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«Worst Case Szenario»: Credit-Suisse-Aktie ist nicht mal halb so viel wert wie Anfang Jahr



Die Aktien der Credit Suisse sind am Mittwoch erstmals unter zehn Franken gefallen. Analysten sind sich einig, dass damit eine wichtige psychologische Grenze unterschritten wurde. Der Verlust liegt allein in diesem Jahr bei 51 Prozent.

«Ökonomisch ist der Wert unter 10 Franken nicht relevant, aber psychologisch hat das gewisse Auswirkungen»

Andreas Venditi, Analyst der Bank Vontobel

Nach der Eröffnung am Mittwoch Morgen sackten die Anteilsscheine der zweitgrössten Schweizer Bank in einem schwachen Gesamtmarkt auf ein Rekordtief von 9.91 Franken, erholten sich dann etwas um erneut abzusacken auf einen neuen Tiefststand 9.85 Franken. 

«Ökonomisch ist der Wert unter 10 Franken nicht relevant, aber psychologisch hat das gewisse Auswirkungen», kommentierte Andreas Venditi, Analyst der Bank Vontobel gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Mit dem unter 10 Franken gesunkenen Kurs der Credit Suisse sei eine Art «Worst Case Szenario» eingetreten, zitiert die Finanznachrichtenagentur AWP Marktteilnehmer.

«Man kann kritisieren, dass die CS mit dem Entscheid, das Investmentbanking verkleinern zu wollen, zu spät kommt.»

Andreas Venditi, Analyst der Bank Vontobel

Brexit behindert Strategiewechsel

Die Verluste der CS spiegelten nicht so sehr ein Misstrauen der Anleger gegenüber der Strategie der Bank als solche, erklärt Venditi. CS-CEO Tidjane Thiam will das Investmentbanking verkleinern, in Asien Kunden gewinnen und das Schweizer Geschäft der Bank aus der Gruppe herauslösen um es separat an die Börse zu bringen.

Das Problem sei vielmehr, dass sich mit dem Brexit-Entscheid der Briten das Umfeld dermassen verschlechtert hat, dass die Umsetzung dieser Strategie sehr viel schwieriger geworden ist. Venditi sagt denn auch: «Man kann kritisieren, dass die CS mit dem Entscheid, das Investmentbanking verkleinern zu wollen, zu spät kommt.»

«Ich sehe keinen relevanten Unterschied zwischen dem Minus von 51 Prozent bei der CS und dem Minus von 47 Prozent bei der Deutschen Bank.»

Andreas Venditi, Analyst der Bank Vontobel

UBS vom Brexit weniger betroffen

Im Vergleich dazu hat die andere Schweizer Grossbank UBS mit dieser Verkleinerung des Investmentbankings bereits vor vier bis fünf Jahren begonnen und damit einen bedeutend günstigeren Zeitpunkt erwischt. Deswegen wird sie nicht im gleichen Ausmass wie CS abgestraft.

Vergleichbar ist der Einbruch der CS hingegen mit jenem der Deutschen Bank. «Ich sehe keinen relevanten Unterschied zwischen dem Minus von 51 Prozent bei der CS und dem Minus von 47 Prozent bei der Deutschen Bank», sagt Venditi. Beide Banken gehören zu den grössten Verlierern des Brexit, weil sie gleichermassen dünn kapitalisiert sind und mitten in der Restrukturierung stecken.

Doch der Brexit stürzte nicht nur CS (-21,23 Prozent seit 22. Juni) und die Deutsche Bank (-18,97 Prozent durch den Brexit) in Tiefe. Die Grossbankaktien in ganz Europa verloren seit dem 22. Juni auf breiter Front, so die Royal Bank of Scotland (-35,73 Prozent), Barclays (-25,36 Prozent) oder die Commerzbank (-18,47 Prozent). Die Gewinnerwartungen in den Sektor sind eingebrochen, weil durch den Brexit die Unsicherheit zu den europaweit gestiegenen politischen Risiken gestiegen sind. (whr/sda/reu)

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