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CS und UBS: 25 Milliarden Franken Kosten für Altlasten aus der Finanzkrise



Die beiden Grossbanken Credit Suisse (CS) und UBS haben für Rechtskosten im Zusammenhang mit der Finanzkrise mehr als 25 Milliarden Franken aufgeworfen. Insgesamt summieren sich die Zahlungen für Bussen der 18 grössten amerikanischen und europäischen Banken auf schätzungsweise 260 Milliarden Dollar.

Am höchsten war die Bussenlast mit 65 Milliarden Dollar im Jahr 2014, wie aus dem Bussenbarometer hervorgeht, das die «Finanz und Wirtschaft» (FuW) am Freitagabend vorgelegt hat.

Demnach summieren sich bei der UBS die Kosten für Rechtsfälle seit 2009 auf fast 12 Milliarden Franken. Gemessen an dem über diese Zeit erwirtschafteten Vorsteuergewinn entspreche dieser Betrag knapp einem Drittel, so die «FuW».

ARCHIVBILD ZUM KORRIGIERTEN GEWINN DER UBS --- Sergio Ermotti, CEO of Switzerland's bank UBS, speaks during a press conference in Zurich, Switzerland, Tuesday, January 22, 2018.  (KEYSTONE/Ennio Leanza).

UBS-CEO Sergio Ermotti. Bild: KEYSTONE

Noch drastischer sieht es bei der CS aus: Für Bussen und Rückstellungen schlagen 13 Milliarden Franken zu Buche. Das entspricht fast der Hälfte des über die Zeit erwirtschafteten Vorsteuergewinns.

Bisher höhere Kosten für CS

Die Rechtskosten sind bei der CS höher, weil die Grossbank im Januar 2017 neben einer Busse direkt an die US-Justizbehörde (DoJ) zudem einen Milliardenbetrag für künftige Erleichterungen für US-Wohnhypothekarnehmer bezahlen musste. 2,5 Milliarden Dollar fielen für die Busse an, weitere 2,8 Milliarden Dollar für die Hypothekarnehmer. So kamen insgesamt 5,3 Milliarden Dollar zusammen, im Zusammenhang mit Wertpapieren, die mit Hypotheken gesichert waren, sogenannte RMBS.

Hinzu kamen Kosten für diverse Steuerstreitigkeiten, die laut «FuW» bei der CS ebenfalls höher ausfallen als bei der UBS. Allein die Kosten für Bussen in den USA beliefen sich auf 1,3 Milliarden Dollar.

epa06523579 Tidjane Thiam, CEO of Swiss bank Credit Suisse, attends a press conference of the full-year results of 2017 in Zurich, Switzerland, 14 Feburary 2018.  EPA/ENNIO LEANZA

Tidjane Thiam, CEO der Credit Suisse. Bild: EPA/KEYSTONE

Die UBS hingegen gehört zu den wenigen Banken, die sich mit dem DoJ noch nicht zu den RMBS geeinigt hat. Allerdings hat die Bank bereits in anderen RMBS-Fällen Zahlungen geleistet. Zuletzt einigte sie sich Ende März mit der Staatsanwaltschaft des Bundesstaates New York auf einen Vergleich in Höhe von 230 Millionen Dollar.

Im Steuerstreit hatte sich die UBS früh mit den Behörden in den USA geeinigt. Die UBS musste Kundendaten an die USA liefern, kam aber angesichts der frühen Einigung noch während der Finanzkrise mit der Zahlung lediglich der entgangenen Steuereinnahmen davon. Die CS musste auch eine Busse bezahlen.

Libor-Fall für UBS am teuersten

Die teuerste Altlast der UBS ist die Marktmanipulation beim Libor. Die Einigung kostete die Bank 1,4 Milliarden Dollar. Zudem musste die Bank ein strafrechtlich relevantes Schuldeingeständnis ablegen.

In den Kosten der UBS noch nicht enthalten ist die Kaution von 1,1 Milliarden Dollar, die die Bank in Frankreich wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur Steuerhinterziehung hinterlegen musste, so die «FuW». Die UBS hat entschieden, sich in diesem Fall mit Frankreich nicht zu einigen, sondern vor Gericht zu ziehen. Zurückgestellt habe die UBS dafür bisher 200 Millionen Franken, schreibt die «FuW».

Weltweit am höchsten waren laut dem Bussenbarometer die Kosten für RMBS. Wegen solcher minderwertiger Verbriefungen haben Banken bislang über 150 Milliarden Dollar bezahlt. Den Spitzenplatz der bislang teuersten Rechtsfälle belegt hier die Bank of America, gefolgt von J.P. Morgan. Die CS figuriert auf der Liste der zehn teuersten Fälle auf Platz 9; die UBS ist in dieser Top-Ten nicht aufgeführt. (sda)

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