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Nein, zum Musikhören braucht man nicht den perfekten '69-Style. Obwohl ... wieso nicht?
Nein, zum Musikhören braucht man nicht den perfekten '69-Style. Obwohl ... wieso nicht?
Bild: pinterest

24 Skinhead-Reggae-Tracks für deine perfekte Dance-Party

12.08.2018, 11:33

Ok, halt. Skinhead? Und ... Reggae? Nicht wenige von euch sehen darin einen Widerspruch in sich. Nun, wenn man Skinhead ausschliesslich mit Rechtsaussen-Idioten und Reggae ausschliesslich mit Bob Marley in Verbindung bringt, dann ist das Konzept Skinhead Reggae sicher verwirrend. Doch es ist nun Mal eine Tatsache: Die beiden Begriffe gehören seit jeher eng zusammen.

Dazu ein Stück britischer Jugendsubkultur-Geschichte im Schnelldurchlauf (wer das bereits kennt, darf zu den Songs runterscrollen):

Teenager-Skins in London, 1970. Und, nein, <a href="http://www.watson.ch/Spass/watson-Leser%20empfehlen/424688995-Aus-aktuellem-Anlass--Englische-Fluchw%C3%B6rter--die-sooo-viel-besser-sind-als-FUCK--SHIT-und-Co!-Du-TWAT!" target="_blank">das ist nicht das Peace-Zeichen</a> 😉.
Teenager-Skins in London, 1970. Und, nein, das ist nicht das Peace-Zeichen 😉.

Die ersten Skinheads tauchten Ende der 60er Jahre in Grossbritannien auf. Entstanden waren sie aus den Jugendsubkulturen der Rude Boys (quasi die Gangsta-Jungs der jamaikanischen Einwanderer-Szene), ...

Rude Boy Style: Jap, das sind Bunny Wailer, Bob Marley und Peter Tosh (v.l.) anno 1964.
Rude Boy Style: Jap, das sind Bunny Wailer, Bob Marley und Peter Tosh (v.l.) anno 1964.

... der Hard Mods (die Gruppe der Mods, die aus der Arbeiterklasse stammte) ...

Mods und Skins ... der Übergang ist oft fliessend.
Mods und Skins ... der Übergang ist oft fliessend.

... und den Boot Boys (Fussball-Fangruppierungen, quasi die Vorreiter der organisierten Hools von heute).

Tottenham Hotspurs Boot Boys Ende der 60er.
Tottenham Hotspurs Boot Boys Ende der 60er.
Bild: pinterest

Von Letzteren kam die Vorliebe für Doctor-Martens-Stiefel, von den Mods das minimalistische Bekleidungs-Ethos «neat but hard» (adrett, aber taff) und von den Jamaikanern der Musikgeschmack.

Und der Sound der Rude Boys war Blue Beat, Ska, Rocksteady, Reggae, Soul ... alles grossartig geiles Zeugs, also!

Schwergewichte der Skinhead-Musik: Toots Hibbert, Jimmy Cliff, Judge Dread, Laurel Aitkel (v.l.).
Schwergewichte der Skinhead-Musik: Toots Hibbert, Jimmy Cliff, Judge Dread, Laurel Aitkel (v.l.).
bild: pinterest
Hey, aber das mit den Nazi-Skins und so?
Okay, seeeeeehr vereinfacht erklärt: Ende der 70er Jahre spaltete sich die britische Skinhead-Szene mit dem Aufkommen von rechtsextremen politischen Bewegungen wie der National Front. Die bisher apolitische Subkultur wurde in eine linksgerichtete, punk-beeinflusste Szene und eine rechtsextreme Szene aufgeteilt. Ein nicht unspannendes Kapitel jugendkultureller Sozialgeschichte, worüber es sich lohnt nachzulesen.
Aber hier wollen wir erst mal Musik hören ...

Hier also kommen 24 Hammer-Tracks, die den perfekten Soundtrack für jede Sommerparty darstellen (ach was, für jede Party wannauchimmer, punktfertigschluss!). Allesamt sind sie super tanzbar, aber zum locker an der Bar ein paar Bierchen schlürfen passt der Sound eben auch. Kick it!

Bob Marley & the Wailers – «Simmer Down»

The Blues Busters – «I Won't Let You Go»

Symarip – «Skinhead Girl»

John Holt – «Ali Baba»

Und nun der, den man Godfather of Ska und Boss Skinhead nannte:

Laurel Aitken – «Call the Doctor»

Toots & the Maytals – «54-46 Was My Number» ...

... hier als Soundtrack zur Anfangssequenz des grossartigen «This Is England».

Dandy Livingstone – «Rudy, a Message To You»

Bonus: Die etwas bekanntere (und ebenfalls grossartige) Version der Specials.

Max Romeo – «Wet Dream»

Und hier der Beweis, das dieser Sound nicht zwingend aus den 60er- und 70er Jahren oder aus Jamaika oder England stammen muss:

The Aggrolites – «Dirty Reggae»

The Slickers – «Johnny Too Bad»

Richard Ace – «Hang 'Em High»

Desmond Dekker & the Aces – «Israelites»

Bestimmt findet man den Songtext zu «Israelites» irgendwo auf dem Web, doch eigentlich ist's schöner, weiterhin die Fantasiesprache zu singen, die man hier zu verstehen meint.

Ernest Ranglin – «Exodus»

Prince Buster – «Al Capone»

The Paragons – «The Tide Is High»

Nein, das Original ist nicht von Blondie (und schon gar nicht von Atomic Kitten), sondern von diesen drei Herren aus der Karibik.

The Harry J All Stars – «The Liquidator»

Rudy Mills – «John Jones»

Phyllis Dillon – «Perfidia»

Tony Tribe – «Red Red Wine»

Kinder der 80er kennen vermutlich die UB40-Version. Diese hier ist geiler 😉.

The Heptones – «Book of Rules»

Toots & the Maytals – «Monkey Man»

Bonus: Hier die Version von unser aller Amy ❤️.

The Coloured Raisins – «No More Heartaches»

Prince Buster – «One Step Beyond»

Kennt ihr, oder? Vermutlich in dieser Version.

The Specials – «Skinhead Moonstomp»

Und mit den Specials, die 1979 einen Song der oben schon erwähnten Symarip covern, ist der Link zu der Two-Tone-Musikbewegung der frühen 80er gegeben, ... aber das ist ein eigenes Kapitel für sich.

Happy skanking, everyone!

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