DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Schweiz gegen Deutschland – wer setzt sich durch? Bild: imago, shuttestock; bearbeitung watson

Analyse

Auf diese 5 Punkte muss die Schweiz achten, um gegen Deutschland zu gewinnen

Die Schweiz trifft im WM-Viertelfinal auf «Angstgegner» Deutschland. Das sind die Schlüssel zum Erfolg im Duell mit dem nördlichen Nachbarn.



Die Schweiz gegen Deutschland in Spielen, in denen es um alles geht. Da werden ungute Erinnerungen wach. 2010 war die Schweiz überzeugend in die Viertelfinals gestürmt, um dann mit einem bitteren 0:1 an Gastgeber Deutschland zu scheitern.

Beim olympischen Eishockeyturnier 2018 in Pyeongchang war ebenfalls gegen Deutschland Endstation. Die Mannschaft von Patrick Fischer verlor im Achtelfinal mit 1:2 nach Verlängerung. Aus irgendeinem Grund tut sich die Eishockey-Nati gegen den nördlichen Nachbarn immer schwer.

Damit das heute Donnerstag im Viertelfinal (15.15 Uhr im Liveticker) nicht passiert, gibt es für die Schweiz fünf Punkte besonders zu beachten.

Keine Konter zulassen

Deutschland hat bislang an dieser Weltmeisterschaft 22 Tore geschossen. Die Hälfte davon kam nach Kontern und schnellen Vorstössen auf den gegnerischen Kasten. Das DEB-Team verfügt mit Lukas Reichel, Marcel Noebels, Tobias Rieder und John-Jason Peterka über schnelle, torgefährliche Stürmer, die Druck auf die Verteidiger in Scheibenbesitz an der blauen Linie ausüben können und dann sofort in den Angriff umschalten.

abspielen

Reichel macht Druck auf den norwegischen Verteidiger und trifft per Konter. Video: streamable

Der Schweiz kommt einerseits entgegen, dass sie über spielintelligente Verteidiger verfügt. Bisher war es eine der grossen Stärken der Nati, dass Diaz, Siegenthaler und Co. die Spielsituationen jeweils gut gelesen haben und entweder rechtzeitig vorwärts gestochen sind oder sich rückwärts bewegt haben, um nicht überlaufen zu werden. Zudem hat sich Marcel Noebels, Deutschlands gefährlichster Stürmer des Turniers, im letzten Gruppenspiel gegen Lettland verletzt. Sein Einsatz gegen die Schweiz ist fraglich.

Aggressives Forechecking

Das Spiel Deutschlands gegen Kanada hat gezeigt: Die Mannschaft ist anfällig auf aggressives Forechecking. Wie eine Analyse von «5 plus Spieldauer» zeigt, waren die Deutschen gegen Kanada deutlich seltener in der Lage, ihr Spiel kontrolliert von hinten aufzubauen. Die Kanadier eroberten viele Scheiben in der offensiven Zone zurück.

Das DEB-Team hat abgesehen von Moritz Seider kaum spielstarke Verteidiger. Gerade die vierte Schweizer Linie mit Tristan Scherwey und Christoph Bertschy könnte mit ihrer aggressiven Spielweise für Chaos sorgen. Auf der anderen Seite des Eisfelds hat das Spiel gegen Kanada auch gezeigt, dass das deutsche Forechecking gegen spielstärkere Gegner deutlich weniger effektiv ist.

abspielen

Drei Beispiele, wie man gegen Deutschland zu Chancen kommt, indem man den scheibenführenden Verteidiger unter Druck setzt. Video: streamable

Bewegung in der offensiven Zone

Das Spiel gegen Kanada hat allerdings auch gezeigt, dass die Deutschen bereits Weltmeister darin sind, Schüsse zu blocken. Diese Opferbereitschaft und eine gute Torhüterleistung ermöglichten den Sieg gegen die «Ahornblätter». Die darauffolgenden Niederlagen gegen Kasachstan, Finnland und die USA haben Deutschland aber wieder etwas auf den Boden der Realität geholt und gezeigt, wo sie verwundbar sind.

abspielen

Insbesondere im Powerplay gilt es gegen Deutschland, das Spiel auseinanderzuziehen. Video: streamable

In der eigenen Zone ziehen sich die Deutschen gerne relativ kompakt vor dem Tor zurück. So blocken sie viele Schüsse, geben dem Gegner aber auch viel Platz, um das Spiel aufzubauen. Diesen Platz muss die Schweiz nutzen, sich in der offensiven Zone ständig bewegen und die Seiten wechseln. Das sorgt für Verwirrung bei den verteidigenden Spielern. Und der deutsche Goalie Mathias Niederberger ist beim Verschieben nach schnellen Seitenwechseln mit seinen 180 Zentimetern Körpergrösse anfällig auf hohe Schüsse.

Verkehr vor dem eigenen Tor wegräumen

Wenn Deutschland für einmal nicht mit einem schnellen Gegenstoss zum Abschluss kommt und sich in der gegnerischen Zone installieren kann, stellen sie sofort mindestens einen, manchmal auch zwei Spieler vor den Torhüter. Das Ziel ist dabei offensichtlich: entweder die Schüsse aufs Tor noch abzulenken oder dem gegnerischen Goalie wenigstens die Sicht zu nehmen. Um Leonardo Genoni oder Reto Berra die Arbeit zu erleichtern, müssen die Schweizer Verteidiger die deutschen Stürmer vor dem Tor konsequent wegräumen.

abspielen

Deutschland steht zu zweit vor dem norwegischen Tor und kommt durch einen glücklichen Ablenker zum Treffer. Video: streamable

Ruhe bewahren

Aus der Vergangenheit weiss man: Spiele gegen Deutschland sind für die Schweizer Nationalmannschaft immer eine mühsame Angelegenheit. Das wird auch im Viertelfinal nicht anders sein. Die Deutschen haben an diesem Turnier kein Spiel mit mehr als zwei Toren Unterschied verloren und der zweite Gegentreffer bei der 0:2-Niederlage gegen die USA kam erst ins leere Tor.

Die Mannschaft von Bundestrainer Toni Söderholm wird Checks austeilen, sich in die Schüsse werfen und sich primär ums Verteidigen kümmern. Davon darf sich die Schweiz nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Auf dem Papier hat Patrick Fischer nämlich die bessere Mannschaft. Die Nati hat alles, was es braucht, um Deutschland zu bezwingen: torgefährliche Stürmer wie Grégory Hofmann oder Timo Meier, brillante Vorbereiter wie Enzo Corvi oder Nico Hischier und Spieler, die es krachen lassen können, wie Tristan Scherwey oder Christoph Bertschy.

Wenn die Schweizer ihre Stärken ausspielen, ständig in Bewegung sind und sich auf ihre läuferischen Qualitäten besinnen, werden sie zu Chancen kommen und Strafen herausholen. Die Nati hat das bislang beste Powerplay des Turniers und wird so in der Lage sein, den Gegner zu bestrafen.

Die Schweizer Mannschaft ist reifer als bei den bitteren Niederlagen gegen Deutschland an der Weltmeisterschaft 2010 oder den Olympischen Spielen 2018. Die Spiele gegen Dänemark und Grossbritannien haben gezeigt, dass die Spieler die Nerven nicht verlieren, wenn die Angelegenheit knapp ist oder nicht alles nach Wunsch läuft. Mit dieser Einstellung ist die Halbfinal-Qualifikation in Griffnähe.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Diese 19 Talente gilt es an der Eishockey-WM zu beachten

1 / 21
Diese 19 Talente gilt es an der Eishockey-WM zu beachten
quelle: keystone / marcel bieri
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Du bist ein echter Eishockey-Fan? So kriegst du das Stadion-Feeling zuhause hin.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Xhaka mit seiner Weltklasse-Performance – und 4 weitere Säulen des Schweizer Erfolgs

Zwölf Tage lagen zwischen dem 0:3 gegen Italien und dem Achtelfinal-Erfolg gegen Frankreich. Dennoch schienen zwei komplett andere Mannschaften auf dem Feld zu stehen. Die Schweizer Nati präsentierte sich gegen den Weltmeister von einer ganz anderen Seite.

Die gesamte Schweizer Nati überzeugte beim Achtelfinal-Sieg gegen Frankreich mit einer starken Teamleistung. 17 Spieler kamen zum Einsatz, so viele wie noch nie in einem Pflichtspiel der Schweiz. Nahezu alle zeigten eine sehr gute Leistung und überzeugten mit Einsatz und Willensstärke. Dennoch stachen vier Spieler und ihr Trainer aus dem starken Gefüge noch heraus – besonders Granit Xhaka, Haris Seferovic und Vladimir Petkovic konnten es ihren Kritikern zeigen.

Nach dem 0:3 gegen Italien schien …

Artikel lesen
Link zum Artikel