DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

9 interessante Gesetze aus aller Welt, die wir auch in der Schweiz brauchen

Wenn auch nicht in gänzlicher Ernsthaftigkeit gemeint (surprise!), so geben folgende Gesetze dennoch einen kleinen Denkanstoss für uns Schweizer Paragraphen-Fetischisten.



Kunstpflicht

Stell dir vor, du kaufst ein Haus und wirst gesetzlich dazu verpflichtet, es hübsch aussehen zu lassen. Und zwar mindestens für den Wert, der einem Prozent des Kaufpreises entspricht. 

Das Gesetz besteht so im US-Bundesstaat Wyoming. Einzige Prämisse in Bezug auf diese Regelung ist, dass das Haus einen Mindestwert von 100'000 Dollar hat. Das sollte sich finden lassen.

Vorschlag für die Bank im Vorgarten:

Bild

Bild: imgur

Gemäss Gesetz muss es sich bei dieser Zwangsinvestition um «works of art for public display» (sprich Kunstarbeiten für die Allgemeinheit) handeln. Für ein schöneres Miteinander quasi. Wieso auch nicht?

Ok. Vielleicht darum.

Bild

Bild: imgur

Hundekotauflesegesetz

Nicht nur das Wort an sich ist wunderschön, sondern auch, was dahinter steckt, beziehungsweise was dahinter stecken würde. Denn das Gesetz würde es gutheissen, nicht aufgelesenen Hundekot einem DNA-Test zu unterziehen und die bislang anonymen Übeltäter zu Rechenschaft zu ziehen.

So wird es immerhin auf Capri gehandhabt. Wer dort dieser törichten Straftat überführt wird, muss mit einer Busse von 2000 Euro rechnen. Endlich die Gerechtigkeit, die wir alle verdienen.

«Detective, wir haben einen Treffer in der DNA-Datenbank!»

Animiertes GIF GIF abspielen

*badumm-tss* gif: watson / gyfcat

Nur-einen-Hund-haben-wenn-man-für-ihn-sorgt-Doktrin

Hundebilder sind toll. Und Hundebesitzer sein ist in. Sollte aber nur erlaubt sein, wenn man tatsächlich um das Wohl des Hundes besorgt ist. Und zwar gesetzlich.

Das finden auch die Turiner, weswegen es aus juristischer Warte unzulässig ist, mit seinem Hund weniger als drei Mal täglich Gassi zu gehen. Wer dies nicht tut, kann bei den Behörden gemeldet werden und muss mit einer Busse von 500 Euro rechnen.

Dein Hund, wenn du zu selten mit ihm Gassi gehst:

Bild: imgur

Ähnlich sieht das auch die Gesetzgebung in Schweden, wo es nicht erlaubt ist, seinen Hund länger als sechs Stunden alleine zu lassen.

Sonst muss er den ganzen Tag das machen. Ja. Genau. Traurig. (Und auch ein wenig herzig.)

Animiertes GIF GIF abspielen

gif: imgur

Einfach-mal-anständig-reden-Statute

Jemanden zu Unrecht als Hure zu verunglimpfen ist nicht nett. Oder erwachsen. Oder hilft irgendjemandem. Wieso also nicht die Hemmschwelle mit der Hilfe von Justizia etwas höher legen?

Das auf Präzedenzfällen basierende angelsächsische Rechtssystem hat einen Mann 1914 genau dieser Widrigkeit schuldig befunden. Auch wenn das Strafmass anno dazumal ziemlich harsch war (90 Tage Gefängnis und eine Busse von 500 Dollar), so würde es manchen dennoch gut tun abzuwägen, ob es die bösen Worte wirklich wert sind.

Wie du fluchst, wenn du dir keine drei Monate im Gefängnis leisten kannst:

Meme of the decade

Bild: knowyourmeme

Das sollte dennoch erlaubt bleiben: Normal reden.

Video: watson/Emily Engkent

Vielleicht-dieses-Mal-nur-ein-Stück-Kuchen-Dekret

«Der Staat hat nichts in meinem Privatleben verloren!», hört man sie aufschreien. Das stimmt. Aber manchmal muss man einfach zum Glück gezwungen werden. Zum Beispiel zur Gesundheit.

Es mag an Bio-Engineering grenzen, wenn es in Japan heisst, dass man per Gesetz nicht übergewichtig sein darf. Der Massnahmenkatalog hingegen ist immerhin konstruktiv. Wer einen zu grossen Bauchumfang aufweist, wird dazu angeordnet, sich Ernährungs-Coaches anzuvertrauen. Betroffen von dieser Regelung sind ausschliesslich Männer und Frauen im Alter zwischen 40 und 74.

Wenn du Geburtstag hast, aber 40 wirst:

Animiertes GIF GIF abspielen

gif: imgur

Kapitalismus-Schutzalter-Direktive

Den Kapitalismus wird wohl eine andere Generation überwinden müssen. Dem hinzukommend muss auch gesagt werden, dass nicht alles der Teufel ist, was Hörner trägt, sprich es gibt auch gute Seiten daran. Aber gleich die Naivität der Kinder zu kommerzialisieren? Lieber nicht.

Sonst sieht es weiterhin so aus:

Bild

Bild: watson / shutterstock

...

Bild

bild: watson / shutterstock

In Schweden ist es verboten, in TV-Werbungen direkt Kinder unter 12 Jahren zu adressieren. Ebenfalls dürfen unmittelbar vor und nach Kindersendungen gar keine Werbungen geschaltet werden. Für ein Mal ganz ernst: Wieso nur in Schweden?

Jeder-oder-jede-so-wie-er-oder-sie-kann-Paragraph

Wenn ein reicher und ein armer Mensch mit dem Auto ausserorts 10 km/h zu schnell unterwegs sind, zahlen beide 100 Franken. Für den Reichen ist dies ein müdes Lächeln wert, beim Armen wird das Monatsbudget auf den Kopf gestellt. Wieso?

In Finnland heisst die Devise: Jedem soll die Strafe für sein Vergehen gleich weh tun. Die Idee dahinter ist, dass, wenn zum Beispiel drei Tage im Gefängnis abgesessen werden müssten, dies den Straftäter – egal ob arm oder reich – drei Tageslöhne kosten würde. Darum auch eine Busse direkt am Einkommen bemessen.

Wenn du mit dem Maserati zu rassig durch Ober-Hüntwangen bretterst, aber das Bussgeld-System plötzlich fair ist:

Animiertes GIF GIF abspielen

gif: gifer

Bravo-braver-Bürger-Passus

Da macht man alles richtig und keinen interessiert's, ein Fehler und die Busse schneit ins Haus. Frust. Insbesondere im Strassenverkehr. Wieso also nicht gutes verhalten belohnen? Mit Geld?

Im schwedischen Strassenverkehr registrieren Blitzer Tempo-Sünder, aber auch jene, die sich brav dem Gesetz unterordnen. Von den Raser-Bussen wird immer ein kleiner Prozentsatz in einen Pot abgeschöpft, welcher regelmässig im Sinne einer Lotterie unter den straffreien Autofahrern verlost wird. Man kopple dies mit obigem Gesetz und schon sind die Euromillions pipifax.

Symbolbild:

Bild

Bild: watson / imgur

Kein-Arschloch-sein-Edikt

Der simple Inhalt dieses Gesetzesabschnittes: Wer sich grundlos wie ein Idiot verhält, macht sich strafbar.

Auf den Philippinen existiert dieser Abschnitt tatsächlich in der Gesetzgebung. Mit einer sehr vagen Formulierung wird es so ermöglicht, kleinere Unsittlichkeiten (wie das Stören einer religiösen Veranstaltung oder das nicht einvernehmliche «Händchenhalten») bestrafen zu können.

Das Strafmass ist gering (umgerechnet maximal 4 Franken), könnte aber den Schweizer Vermögensverhältnissen angepasst werden.

Alternativer Therapieansatz: einen Tag mit Gordon Ramsey verbringen. Zum Beispiel so:

Animiertes GIF GIF abspielen

Bild: knowyourmeme

Bonus Was-hast-du-mit-diesem-Fisch-vor-Erlass

Es gibt kaum etwas unangenehmeres, als wenn jemand einen Fisch in verdächtiger Manier in der Hand hält und vor dir steht.

Das kennen die Briten auch und liessen genau diese schändliche Handlung durch den Salmon Act gesetzlich verbieten. Die Schweiz wäre ein besserer Ort, wenn wir endlich über unseren Schatten springen und dieses Gesetz übernehmen würden. Da sind wir uns einig.

Ansonsten müssen wir wohl weiter Bilder wie diese ertragen:

Bild

Bild: me.me

Das könnte dich auch interessieren:

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Kreml reagiert mit Ausweisungen auf Sanktionen

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Du denkst, deine Nachbarn sind schlimm? Diese 21 sind schlimmer

Passend zum Zügeltermin 1. April ...

Wenn wir über die Pandemie eines mit Bestimmtheit sagen können, dann dass wir unsere Nachbarn wohl kennengelernt haben wie bisher nie. Denn plötzlich leben wir, Homeoffice verschuldet, noch intensiver zusammen.

Umso wichtiger, dass wir alle den Frieden miteinander haben. Bei den folgenden Leuten könnte dies jedoch etwas schwieriger werden ...

Passend dazu eine Slideshow ...

(smi)

Artikel lesen
Link zum Artikel