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SAN JOSE, CA - FEBRUARY 27: San Jose Sharks Right Wing Timo Meier (28) during the NHL, Eishockey Herren, USA match between the St. Louis Blues and San Jose Sharks on February 27, 2021 at SAP Center in San Jose, CA. (Photo by Cody Glenn/Icon Sportswire) NHL: FEB 27 Blues at Sharks Icon210227131

Timo Meier trifft für San Jose kaum mehr. Bild: IMAGO / Icon SMI

Timo Meier in die 4. Linie degradiert – auch ein Trade ist nicht mehr undenkbar

Der Schweizer NHL-Stürmer Timo Meier ist bei den San Jose Sharks in die Kritik geraten, weil die Tore fehlen. Es wird bereits spekuliert, ob der 24-Jährige das Team im Sommer verlassen muss.



Zehn Minuten. Nur gerade so lange steht Timo Meier in der Nacht auf Donnerstag beim 4:2-Sieg der San Jose Sharks gegen die Arizona Coyotes auf dem Eis. So wenig hat er seit Oktober 2017 nicht mehr gespielt. Bereits im Spiel davor gegen den gleichen Gegner wird der Schweizer Stürmer aufgrund eines schwachen Auftritts in die vierte Linie degradiert.

Wo sind die Tore?

Der Grund ist schnell erzählt: Meiers Torausbeute genügt den Ansprüchen der Sharks in dieser Saison nicht. Nur gerade neun Treffer hat der Appenzeller in dieser Saison in 47 Spielen erzielt. Das bedeutet, dass seine Torproduktion im Vergleich zu den zwei letzten Saisons um gut 50 Prozent eingebrochen ist.

Dabei wäre eigentlich noch alles da: Kein Spieler kommt im Team von San Jose zu mehr Torchancen. Kein Spieler schiesst öfter auf den gegnerischen Kasten. Kein Spieler hat einen besseren Expected-Goals-Wert pro 60 Minuten Eiszeit als Timo Meier. Doch die Scheiben wollen einfach nicht mehr reinfallen.

Einerseits hat das sicher auch damit zu tun, dass der 24-Jährige nicht mehr aus gleich guten Positionen zum Abschluss kommt. Seit der besten Saison seiner Karriere vor zwei Jahren (30 Tore, 36 Assists in 78 Spielen) ist sein durchschnittlicher Expected-Goals-Wert stets gesunken. Andererseits wird Meier diese Saison sicher auch von Abschlusspech verfolgt. Seine Schusseffizienz ist mit 6,38 Prozent so tief wie nie, seit seiner Rookie-Saison. Man darf also erwarten, dass er sich zumindest beim Toreschiessen nächste Saison wieder steigern wird.

Wo liegt die Zukunft?

Doch wo wird Meier nächste Saison spielen? Es ist offensichtlich, dass man in San Jose nicht mehr zufrieden mit ihm ist, schliesslich verdient der Stürmer auch sechs Millionen US-Dollar im Jahr. Man erwartet von ihm Tore sowie ein physisches Spiel und beides liefert er momentan nicht nach Wunsch ab. Andererseits ist er in einem überalterten Team auch einer der wenigen jungen Spieler, die über grosses Potenzial verfügen.

Trotzdem wird derzeit diskutiert, ob sich die Sharks im Sommer von Meier trennen. Dazu bestehen zwei Möglichkeiten: Entweder General Manager Doug Wilson lässt den Stürmer im Expansion Draft von Seattle ungeschützt, oder aber er findet per Trade einen Abnehmer. Ersteres ist nicht realistisch, denn im Expansion Draft würden die Sharks den Schweizer ohne Gegenwert verlieren.

Also bliebe noch ein Trade. Dafür muss sich Sharks-GM Wilson überlegen, wie die Zukunft des Teams aussehen soll. Die Mannschaft hat viele Spieler um und über 30 Jahren, die allesamt viel Geld kosten und deren Verträge noch lange laufen. Eine schlechte Ausgangslage für einen Rebuild. Er könnte natürlich versuchen, alles abzureissen und neben Timo Meier auch noch Spieler wie Evander Kane, Kevin Labanc und Erik Karlsson in andere Teams zu verfrachten und dafür Draft-Picks und Prospects anzuhäufen. Dieser Schritt ist zwar nicht undenkbar, aber kaum Wilsons erste Wahl, zumal der Draft-Jahrgang in diesem Jahr nicht besonders stark scheint.

Stattdessen wird er wohl eher versuchen, sich gezielt zu verstärken um mit dem aktuellen, alternden Kern noch einmal einen Angriff auf die Playoffs zu starten. Meier in einem 1:1-Tausch für einen anderen Gegenspieler wegzubringen ist allerdings nicht einfach. Die halbe Liga schlägt sich mit Salary-Cap-Problemen herum, sodass es schwierig ist, einen Deal zu finden, der für beide Seiten passt (man bedenke Meiers Cap-Hit von 6 Millionen).

Eine realistische Lösung könnte so aussehen: San Jose wird im Expansion Draft Erik Karlsson oder Brent Burns los und verschafft sich so Cap-Space. Timo Meier tauschen sie dann gegen ein oder zwei Prospects, die bald NHL-ready sind, sowie vielleicht einen Draft-Pick ein. So hätte Wilson wieder mehr als zehn Millionen Cap-Space zur Verfügung, um sich auf dem Free Agent Markt Verstärkung zu suchen.

Ob es dann tatsächlich so kommt? Das wissen wir dann im Sommer.

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Die 32 Stadien der 31 NHL-Teams

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