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bild: shutterstock, imago; bearbeitung watson

Analyse

Wer gewinnt in den Pre-Playoffs? Eine Stärke-Analyse in 9 Punkten



Heute Abend beginnen zwar noch nicht die Playoffs, aber immerhin die Pre-Playoffs. Dabei spielen der EHC Biel und SC Rapperswil-Jona Lakers sowie der HC Davos und der SC Bern in Best-of-3-Serien aus, wer an den tatsächlichen Playoffs teilnehmen kann. Wir analysieren die Mannschaften und sagen dir, wer als Favorit in seine jeweilige Serie geht.

Das grosse Fragezeichen nach den Viertelfinals

Die Playoff-Viertelfinals werden ab Dienstag, 13. April, im bewährten Best-of-7-Modus gespielt. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. Über der gesamten Planung hängt das riesige Damoklesschwert namens Coronavirus. Sollte erneut eine komplette Mannschaft in Quarantäne müssen, würde die betroffene Playoff-Serie für die entsprechende Dauer unterbrochen.

Aus diesem Grund wird erst nach Abschluss der Viertelfinals und unter Mitsprache der qualifizierten vier Klubs entschieden, über wie viele Spiele die Halbfinal- und Finalserien gehen werden. Klar ist: Wegen der anstehenden WM muss die Meisterschaft bis spätestens am 14. Mai beendet sein.

Wegen des Zeitdrucks wird jeden zweiten Tag gespielt. Die Teams befinden sich in einer sogenannten «Double Bubble» und dürfen sich nur in zwei Blasen – zuhause und im Stadion – bewegen. Zuschauer sind bis zu einem allfälligen neuen Bundesbeschluss keine zugelassen.

Biel – Rapperswil

Bisherige Saisonduelle:

EHCB – SCRJ 1:0

Tore pro 60 Minuten

Bei numerischem Gleichbestand (5-gegen-5, 4-gegen-4 oder 3-gegen-3) erzielt der EHC Biel gemäss nlicedata.com 2,66 Tore pro 60 Minuten Spielzeit. Bei den Rapperswil-Jona Lakers sind es hauchdünn mehr mit 2,68 Toren pro 60 Minuten. Punkt für beide.

EHCB – SCRJ 2:1

Gegentore pro 60 Minuten

Biel kassiert bei numerischem Gleichstand 2,46 Gegentore pro 60 Minuten, was der viertbeste Wert der Liga ist. Bei den Lakers sind es exakt drei Gegentore pro 60 Minuten.

EHCB – SCRJ 3:1

Schussvolumen und Schusskontrolle

Die SCRJ Lakers bringen pro Spiel 30,36 Abschüsse auf das gegnerische Tor. Die Bieler sind mit fast 34 Pucks auf den gegnerischen Kasten deutlich schiessfreudiger. Auch was die Schusskontrolle (Corsi-For-Percentage) angeht, hat der EHCB die Nase deutlich vorne. Die Seeländer kontrollieren in ihren Spielen 54,03 Prozent aller Schussversuche – Bestwert in der National League. Da hat Rapperswil mit 47,72 Prozent das Nachsehen.

EHCB – SCRJ 4:1

Schussqualität

Auch hier hat der EHC Biel die Nase vorne. Das Team von Lars Leuenberger kommt bei numerischem Gleichbestand auf 2,55 Expected Goals pro 60 Minuten. Bei den Lakers sind es 2,41 zu erwartende Tore. Auch der Blick auf die Expected-Goals-Heatmaps von nlicedata.com veranschaulicht die Bieler Überlegenheit in dieser Sparte.

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Schusspositionen und -Qualität beim EHC Biel. Je mehr rot, desto besser. Bild: screenshot nlicedata.com

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Schusspositionen und -Qualität beim EHC Biel. Je mehr rot, desto besser. Bild: screenshot nlicedata.com

EHCB – SCRJ 5:1

Goalies

Biels Joren van Pottelberghe hat sich nach einem schwachen Saisonstart merklich gesteigert und ist wieder der gewohnt sichere Rückhalt. Das ist auch Melvin Nyffeler bei den Lakers. Statistisch gesehen hat van Pottelberghe über die ganze Saison die Nase vorne. Doch Nyffeler ist stärker als der Bieler, wenn er zwischen den Spielen einen Tag Pause erhält. Und das wird in den Pre-Playoffs der Fall sein. Punkt für beide.

EHCB – SCRJ 6:2

Special Teams

Der EHC Biel wandelt 20,71 Prozent seiner Powerplay-Gelegenheiten in Tore um, die Lakers nur 16 Prozent. Auch das Penalty Killing der Seeländer ist besser. Sie überstehen 80 Prozent aller Unterzahlsituationen erfolgreich, Rappi nur 76,65 Prozent.

EHCB – SCRJ 7:2

Trainer

Lars Leuenberger hat den EHC Biel kurz vor der Saison vom an Krebs erkrankten Antti Törmänen übernommen. Zu Beginn schien die Mannschaft seine Spielideen nicht nach Wunsch umsetzen zu können, doch mittlerweile klappt das wunderbar. Zudem hat der Ostschweizer 2016 den SC Bern zum Meistertitel geführt – er weiss also, wie man in den Playoffs Erfolg hat.

Laker's Head Coach Jeff Tomlinson during the preliminary round game of National League Swiss Championship between HC Lugano and SC Rapperswil-Jona Lakers at the ice stadium Corner Arena in Lugano, on Sunday, 31 January 2021. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Zündet Jeff Tomlinson in Rapperswil noch ein letztes Feuerwerk? Bild: keystone

Auf der anderen Seite steht Jeff Tomlinson. Auch er hat seine Mannschaft zu Titeln geführt – zum Cupsieg sowie zum NLB-Titel und Aufstieg 2018. Der Kanadier wird Rapperswil nach dieser Saison verlassen. Es ist sein letztes Hurra am Obersee und er wird alles daran setzen, dass es legendär wird. Punkt für beide.

EHCB – SCRJ 8:3

Form

Der EHC Biel hat von den letzten zehn Spielen nur drei verloren. Hätte die Qualifikation noch etwas länger gedauert, den Seeländern wäre ziemlich sicher noch die direkte Playoff-Qualifikation gelungen. Derweil gingen die Lakers in den letzten zehn Partien sechsmal als Verlierer vom Eis. In der letzten Runde haben sie aber mit einem Sieg gegen Lausanne nochmals Motivation tanken können.

EHCB – SCRJ 9:3

Fazit

Auf dem Papier ist diese Serie eine klare Sache. Biel ist in fast allen Belangen die bessere Mannschaft. Rappi kann den Seeländern höchstens in einigen Kategorien das Wasser reichen. Es braucht aber auch nur zwei Siege, um den Sprung in die Playoffs zu schaffen. So ist eine Überraschung jederzeit möglich.

Davos – Bern

Bisherige Saisonduelle

HCD – SCB 1:1

Tore pro 60 Minuten

Der HC Davos hat nach Zug die zweitbeste Offensive der Liga. Bei numerischem Gleichstand (5-gegen-5, 4-gegen-4 oder 3-gegen-3) erzielen die Bündner 2,98 Tore pro 60 Minuten. Da hat Bern mit 2,29 Toren pro 60 Minuten deutlich das Nachsehen.

HCD – SCB 2:1

Gegentore pro 60 Minuten

So gut Davos im Spiel nach vorne ist, so schlecht ist die Mannschaft in der eigenen Zone. Bei numerischem Gleichstand kassiert der HCD 3,23 Tore pro 60 Minuten – nur Langnau ist noch schlechter. Auch der SCB gehört mit 3,01 Gegentoren pro 60 Minuten bei weitem nicht zu den Topteams, ist aber noch etwas besser als Davos.

HCD – SCB 2:2

Schussvolumen und Schusskontrolle

Dieser Punkt ist ziemlich ausgeglichen. Trotz der guten Offensive schiesst Davos nicht öfter als der SC Bern. Auch bezüglich der Schusskontrolle (Corsi-For-Percentage) hat der SCB hauchdünn die Nase vorne, allerdings handelt es sich auch hier um weniger als einen halben Prozentpunkt. Punkt für beide.

HCD – SCB 3:3

Schussqualität

Der HCD hat in der Regular Season bezüglich Chancenauswertung wohl etwas überperformt. Gemäss nlicedata.com produzieren die Bündner pro 60 Minuten Spielzeit nämlich nur Chancen für 2,4 Tore. Das ist aber immer noch besser als Bern, das auf 2,26 Expected Goals pro 60 Minuten kommt.

HCD – SCB 4:3

Goalie

Das Duell zwischen Davos und Bern ist auch ein Duell der unterdurchschnittlichen Goalies. Weder Sandro Aeschlimann und Robert Mayer in Davos noch Tomi Karhunen und Philip Wüthrich in Bern konnten in dieser Saison über längere Zeit wirklich überzeugen. Bei den Goals Saved Above Expected (siehe Infobox) sind alle vier deutlich im Minus. Punkt für beide.

«Goals Saved Above Average» (GSAA)

«Goals Saved Above Average» – also verhinderte Tore über dem Durchschnitt – ist eine Statistik, die aufzeigen soll, ob ein Torhüter besser oder schlechter als der Ligadurchschnitt agiert. Dabei setzt man die durchschnittliche Fangquote der Liga ins Verhältnis mit den Schüssen, die auf das Tor des jeweiligen Torhüters geflogen sind. Damit kriegt man die Anzahl Tore, die ein durchschnittlicher Torhüter bei dieser Anzahl Schüsse kassieren würde. Dann vergleicht man die tatsächliche Anzahl erhaltener Tore mit dem Durchschnitt und sieht, ob der Torhüter darüber oder darunter liegt.

HCD – SCB 5:4

Special Teams

In dieser Kategorie ist die Sache relativ klar. Der SC Bern hat das bessere Powerplay und das bessere Unterzahlspiel als Davos. Aber Vorsicht: Kein anderes Team schiesst mehr Shorthander als die Bündner.

HCD – SCB 5:5

Trainer

SCB-Coach Mario Kogler war bis zur Entlassung von Don Nachbaur vier Jahre lang Nachwuchstrainer in Bern. Seine einzige andere Erfahrung als Cheftrainer auf Profistufe war ein kurzes Intermezzo beim HC Thurgau 2016. Deutlich routinierter ist da HCD-Trainer Christian Wohlwend. Der Engadiner hat zwar auch noch keine grosse Playoff-Erfahrung als Headcoach, aber kennt sich immerhin sonst mit K.o.-Spielen aus. 2019 führte er die U20-Nationalmannschaft auf Platz 4 an der WM. Und 2018 war er Assistenztrainer beim Silbergewinn der A-Nati in Kopenhagen.

HCD – SCB 6:5

Form

Davos hat die Regular Season mit drei Niederlagen in Serie beendet (gegen Zug, den ZSC und Ambri), es war aber immer äusserst knapp. Von den letzten zehn Spielen haben die Bündner vier gewonnen. Bern befand sich seit Anfang April in Quarantäne und musste die letzten vier Spiele der Qualifikation (unter anderem auch gegen Davos) nicht mehr absolvieren. Ob jetzt eine Pause besser ist als im Spielrhythmus zu sein, darüber scheiden sich die Geister. Punkt für beide.

HCD – SCB 7:6

Fazit

Im Gegensatz zur anderen Pre-Playoff-Serie gibt es hier auf dem Papier keinen klaren Favoriten. Davos dürfte leichte Vorteile auf seiner Seite haben, insbesondere wenn die Spiele gegen Bern wild und chaotisch werden sollten. Am Ende dürfte vor allem die Tagesform ausschlaggebend sein.

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