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Kommentar

Warum wir noch nicht lockern können – und was das mit den Corona-Mutationen zu tun hat

In der letzten Woche wurden über 2000 Mutanten-Infektionen entdeckt. Die Zahlen zur hochinfektiösen Variante kommen langsam ans Licht. Sie geben keinen Grund zur Hoffnung.



Zugegeben: Die Stimmung ist vielerorts am Boden. Die Skiferien stehen vor der Türe und werden ohne Schnipo, Après-Ski und Kafi am Pistenrand stattfinden. Das Studium beginnt bald wieder – gebüffelt wird aber weiterhin von zuhause aus. Die Clubs bleiben geschlossen, Fussball gucken wir weiterhin nicht im Stadion.

Und das alles, obwohl die Fallzahlen im Sinkflug sind.

Ende 2020 analysierten wir auf watson die verzwickte Lage des Bundesrates: Trotz positiver Tendenz bei den Corona-Statistiken musste die Schweiz in einen Quasi-Shutdown.

Begründet wurde das so: Die Schweiz wird von den Mutanten getroffen. Die Fallzahlen werden wieder ansteigen, sollte die Politik nicht für einmal proaktiv handeln. Unser Fazit war: Je nach dem, wie rasch die Epidemie abflacht, dürften härtere Massnahmen mit jedem Shutdown-Tag zunehmend das Vertrauen in die Politik reduzieren.

Genau das trat nun ein. Sinkende Fallzahlen brachten Nationalrätinnen und Ständeräte sowie ihre Parteien dazu, laut nach «Öffnungen» und «Lockerungen» zu rufen. Das willkürliche Wirrwarr an Massnahmen präsentiert sich in überfüllten Trams, riesigen Warteschlangen vor Skiliften – bei gleichzeitig geschlossenen Läden und Restaurants.

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Dennoch wäre es falsch, sich zu sehr über baldige Öffnungen zu freuen. Es wäre sogar gefährlich. Die Annahmen hinter den Befürchtungen des Bundesrates sind nämlich noch nicht gebannt, wie watson erstmals anhand neuer Daten aufzeigen kann.


Die Fallzahlen (blau und Magenta) teilen sich die linke Achse. R-Wert und Mutantenanteil (violett und schwarz) haben eine eigene, schematische Achse.

Ja, die Fallzahlen sinken. Die vermutlich deutlich ansteckendere Mutation des Coronavirus breitet sich aus. Gemeint hier ist die sogenannte «N501Y-Mutation», die das Coronavirus ersten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge deutlich ansteckender macht. Zwei solche Mutanten wurden als «britische» (B.1.1.7) und «südafrikanische» (B.1.351) Variante bekannt.

Und das tut sie mit einem Tempo, die weiterhin jede verhältnismässige Massnahme rechtfertigt, um die Epidemie in den Griff zu bekommen. Für Lockerungen ist es deshalb eindeutig zu früh – auch wenn der Bundesrat die Restaurants und Freizeitanlagen nach heutigem Stand Ende Februar wieder öffnen will.

Das Coronavirus ist und bleibt auch ein Jahr nach dem weltweiten Ausbruch keine einfache Grippe. Dieser leidige «Käfer» verursacht immer noch viele Tote und schwere Krankheitsverläufe, mit denen Betroffene lange zu kämpfen haben – Stichwort «Long Covid».

Die Schicksale unserer Freunde, unserer Eltern und Grosseltern liegen in unser aller Verantwortung. Das dürfen wir nicht vergessen, wenn wir auf ein baldiges Ende dieser bedrückenden Lage hoffen. Die Schlüsse, die wir daraus ziehen, entscheiden, wie die Schweiz den Mutanten in den Griff kriegt.

Und die Zahlen erlauben derzeit nur einen Schluss: Durebiisse. Dann kann 2021 wirklich besser werden als das Schreckensjahr zuvor.

Hinweis zu den Daten

Die Zahlen zu den erfassten und sequenzierten Mutanten erhielten wir für den Zeitraum der letzten Woche auf Anfrage vom BAG. Die Mutantenanteile bei den Sequenzierungen wurden von Laboren in Zusammenarbeit mit der Science Task Force veröffentlicht.

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