zeit. Schweizer sagt: «Da dachte ich: Und was macht man eigentlich für die Jungen?»

«Wer den Jungen etwas zurückgeben will, muss Freiräume zulassen und Subkulturen nicht mit Repression kaputt machen.»

Luca Maggi, Grünen-Gemeinderat Zürich

Eine Frage, die man sich auch in anderen Kantonen stellen könnte. Luca Maggi, Grünen-Gemeinderat in Zürich sagt: «Die Pandemie hat viele Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten zum Vorschein gebracht.» Es gebe viele, bei denen man sich jetzt bedanken müsste oder besser noch, für die geleistete Arbeit einen anständigen Lohn bezahlen sollte. Er denke dabei an das Pflegepersonal, an Postangestellte oder auch an Kassiererinnen.

Dass man sich auch bei den Jugendlichen bedankt, die im vergangenen Jahr auf vieles verzichteten und grosse Solidarität aufbringen mussten, findet er ein sympathisches Anliegen.

Maggi gibt aber zu bedenken, nicht vergessen dürfe man jene Jugendlichen, die wegen Altersbeschränkungen noch gar keinen Zutritt zu Bars und Clubs sowie Sport- oder Kulturveranstaltungen haben. «Wer den Jungen etwas zurückgeben will, muss Freiräume zulassen und Subkulturen nicht mit Repression kaputt machen.» Das gehöre hier mitgedacht.

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