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Der Geist der «420»-Subkultur: gemeinsam Gras rauchen. Bild: imgur

Heute ist Kiffer-Feiertag: Wir erklären, was es mit «420» auf sich hat



Der 20. April wird von einer immer breiteren (qualmenden) Masse als Kiffer-Feiertag zelebriert. Diese Bewegung kommt – oh, Wunder – aus den USA, stösst aber zusehends auch in unseren Breitengraden auf praktizierende Zustimmung. Deshalb ein kurzer Überblick, was eigentlich dahinter steckt.

Die Legende

Der Wind trug in den frühen 1970er-Jahren sorgsam ein Gerücht über den Pazifik, ehe er es an der San Rafael High School in den Schoss von fünf Freunden, sie sollen fortan «die Waldos» genannt werden, legte. Das Gerücht, so zart und zerbrechlich es war, musste einem Paradies entsprungen sein, handelte es sich doch um eine verlassene Marihuana-Plantage in Point Reyes, lediglich 45 Auto-Minuten von der High School entfernt.

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Die Waldos, einige Jahre nach ihrer High-School-Zeit. Bild: 420waldos

Hinweis

Dieser Artikel wurde bereits 2018 veröffentlicht. Themengerecht machen wir es uns bequem und präsentieren ihn erneut.

Die Waldos liessen sich von diesem lieblichen Sirenengesang (und nur von dem!) den Kopf vernebeln und beschlossen, die Plantage zu finden. Als Treffpunkt galt die Louis-Pasteur-Statue der High School. Und zwar um 4.20 PM (oder einfach zwänzgabvieri am Namittag), weil ab dann der Schulalltag ruhte. Auf den Fluren der Schule erinnerten sich die Waldos gegenseitig mit der kryptischen Bezeichnung «4.20 Louis» an die bevorstehenden Expeditionen.

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Die sagenumworbene Statue von Louis Pasteur an der San Rafael High School. Bild: wikipedia

Obwohl sie niemals fündig wurden, gönnten sich die Jungspunde auf diesem und anderen Abenteuern, die sie Safaris nannten, gehörig Marihuana. Daraufhin wurde «420» (four-twenty) bald nur noch für Marihuana-Konsum verwendet. Die mit den Waldos befreundete Band «The Grateful Dead» übernahm den Slang-Code und trug diesen an eine breitere Masse. Der Samen der Legende ward gesät.

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Erste Flagge zur Feier des «420». Bild: 420waldos

Die echten Waldos

Die fünf Freunde gab es wirklich. Die Sache mit der Schatzsuche nach der Plantage kann wohl kaum je bestätigt werden. Jedenfalls betreiben die fünf Freunde eine eigene Homepage mit ihrer Geschichte, Fotos und Beweisen ihrer Urheberschaft, die du hier findest. Obwohl solche urbanen Trends und Traditionen immer schwer zurückzuverfolgen sind, scheint die Geschichte der Waldos die am besten nachzuvollziehende zu sein.

Die Auswirkung

So oder so ähnlich (eher «so ähnlich» als «so», vermutlich) hat sich die Geburtsstunde von «420» zugetragen. Damit wird mit dem Mythos aufgeräumt, dass es sich bei «420» um einen Polizei-Code für stattfindenden Marihuana-Konsum handelt oder die Bezeichnung im Zusammenhang mit dem Geburtstag eines gewissen Adolf Hitler steht.

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Bild: imgur

Erst in den 1990ern jedoch wurde die wirklich breite Masse darauf aufmerksam, als das Cannabis-affine «High Times» über verteilte Flyers berichtete, die Menschen dazu aufforderte, am 20. April (amerikanische Schreibweise 4/20) um 4.20 PM Marihuana zu rauchen. In der Folge wurden von diversen Gruppierungen Veranstaltungen organisiert und der Hype so ins Rollen gebracht.

Und heutzutage am 20. April so:

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Zeitraffer von der 420-Rally von 2015 in Denver, Colorado. gif: imgur

Oder als Standbild:

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420-Rally an der University of Vermont, 2014. Bild: imgur

Die Subkultur rund um «420»

Natürlich ist auch dieser «Feiertag» politisch leicht eingefärbt, verlangen doch viele an den sogenannten Rallys die Legalisierung von Marihuana. Dies steht meist jedoch nicht im Zentrum. Es geht mehrheitlich um das friedliche Kollektiv-Kiffen.

Dabei entwickelte sich in den letzten Jahren, unter anderem durch Social Media, ein derart grosser Hype um den 20. April, dass dies Auswirkungen auf die unmittelbare Umwelt hat, wie folgende Bilder bezeugen:

Strassenschilder sind nicht mehr sicher:

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«Colorado hat die Meilenmarkierung von 420 auf 419.99 gewechselt, um Menschen davon abzuhalten, sie zu stehlen.» Bild: imgur

Auch Hotels gehen auf Nummer sicher vor Vandalismus:

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Bild: imgur

Oder gar auf Nummer wirklich sicher:

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Wiederum andere fügen sich ihrem Schicksal:

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Bild: memecenter

Ebenfalls profitieren Fast-Food-Ketten wie Taco Bell – und machen kein Geheimnis draus:

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Der Kifferhunger lässt grüssen! Bild: imgur

Oder sie nutzen den Tag als Marketing-Tool (man beachte das Menü und den Preis ...):

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Bild: imgur

Marihuana-Mogul Snoop Dogg freut sich natürlich jeweils auch auf 420 ...

Und wie mit allen Trends gibt es auch hier die guten, alten Trittbrettfahrer:

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Bild: imgur

Und die Polizei? Die nimmt's mit Humor:

«Können wir das Weed heute auf ein Minimum beschränken? okdanketschüss. #GlasierenStattGrasKonsumieren» (übrigens das erste und einzige Mal, dass ich einen Hashtag übersetze). Bild: imgur

...

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«Schon mal von Radarfallen gehört? Wir haben Kiffer-Fallen» (zugegebenermassen ziemlich lame ohne den Reim). Bild: imgur

...

«Undercover #420-Operationen sind vorbereitet. Diskrete Fallen wurden heute in der ganzen Stadt aufgestellt».

!!!

«Wir spionieren mit unseren kleinen Augen, wie Leute 420 in der Mile-High-City (Denver) feiern. Voll okay, stört uns nicht. Einfach verantwortungsvoll konsumieren, sonst nehmen wir euch hoch».

Klar, dass nicht alle den Sinn dahinter sehen und nach den Ursachen fragen:

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«Wenn du einer dieser Menschen bist, der 420 feiert, bist du wohl high oder so». Bild: imgur

Auch ins Gewissen wollen einem einige reden:

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Bild: imgur

Ob Pro oder Kontra: Auch der 20. April hat sein Ende.

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Bild: imgur

Wieso die Legalisierung womöglich noch nicht überall durchgesetzt wurde:

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Bild: imgur

... und ganz in diesem Sinne:

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Bild: imgur

Und wem der Begriff «Joint» zu banal ist: Knackeboul hat 46 Synonyme dafür!

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Video: YouTube/watson

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