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Joseph Bonnemain präsentiert sich als Bischof für alle



Das Bistum Chur hat knapp zwei Jahre nach dem Rücktritt von Vitus Huonder einen neuen Bischof. Der 72-jährige Joseph Maria Bonnemain wurde am späten Freitagnachmittag in der Kathedrale in Chur geweiht.

Kardinal Kurt Koch, links, weiht Joseph Maria Bonnemain, rechts, zum neuen Bischof von Chur, am Freitag, 19. Maerz 2021 waehrend der Bischofsweihe und Amtseinsetzung von Joseph Maria Bonnemain in der Kathedrale Maria Himmelfahrt in Chur. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Kurt Kardinal Koch, links, weiht Joseph Maria Bonnemain, rechts, zum neuen Bischof von Chur, am Freitag, 19. März 2021. Bild: keystone

Der in Spanien aufgewachsene Sohn einer Katalanin und eines Jurassiers präsentierte sich in Worten und in der Symbolik als ein Bischof für alle. Auf seinen Wunsch hin prägten Frauen aus der Diözese weite Teile der feierlichen Zeremonie - mit Gebet, Lesung oder der Überbringung von Segnungswünschen.

Als Gäste hatte Bonnemain auch Randständige von der Zürcher Langstrasse in die Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt eingeladen: Prostituierte, Stricher und Flüchtlinge. Einladungen gingen zudem an Vertreter anderer Religionen.

Joseph Maria Bonnemain wird zum neuen Bischof von Chur geweiht, am Freitag, 19. Maerz 2021 waehrend der Bischofsweihe und Amtseinsetzung von Joseph Maria Bonnemain in der Kathedrale Maria Himmelfahrt in Chur. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Joseph Maria Bonnemain wird zum neuen Bischof von Chur geweiht, in der Kathedrale Maria Himmelfahrt in Chur. Bild: keystone

«Jeder Mann und jede Frau ist kostbar», erklärte Bonnemain in seiner ersten bischöflichen Erklärung. Diese hielt er in den drei Sprachen des Bistums: Deutsch, Italienisch und Rätoromanisch.

Einheit und Vielfalt gleichzeitig

Anderen nicht mit Respekt zu begegnen, habe das Bistum krank gemacht, sagte das neue Oberhaupt. «Streben wir im Bistum die Einheit an und lassen die Vielfalt aufblühen», forderte er die Gläubigen auf.

Von den Pfarreien des Bistums verlangt der neue Bischof, stärker auf Menschen zuzugehen und diese auch aufzusuchen, etwa Bedürftige. Geh-hin-Kirche nennt er seine Vision eines «geheilten» Bistums Chur. Sein Bischofsmotto lautet in Anlehnung an Papst Franziskus: «Der Mensch ist der Weg der Kirche».

Viele würden von Bonnemain erwarten, dass er Brücken baue im gespaltenen Bistum Chur, sagte der Kurienkardinal Kurt Koch. Er war aus Rom angereist, um Bonnemain zum Bischof zu weihen.

Es sei aber falsch, alle Erwartungen auf das Brückenbauen zu legen, warnte der Schweizer Kardinal. Die Mitglieder des Bistums müssten bereit sein, diese Brücken auch zu betreten und sich darauf die Hand zu reichen.

Pandemie-bedingt nur 100 Mitwirkende und Gäste

Wegen der Corona-Pandemie wurde der feierliche Anlass nur mit einer beschränkten Anzahl von geladenen Gästen durchgeführt. Zusammen mit den Mitwirkenden der Zeremonie waren nur etwa 100 Personen in der Kathedrale. Die Weihe des Bischofs wurde darum live im Internet übertragen und dort von zahlreichen Gläubigen verfolgt.

An der Zeremonie wirkten Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz mit, die allem Anschein nach vollständig erschienen war. Aus der Diözese Chur nahmen Männer und Frauen teil, die im Bistum unterschiedlichste Funktionen wahrnehmen.

Eingeladen waren zudem Vertreter der Politik aus verschiedenen Teilen des Bistums. Aus dem Kanton Zürich war Regierungsrat Mario Fehr (SP) angereist, der Kanton Graubünden wurde von Regierungspräsident Mario Cavigelli (CVP) repräsentiert.

Erst als Student in die Schweiz gekommen

Der neue Churer Bischof erblickte am 26. Juli 1948 in Barcelona das Licht der Welt. In Spanien wuchs er als Auslandschweizer auf und besuchte dort Primar- und Mittelschule bis zur Matura 1967.

In der Schweiz studierte Bonnemain Medizin und schloss mit der Doktorwürde ab. 1978 wurde er zum Priester der Prälatur Opus Dei geweiht. Die erste Messe als Priester feierte er in der Pfarrei St. Anton in Zürich.

1981 wurde Bonnemain zum Diözesanrichter ernannt, ein Jahr später erfolgte die Berufung zum Vizeoffizial. Vorsitzender (Offizial) des Gerichtswesens der Diözese Chur wurde er 1989. Daneben war er in Zürich unter anderem als Spitalseelsorger tätig. (sda)

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