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Trotz Negativzinsen: SNB sieht noch weiteren Spielraum für Zinssenkungen



Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist mit ihrem Negativzins von 0.75 Prozent noch nicht am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt. «Wir gehen davon aus, dass wir, falls nötig, noch einen gewissen weiteren Zinssenkungsspielraum haben», sagte SNB-Direktoriumsmitglied Andréa Maechler am Donnerstagabend in Genf.

ARCHIV - The Swiss National Bank, SNB, photographed Thursday, 15 January 2015, in Bern, Switzerland. - Die Devisenbestaende der Schweizerischen Nationalbank (SNB) haben im Januar erneut zugenommen, jedoch weniger stark als vor der Aufhebung des Euromindestkurses. Dies ist ein Indiz dafuer, dass auch die Marktinterventionen weniger stark ausgefallen sind als vor der Franken-Entkoppelung. Die Devisenreserven stiegen im Januar um 3,27 Mrd. Franken, wie die SNB am Freitag mitteilte. Demnach verfuegte die Nationalbank Ende Januar ueber Reserven in der Hoehe von 498,4 Mrd.Franken. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Laut der SNB bestünde trotz Negativzins noch ein gewisser Zinssenkungsspielraum. Bild: KEYSTONE

Das Potenzial für Zinssenkungen im negativen Bereich sei durch die effektive Zinsuntergrenze begrenzt, sagte Maechler in einer Rede am Geldmarkt-Apero. Diese Untergrenze werde unter anderem durch die Kosten der Bargeldhaltung bestimmt. «Wo diese Zinsuntergrenze liegt, ist nicht exakt bestimmbar.»

Die Übertragung des negativen Zinses auf die Geld- und Kapitalmärkte verlaufe bei einer Zinsänderung im negativen Bereich praktisch gleich wie im positiven Bereich.

Dagegen sei im Bankensystem die Übertragung des Negativzinses uneinheitlich. Da die Einlagenzinsen der Banken mehrheitlich bei null verharrten, seien auch die Kreditzinsen, insbesondere jene am Hypothekarmarkt, weniger stark gesunken als die Zinssätze am Geld- und Kapitalmarkt.

«Diese unvollständige Transmission auf die Kreditzinsen ist aus Sicht der Nationalbank im aktuellen Umfeld nicht unerwünscht», sagte Maechler.

Kaufprogramme wirken

Bezüglich der Auswirkungen des Negativzinses auf die Investoren stelle die SNB fest, dass vor allem inländische Anlagen gesucht würden. Die von der Wirtschaft erzielten Leistungsbilanzüberschüsse würden nämlich meist in Franken umgetauscht und nicht, wie früher, im Ausland investiert.

«Dies trägt massgeblich zur Frankenstärke bei. Hier wäre die Bereitschaft der grossen Investoren, gewisse zusätzliche Risiken auf sich zu nehmen, geldpolitisch durchaus erwünscht», sagte Maechler. Die SNB hält den Franken nach wie vor für signifikant überbewertet.

Die geldpolitische Lockerung der grossen Zentralbanken durch ihre billionenschweren Kaufprogramme von Wertpapieren an den Finanzmärkten zeigten Wirkung. Die Programme der US-Notenbank Fed, der Europäischen Zentralbank (EZB), der Bank of England und der japanischen Notenbank dürften über die verschiedenen Währungsräume hinweg die Zinsen zehnjähriger Staatsanleihen im Mittel um gut einen halben Prozentpunkt reduziert haben, sagte Maechler. (sda)

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