DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Tigers designierter Head Coach Jason O'Leary waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SCL Tigers und dem EV Zug, am Freitag, 26. Maerz 2021, im Ilfisstadion in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Jason O'Leary sitzt bei den SCL Tigers auf der Tribüne – in den verbleibenden zwei Heimspielen darf er das nicht mehr tun. Bild: keystone

Eismeister Zaugg

Eklat vor Amtsantritt – Langnaus neuer Trainer bekommt Hausverbot

Ohne Abstieg Ruhe? Nicht in Langnau. Der neue Trainer Jason O’Leary sorgt schon vor seinem Amtsantritt für Wirbel und der Bau eines zweiten Eisfeldes für rote Köpfe.



Seit dem 15. Februar ist Jason O’Leary (42) offiziell Langnaus Trainer für die nächste und übernächste Saison. Arbeitsbeginn: 1. Mai 2021.

Der fleissige Kanadier kümmert sich in der ihm eigenen Akribie schon jetzt intensiv um sein neues Team. Einer wie er überlässt nichts dem Zufall.

Erst sass er während der Spiele auf der Tribüne. Am Samstag begab er sich dann nach der Partie gegen den SC Bern sogar in die heiligen Hallen der Tiger. In den Kabinengang. Um dort mit Spielern zu plaudern. Damit hat er eine Kontroverse und einen Eklat ausgelöst.

Trainer Rikard Franzén ist noch im Amt. Die auffällige Präsenz seines Nachfolgers wird als unschicklich empfunden.

Tigers Head Coach Rikard Franzen waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SCL Tigers und dem SC Bern, am Samstag, 27. Maerz 2021, im Ilfisstadion in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Obwohl Rikard Franzén noch im Amt ist, hat sein Nachfolgler bei den Tigers schon Präsenz markiert. Bild: keystone

Langnaus Sportchef Marc Eichmann hat nun ein Machtwort gesprochen. Er bestätigt: «Ja, es stimmt, wir haben Jason für die restlichen zwei Partien angewiesen, nicht mehr ins Stadion zu kommen. Ich habe ihm auch die Weisung erteilt, bis Saisonende keine Interviews mehr zu geben. Wenn Sie ihn anrufen, dann wird er das Telefon nicht abnehmen.»

Also ein Haus- und Redeverbot? «So können Sie es nennen, wenn Sie wollen …» Und da es dem Chronisten fernliegt, irgendwo Öl ins Feuer zu giessen, hat er Jason O’Leary nicht angerufen, um in der Sache zu befragen.

Marc Eichmann sagt, Jason O’Leary habe sich korrekt verhalten und zuvor erkundigt, ob er ins Stadion kommen dürfe. «Wir haben das intern auch mit unserem Coaching-Team besprochen und niemand hatte etwas dagegen. Deshalb haben wir ihm grünes Licht gegeben.»

Nun sei die Sache aber etwas aus dem Ruder gelaufen. «Deshalb ist es besser, wenn sich Jason bis Saisonende nicht mehr im Stadion zeigt.» Die SCL Tigers haben noch zwei Heimspiele auf dem Programm: am Samstag gegen Zug und am Montag gegen die ZSC Lions. Den letzten Platz werden sie nicht mehr los.

Der Wirbel um den neuen Trainer mag eine Episode sein. Ums Eingemachte geht es bei der Kontroverse um den Bau eines zweiten überdachten Eisfeldes. Kostenpunkt: 15 Millionen.

Das Problem sind nicht primär die Baukosten. Für die kommt Präsident Peter Jakob auf. Es geht um die Betriebskosten, für die dann die SCL Tigers aufkommen müssen. Jahr für Jahr.

Weil jährliche Kosten in sechsstelliger Höhe befürchtet werden, gibt es interne Opposition. Hauptaktionär Karl Brügger will Kostenwahrheit. Ohne die stimmt er nicht zu. Präsident Peter Jakob droht mit Rücktritt, wenn im Sommer mit dem Bau nicht begonnen werden kann.

Nun hat sich der Verwaltungsrat darauf geeinigt, eine neutrale Expertise in Auftrag zu geben. Um herauszufinden, wie stark ein zweites überdachtes Eisfeld die Betriebsrechnung der SCL Tigers jährlich belasten wird.

Präsident Peter Jakob ist ein Visionär. Er hat vor zehn Jahren bereits 15 Millionen in den Umbau des Stadions investiert. Weitere 15 Millionen bewilligte damals das Langnauer Stimmvolk mit einer «DDR-Mehrheit» von über 75 Prozent.

Der Torhueter der Ottawa Senators Martin

Stanley-Cup-Sieger: Martin Gerbers Wort hat in Langnau Gewicht. Bild: KEYSTONE

Das zweite Eisfeld soll nun die Zukunft der SCL Tigers als Ausbildungsclub sichern. Inzwischen bekommt Peter Jakob Unterstützung von der wohl grössten Hockey-Autorität im Dorf. Von Stanley Cup-Sieger Martin Gerber. Seit dem Abschluss seiner Karriere lebt er mit seiner Familie im Dorf.

Martin Gerbers Wort hat auch deshalb Gewicht, weil er sich stark für die Nachwuchsabteilung engagiert, ohne sein Mitwirken an die grosse Glocke zu hängen. Treu dem Motto: Frage nicht, was die SCL Tigers für dich tun können. Frage, was du für die SCL Tigers tun kannst. Seine Aussage ist klar: «Wenn wir in Zukunft konkurrenzfähig bleiben wollen, dann brauchen wir ein zweites Eisfeld.»

watson Eishockey auf Instagram

Selfies an den schönsten Stränden von Lombok bis Honolulu, Fotos von Quinoa-Avocado-Salaten und vegane Randen-Lauch-Smoothies – das alles findest du bei uns garantiert nicht. Dafür haben wir die besten Videos, spannendsten News und witzigsten Sprüche rund ums Eishockey.

Folge uns hier auf Instagram.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

1 / 71
NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden
quelle: keystone / fabrice coffrini
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Despacito mit Eishockey-Spielern

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Patrick Fischer – ein Bandengeneral ohne Fortune, aber der richtige Nationalcoach

Hätte Patrick Fischer mit besserem Coaching den WM-Viertelfinal gegen Deutschland gewinnen können? Wahrscheinlich schon. Trotzdem ist er der richtige Nationaltrainer. Seine Absetzung würde uns um Jahre zurückwerfen.

Wenn Kaiser Napoléon ein fähiger Truppenführer zur Beförderung zum General vorgeschlagen wurde, soll er jeweils nur eine Frage gestellt haben: «Hat der Mann Glück?» Der grosse Korse wusste: Noch so viel militärischer Sachverstand hilft nicht, wenn im alles entscheidenden Moment das Glück fehlt.

Patrick Fischer wäre unter Napoléon nicht General geworden. Weil er im entscheidenden Augenblick kein Glück hat. Niederlagen gegen Deutschland in der Verlängerung im olympischen Achtelfinal von 2018 …

Artikel lesen
Link zum Artikel