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Biel's Head Coach Lars Leuenberger, during the preliminary round game of National League A (NLA) Swiss Championship 2020/21 between HC HC Lugano and EHCB Bienne at the ice stadium Corner Arena in Lugano, Switzerland, Tuesday, March, 2, 2021. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Lars Leuenberger kann den Pre-Playoffs nicht viel abgewinnen. Bild: keystone

Biel-Trainer Leuenberger: «Hätte gerne eine Woche mit der Mannschaft trainiert»

Erstmals kommt es im Schweizer Eishockey ab morgen Mittwoch zu Playoff-Achtelfinals. Die Gemütslage bei den vier involvierten Teams – Biel spielt gegen die Rapperswil-Jona Lakers und Davos gegen Bern – könnte unterschiedlicher kaum sein.



Der EHC Biel erlebt in den letzten Wochen eine wahre Achterbahn der Gefühle. Erst rollt er das Feld von hinten auf und sieht das Ziel, die Top 6 und damit die direkte Viertelfinal-Qualifikation, wieder in Griffnähe. Dann die Hiobsbotschaft: dritte Quarantäne in dieser Saison. Und der Lichtblick: Ab Gründonnerstag darf die Mannschaft wieder trainieren, die letzten zwei Runden kann sie – im Gegensatz zum SC Bern – spielen.

La deception des joueurs biennois, lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League LNA, entre le Lausanne HC, LHC et le EHC Bienne, ce samedi 20 mars 2021 a la patinoire de la Vaudoise Arena a Lausanne. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Der EHC Biel muss gegen die SCRJ Lakers in die Extrarunde. Bild: keystone

Am Ostersamstag machen die Bieler in Genf in den letzten drei Minuten aus einem 0:1 ein 5:1 und klettern auf Platz 6. Wie gewonnen, so zerronnen: Nach der letzten Runde am Ostermontag und einem 1:3 in Zug ist es wieder Servette, das über den 6. Platz lachen kann.

Nun müssen die Bieler bereits am Mittwoch gegen die Rapperswil-Jona Lakers (10. der Qualifikation) wieder ran, während Servette eine Woche Pause bis zum Start der Playoff-Viertelfinals erhält. Biels Coach Lars Leuenberger macht keinen Hehl aus seinem Frust. «Ich hätte gerne die Woche frei gehabt, um mit der Mannschaft im Training zu arbeiten», sagt der ehemalige Meistertrainer des SC Bern. An Rapperswil-Jona wollte er am Montagabend noch gar nicht denken.

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Leuenberger im Interview nach der Niederlage gegen Zug. Video: YouTube/MySports

Verteidiger-Routinier Beat Forster mochte sich hingegen nicht zu sehr ärgern. «Die Situation ist gar nicht schwierig», meint er, mit der Erfahrung von 20 Saisons und fast 1000 Spielen in der National League die Ruhe selbst. «Wir haben ja immer noch die Chance auf die Playoffs.» Es habe es noch nie jemand geschafft, aus diesen Pre-Playoffs ganz nach vorne zu kommen, ergänzt er mit einem verschmitzten Lachen. «Warum nicht wir?» Hadern bringe gar nichts. «Sonst kannst du gleich zusammenpacken, dann bist du am Mittwoch nicht bereit.»

Forster sucht vielmehr das Positive an der Situation. «Wenn du in zwei Spielen gewinnst, bist du vielleicht in den Viertelfinals besser im Rhythmus als der Gegner», hofft er. In der Qualifikation gewann Biel alle drei Spiele gegen die Lakers, die erstmals seit dem Wiederaufstieg vor drei Jahren nicht Letzter wurden. Kuriosität des Kalenders in Zeiten von Corona-Verschiebungen: Alle drei Partien fanden im Januar innerhalb von neun Tagen statt, die vierte fiel letzte Woche der Bieler Quarantäne zum Opfer. Ein Sieg hätte die Seeländer im Nachhinein direkt in die Playoff-Viertelfinals gebracht ...

Das grosse Fragezeichen nach den Viertelfinals

Die Viertelfinals werden ab Dienstag, 13. April, im bewährten Best-of-7-Modus gespielt. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. Über der gesamten Planung hängt das riesige Damoklesschwert namens Coronavirus. Sollte erneut eine komplette Mannschaft in Quarantäne müssen, würde die betroffene Playoff-Serie für die entsprechende Dauer unterbrochen.

Aus diesem Grund wird erst nach Abschluss der Viertelfinals und unter Mitsprache der qualifizierten vier Klubs entschieden, über wie viele Spiele die Halbfinal- und Finalserien gehen werden. Klar ist: Wegen der anstehenden WM muss die Meisterschaft bis spätestens am 14. Mai beendet sein.

Wegen des Zeitdrucks wird jeden zweiten Tag gespielt. Die Teams befinden sich in einer sogenannten «Double Bubble» und dürfen sich nur in zwei Blasen – zuhause und im Stadion – bewegen. Zuschauer sind bis zu einem allfälligen neuen Bundesbeschluss keine zugelassen.

Brisantes Traditionsduell

Im zweiten Achtelfinal kommt es zu einem Klassiker des Schweizer Eishockeys. Zusätzliche Brisanz erhält das Duell zwischen dem HC Davos und dem SC Bern durch die Personalie Raeto Raffainer.

Die Berner warben den damaligen Sportchef der Bündner mitten in der Saison ab, was bei den Spielern des HCD und insbesondere deren Coach Christian Wohlwend, Engadiner wie Raffainer und mit diesem nicht nur professionell verbunden, auf wenig Verständnis stiess. Zudem ist es ein offenes Geheimnis, dass Wohlwends aktueller Assistent Johan Lundskog ebenfalls die Seiten wechseln und nächste Saison beim SCB als Chef an der Bande stehen wird.

Im Gegensatz zur ersten Serie ist zwischen Davos und Bern kaum ein Favorit auszumachen. In der Qualifikation gab es je zwei Siege. Der SCB ist erst am Ostermontag aus seiner fünften (!) Quarantäne aufs Eis zurückgekehrt. Die Frage ist deshalb: Wie sind die Berner in Form?

Sie müssen allerdings nur schon zufrieden sein, dass diese Achtelfinals eingeführt wurden, sonst hätte der noch immer amtierende Meister zum zweiten Mal in Folge die Playoffs verpasst. Zuletzt zeigte das Team des jungen Österreichers Mario Kogler Aufwärtstendenz, und der EHC Biel zeigte in den letzten Tagen, dass man durchaus stark aus einer Quarantäne zurückkehren kann. Vielleicht kam diese den Bernern nach dem Mammutprogramm der letzten Monate sogar entgegen. Beat Forster meint jedenfalls: «Sie haben genug Erfahrung im Team und werden damit umgehen können.» (pre/sda)

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