Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ein Stück Normalität mehr: Ab heute sind die Schweizer Grenzen wieder offen



Ein Schweizer Grenzwaechter kontrolliert einen Bus am Grenzuebergang in Rheinfelden, am Mittwoch, 18. Maerz 2020. Der Bundesrat hatte am Montag den nationalen Notstand erklaert. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Bild: KEYSTONE

Die Schweiz hat am Montag um Mitternacht die Landesgrenzen für EU- und Efta-Bürger wieder geöffnet, es herrscht damit wieder die volle Personenfreizügigkeit. Das Ereignis wurde mancherorts gebührend gefeiert.

Unter viel Applaus, Bravo- und «die Mauer muss weg»-Rufen der Zuschauer wurden die Metallelemente zur Grenzsicherung zwischen Konstanz und Kreuzlingen zur Seite geräumt. Vertreter beider Seiten durchtrennten gleichzeitig die Kabelbinder zwischen einzelnen Zaunelementen und trafen sich in der Mitte zwischen dem doppelten Zaun.

Der Kreuzlinger Stadtpräsident Thomas Niederberger und der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt hatten jeweils eine Flasche Wein mitgebracht, um anzustossen. Dass die beiden zusammengewachsenen Städte jetzt nicht mehr getrennt sind, sei «ein super gutes Gefühl», sagte Niederberger.

Feier auch in Basel

>> Coronavirus: Hier gehts zum Liveticker

Grosse Freude auch in Basel: Behördenvertreter aus der trinationalen Region Basel feierten am Morgen das Ende der dreimonatigen Grenzschliessung. Für die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann war dieser Anlass «ein starkes Zeichen gegenseitiger Wertschätzung».

Das Lebensgefühl des Dreiländerecks habe ihr in den vergangenen Monaten schmerzlich gefehlt, sagte Ackermann an der Feier auf der Dreiländerbrücke zwischen Weil am Rhein D und Huningue F.

Nun gelte es, über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit eine weitere Grenzschliessung dieser Art zu verhindern, sagte die Basler Regierungspräsidentin weiter. Dazu müssten die Anliegen der Region im Dreiländereck verstärkt gemeinsam nach Bern, Paris und Berlin getragen werden.

Auch Behördenvertreter aus Deutschland und Frankreich freuten sich über die Wiedereröffnung der Grenzen. Während der Grenzschliessung sei die Region enger zusammengewachsen. Es habe sich gezeigt, «dass wir nicht nur Nachbarn oder Partner, sondern Freunde sind», hiess es an der Feier.

Einkaufen im Ausland wieder möglich

Die Grenzöffnung wurde bereits am frühen Morgen von vielen Menschen genutzt, wie es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bei der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) hiess. So sei am Autobahn-Grenzübergang Rheinfelden viel Verkehr gewesen.

Ein Ansturm von Einkaufstouristen aus der Schweiz war im Warenhaus Rheincenter in Weil am Rhein D indes nicht auszumachen. Auch in Konstanz war zwar kein Ansturm von Einkaufstouristen zu verspüren, in den Geschäften und Restaurants war aber mehr los als üblicherweise zum Wochenstart.

Der erhoffte Ansturm an Einkaufstouristen blieb aber aus. «Es ist ein Wochentag. Die Leute müssen arbeiten», sagte Peter Herrmann, Manager des Lago-Centers in Konstanz, der sich über die Rückkehr der Normalität freut. Er rechnet mit rund 25'000 bis 28'000 Besuchern. Im «Lago» machen die Einkäufe von Schweizerinnen und Schweizer laut Herrmann rund 30 bis 35 Prozent des Umsatzes aus.

Am Zoll in Konstanz liessen sich am Morgen die ersten Einkaufstouristen ihre Belege für die Rückerstattung der Mehrwertsteuer abstempeln. Seit dem 1. Januar 2020 muss für die Rückerstattung der Einkauf in einem Geschäft an einem Tag 50 Euro übersteigen.

Nachbarländer: Reisen in ÖV mit Masken

Derweil in der Schweiz in den öffentlichen Verkehrsmitteln keine Maskenpflicht herrscht, muss in Fernverkehrszügen (ICE/IC/EC) in Deutschland eine Maske aufgesetzt werden. Je nach Bundesland können abweichende Regelungen in Regionalzügen und S-Bahnen bestehen.

Auch auf allen Reisen in öffentlichen Verkehrsmitteln in Frankreich und Italien gilt eine Maskenpflicht. Zudem müssen weitere Hygieneregeln eingehalten werden. In Österreich gilt ebenfalls in allen öffentlichen Verkehrsmitteln eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht. Sobald ein Zug über die Schweizer Grenze ins Ausland rollt, müssen Reisende also eine Schutzmaske aufsetzen.

Lockerungen seit Mitte Mai

Zwischen der Schweiz, Österreich und Deutschland waren die Einreisebeschränkungen bereits am 16. Mai gelockert worden. Die Grenzübergänge zwischen der Schweiz sowie Deutschland und Österreich waren seither geöffnet.

Es fanden lediglich risikobasierte, aber keine systematischen Grenzkontrollen mehr statt. Die Grenzen zu diesen zwei Ländern durfte aber nur passieren, wer in einer grenzüberschreitenden Beziehung lebt, Verwandte besuchen will oder im anderen Land eine Zweitwohnung hat.

Ursprünglich wollte die Schweiz die Grenzen am 15. Juni nur zu den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Österreich vollständig öffnen. Italien hatte seine Grenzen unilateral bereits am 3. Juni geöffnet. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Sicheres Contact-Tracing, Made in Switzerland

So wirkt sich eine Maske auf die Verbreitung von Viren aus

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Abendländer 15.06.2020 19:13
    Highlight Highlight Es ist an der Zeit der Benefit aller Einkaufstouristen pro Kopf zu ermitteln, jährlich in der TAB_44 der AHV zu Bilanzieren und im Ruhestand dieser Personen die AHV Rente entsprechend zu reduzieren
  • Garp 15.06.2020 12:27
    Highlight Highlight Gut, dass die Engländer, wenn sie nach Hause gehen 14 Tage in Quarantäne. Da werden nicht viele kommen. Etwas differenzierter hätte man schon sein können, bei de Grenzöffnungen.
  • Hoci 15.06.2020 06:32
    Highlight Highlight Padst super zur Meldung, dass es in Peking und sonst auf der Welt weiterhin zu Ausbrüchen und zweiter Welle kommt. Auch wir haben steigende Zahlen.
    Quarantäne wäre das mindestens, aber dazu sind wir uns zu Schade.
    • Garp 15.06.2020 14:30
      Highlight Highlight Eine richtige zweite Welle gibt es noch nirgends. Die Gefahr besteht, aber die Welt ist so vernetzt und auch abhängig von offenen Grenzen, dass man nun auch nicht ständig alles dicht machen kann und überall 14 Tage Quarantäne verordnen ist nicht zielführend.

Zahlen zum Coronavirus in der Schweiz und der internationale Vergleich

Während sich die Lage in der Schweiz wieder etwas beruhigt, nimmt die Verbreitung des Virus international weiter zu. Alle relevanten Zahlen auf einen Blick.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Am 24. Februar 2020 fiel der erste Test in der Schweiz positiv aus: Eine Person im Tessin hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Die meisten neuen Fälle an einem Tag gab es bisher am 27. März mit 1390 Meldungen. So hat sich die Kurve in der Schweiz seit Beginn entwickelt:

In der Schweiz scheint das Coronavirus aktuell unter Kontrolle zu sein. In diversen Kantonen wurden in den letzten zwei Wochen keine neuen Infektionen mehr gemeldet.

Bisher am …

Artikel lesen
Link zum Artikel