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Noch haben die Strände Thailands Ruhe von den ratternden Longtail-Booten. Die Frage ist, wie lange noch. Bild: shutterstock

Trotz 0 Umsatz macht Globetrotter-Chef Hoffnung: «Fernreisen erleben 2021 ein Comeback»

Wegen Corona stehen die Reisebüros mit dem Rücken zur Wand. Globetrotter etwa verzeichnet einen Umsatzeinbruch von rund 80 Prozent. Der «Traveller der Nation» bleibt trotzdem zuversichtlich. Und hofft, dass die Leute schon bald ihren Backpacker-Rucksack wieder schnüren können.



Ob Nepal-Trekking, USA-Campertrip oder Südsee-Tauchsafari: Corona hat 2020 so manche Reiseträume platzen lassen.

Dies spürt insbesondere die auf Fernreisen spezialisierte Globetrotter-Group, nach Hotelplan, Kuoni und Tui die Nummer 4 der Schweizer Reisebüros. «Seit Mitte März läuft bei uns praktisch nichts mehr», sagt Globetrotter-Chef André Lüthi. Der Umsatz des Reiseunternehmens ist 2020 um «historische» 78 Prozent auf 53 Mio. Franken eingebrochen, wie die Firma am Mittwoch mitteilt. Die Einnahmen stammten aus dem Januar und Februar. Unter dem Strich klafft ein Verlust von mehreren Millionen Franken.

Der «Traveller der Nation» hat aber die Hoffnung nicht verloren. Globetrotter-Lüthi geht davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte Fernreisen ein Comeback erleben und die meisten Länder wieder bereist werden können. «Der Impfpass mit der Covid-Impfung gehört dann ins Reisegepäck wie der Pass», so Lüthi.

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Will bald nach Nepal: Globetrotter-Chef André Lüthi. Bild: sda

Damit es soweit kommt, müssen aber Länder Reise-Restriktionen für geimpfte Traveller aufheben. Wann dies passiert, ist noch völlig offen.

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Die Reiselust der Menschen scheint trotz Corona ungebrochen. «Für einige Spezialreisen im Herbst verzeichnen wir bereits hohe Buchungsstände», sagt Lüthi zu watson.

«Ich will so bald wie möglich nach Nepal. Das ist ‹mein› Land.»

André Lüthi

Für den Berner ist bereits jetzt klar, wohin seine erste Fernreise des Jahres führen wird: «Ich will so bald wie möglich nach Nepal. Das ist ‹mein› Land.» Gerade Entwicklungsländer seien dringend auf die Einnahmen von Touristen angewiesen.

Ein Viertel weniger Mitarbeitende

Die Corona-Krise wirkt sich auf den Personalbestand bei Globetrotter aus, der um rund ein Viertel geschrumpft ist. Dies aufgrund von natürlichen Abgängen aber auch von Kündigungen, «die man leider aussprechen musste». Im Herbst sorgte Globetrotter für Schlagzeilen, weil Angestellte selbst bestimmen konnten, wer gefeuert wird.

Gegenwärtig würden noch 320 Beschäftigte für die Globetrotter-Gruppe arbeiten. Man habe nicht alle Angestellten in den 14 Firmen auf Kurzarbeit setzen können. «Dies ist bei einem Teil der Fall – der andere war während des ganzen Jahres mit Umbuchungen, Annullationen und anderen Kundenfragen beschäftigt. Notabene, ohne einen Franken Umsatz zu generieren», so Lüthi.

Für das neue Jahr 2021 rechnet Globetrotter nochmals mit einem Umsatzeinbruch von 60 Prozent gegenüber dem Jahr 2019, als die Gruppe 243 Millionen Franken Umsatz erzielt hatte.

Der Schweizerische Reisebüroverband vermutete im September, dass wegen Corona bis 3000 Vollzeitstellen in der Reisebranche verloren gehen. Lüthi fordert darum, dass der Bund bei der Härtefall-Entschädigung das Zepter übernimmt. «Und zwar jetzt. In diversen Branchen sind viele Betriebe kurz vor dem Aus.»

(mit Material von keystone-sda)

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