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5 Vorschläge, wie man die Leute zum Installieren der SwissCovid-App kriegt

Die SwissCovid-App sorgt weiterhin landesweit für Diskussionen. So wirklich warm will die Eidgenossenschaft damit irgendwie nicht werden. Der Fall ist klar: Die Entwickler haben einige wichtige Punkte ausser Acht gelassen.



Die Download-Zahlen der SwissCovid-App sind gemäss den beteiligten Taskforces noch nicht zufriedenstellend. Die offizielle Schweizer Corona-Tracing-App funktioniert nämlich nur, wenn sie von möglichst vielen benutzt wird. Das ist ärgerlich. Und macht unseren Digital-Experten Daniel Schurter schon ganz nervös. Das ist kein Zustand so.

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Screenshot aus einem Traum von Dani Schurter der installierten SwissCovid-App. Bild: swisscovid app

Das Einzige, was hier helfen kann, sind konstruktive Verbesserungsvorschläge. Denn die App ist nicht perfekt. Sonst würden sich Hinz und Kunz ja längst drum reissen. Schauen wir uns also an, an was es der App noch mangelt.

Positive Anreize schaffen

Der SwissCovid-App fehlt ein Verkaufsargument oder eine «Unique Selling Proposition», wie es Menschen nennen, die nicht wie der Rest von uns zu Mittag essen, sondern lönschen und unter «casual» IWC anstatt Breitling verstehen. Da muss just mehr Fleisch an den Knochen. Oder Benefits in die App.

Wenn man sich nun fragt, welche Benefits die Eidgenossenschaft in ihrer Gesamtheit in lüsterne Wallung versetzt, so kommt eigentlich nur etwas in Frage.

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bild: watson / swisscovid app

Die App-Downloads würden in ungeahnte Sphären vorpreschen, würde man all den Vrenis und Brunos ein Zückerli in Form eines Exklusivrabatts für Boomer-Kryptowährungen hinstrecken. Das sagt mir mein Bauchgefühl. Und die Bevölkerungspyramide.

Die Jungen abholen

Bevölkerungspyramide hin oder her, die App muss zwingend auch die jüngeren Generationen in ihren Bann ziehen. Und für diese Generationen ist die App schlicht zu stier, zu altbacken, weder «fancy» noch «flashy», geschweige denn «lit». «Whacker shit» halt.

Da sich das Bühnenverlangen proportional zum Zahlenwert des Geburtsjahres steigert, soll diese Bühne den jüngeren Generationen auch innerhalb der App in adäquater Grösse dargeboten werden.

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bild: watson / swisscovid app

Eine App ohne Selbstdarstellungsfunktion ist keine App, sondern verschenkter Speicherplatz. Was in den 1970ern noch «Make Love, Not War» war, ist 2020 «Spread Your Data, Not the Virus». Und schon wird aus «bäumig» «on fleek».

Die Skeptiker integrieren

Der Umstand, dass sich das Coronavirus so furchtbar schlecht anfassen lässt, streut verständlicherweise Zweifel. Auch dass sich die Politik ausgerechnet in dieser Krisenzeit an wahrnehmbarer Präsenz erdreistet, ist bestenfalls verdächtig. Lustigerweise ist von dieser kritischen Sichtweise in der jetzigen Version der App aber wenig zu spüren. Ein Schelm, wer Böses denkt.

Es wäre an der Zeit, aufzuwachen und diese unbequeme Facette der Pandemie zu thematisieren. Gerade in Zeiten, in denen Medien landesweit ihre Berichterstattungs- und Sorgfaltspflicht als «Giveaways» an die Mächtigen dieser Welt verscherbeln.

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bild: watson / swisscovid app

Ob einem diese Wahrheiten nun gefallen oder nicht, ist egal. Genauso egal, wie der Grund hinter dem Download.

Auf Grundbedürfnisse eingehen

Will ich, dass eine App möglichst gesamtheitlich heruntergeladen wird, so muss es mein erstes Anliegen sein, Grundbedürfnisse abzudecken. Dieses Anliegen ist den Entwicklern ob des ganzen Händewaschens und Abstandhaltens offenbar abhandengekommen. Welch versäumendes Verhalten.

Wir leben in einer Konsumgesellschaft. Mit freiem Internetzugang für alle. Mit dienstleistenden Apps jeglicher Couleur. Kostenfrei. Da gibt es genau etwas, über das die App unbedingt verfügen muss. Und der Bund verpennt's.

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bild: watson / swisscovid app

Was wäre eine Gratis-App mit User-Mehrwert schon, wenn man seine Meinung dazu nicht kundtun darf, nicht bemängeln, werten, bashen, verurteilen kann? Die sollen für das Geld, das ich ihnen nicht zahle, ruhig auch etwas spüren, wie enttäuscht ich bin. Bei der momentanen SwissCovid-App rennt man da jedoch gegen verbarrikadierte Türen.

Weitere Artikel zur SwissCovid-App und anderen Gedankenspielen:

Lebensnähe schaffen

Das ganze Zeugs mit Corona, Tracing und Lockdown ist an sich ja bereits verwirrend genug. Kommen noch diese Souschel Midias dazu, die man sich ständig irgendwo runterdownloaden muss, ehe man dem Kari aus dem Storchen etwas Lustiges auf diesem WhatsApp teilen kann. Via E-Mail im Internet oder so. Da braucht es zuallerletzt eine triste Wissenschafts-App.

Es wäre nichts als arrogant, diesen Umstand zu negieren. Deshalb bedarf die App eines lebensweltlichen User Interfaces (also eifach das, wod gsesch, wännd druff klicksch. Nei, nöd Doppelkl... egal).

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bild: watson / swisscovid app

Weigerung schwindet mit dem Gefühl des Daheimseins, des Verstandenwerdens. Wieso dies bei der Entwicklung der SwissCovid-App in Anbetracht der demographischen Daten der Schweiz ausser Acht gelassen wurde, bleibt rätselhaft.

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