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Riga Arena Eishockey

Einer der zwei Spielorte: die Riga Arena, Heimat des KHL-Teams Dinamo. Bild: Shutterstock

Eismeister Zaugg

Vor einer trostlosen Hockey-WM – aber einer guten für die Schweizer

Hockey-Weltpräsident René Fasel skizziert erstmals die Umrisse der WM in Lettland. Eine WM für die Katz?



Die WM ist die wichtigste Veranstaltung für den internationalen Eishockey-Verband (IIHF). Eine Verschiebung wie vor einem Jahr – die WM 2020 in Zürich und Lausanne wurde abgesagt – ist nicht mehr möglich. IIHF-Präsident René Fasel sagt: «Eine erneute Absage können wir ausschliessen.»

Aus gutem Grund: Der Rechteinhaber (TV, Werbung) Infront überweist im Jahr mehr als 15 Millionen Franken. The Show must go on. Und das lässt sich die IIHF etwas kosten. Fasel sagt, dass man aus den IIHF-Geldspeichern rund 20 Millionen Franken in die WM investieren werde. Um dem Organisator den Einnahmeausfall (möglicherweise keine Zuschauer) auszugleichen. Voraussichtlich übernimmt die Versicherung nur einen Teil der durch die Pandemie verursachten Kosten.

Eishockey-WM 2021 in Riga Puck

Die Pucks sind bereit fürs erste Bully. Bild: imago-images.de

Geplant wird ohne Fans im Stadion

In elf Tagen fliegt René Fasel an den WM-Ort Riga (ohne Zwischenlandung in Minsk), um mit den Vertreterinnen und Vertretern der lettischen Regierung weitere Einzelheiten zu klären. Ursprünglich wollten sich Weissrussland (Minsk) und Lettland die WM teilen. Inzwischen ist Minsk die WM entzogen worden. Alle Partien werden in zwei Stadien in Riga gespielt.

Ein wichtiger Punkt: Mit oder ohne zahlendem Publikum? Fasel sagt: «Wir planen mit der schlechtmöglichsten Variante. Mit leeren Stadien. Können dann doch Zuschauerinnen und Zuschauer kommen – umso besser. Wir rechnen aber auch im besten Fall lediglich mit einer maximalen Stadionauslastung von zwei Dritteln.» Und es wird wohl nur einheimisches Publikum zugelassen. «Es kann sein, dass keine ausländischen Fans ins Land gelassen werden.» Fasel betont, dass dies der Wissenstand von heute Freitag sei: «Die Situation kann sich laufend ändern.»

Kein Rock'n'Roll im rockigen Riga

Fest steht: die Spieler müssen am 16. Mai in Riga in die «WM-Bubble» einrücken. Alle Mannschaften logieren im gleichen Hotel. Bei der Anreise wird getestet und jeder muss erst einmal für zwei Tage im Hotel in die Isolation. Erst dann darf trainiert werden und fortan gibt es nur ein Leben im Hotel und im Stadion. Kein persönlicher Kontakt mit Menschen, die ausserhalb der Blase leben. Sozusagen leben wie in einer Raumstation. Kein Rock'n'Roll in den lauen Frühlingsnächten im rockigen Riga. Eine trostlose WM.

International Ice Hockey Federation President Rene Fasel reacts while speaking with Belarusian President Alexander Lukashenko during their talks in Minsk, Belarus, Monday, Jan. 11, 2021. (Nikolai Petrov/BelTA Pool Photo via AP)

IIHF-Präsident René Fasel anfang Jahr bei seinem umstrittenen Besuch in Minsk. Bild: keystone

Eigentlich wollten die Schweizer in Riga vor der WM noch zwei Testspiele bestreiten. René Fasel sagt, dass diese Partien wohl nicht stattfinden können. Denn beide Teams müssten dafür eine Blase organisieren.

Nach Riga soll nur, wer wirklich unverzichtbar ist

WM-Tourismus gibt es also praktisch nicht: womöglich keine ausländischen Fans und die WM-Delegationen sind knapp bemessen. Nur 44 Personen werden pro WM-Team zugelassen – neben den Spielern die Betreuer und die Funktionäre. Normalerweise umfasst eine WM-Expedition zwischen 60 und 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Auch die Anzahl Chronistinnen und Chronisten wird stark reduziert. Etwas mehr als 700 Personen beantragen jeweils eine Akkreditierung, um über das WM-Spektakel vor Ort berichten zu können. Bei der WM 2021 sollen nur rund 300 zugelassen werden. Gespräche mit Trainern und Spielern sind nur für Rechtehalter (TV- und Radiostationen, die für die Rechte bezahlen) möglich. Alle anderen können lediglich über Bildermaschinen mit den WM-Helden sprechen. Was auch von zu Hause aus möglich ist. Und die Hauskatze kann live dabei sein. Sozusagen eine WM für die Katz.

Ein Nachteil für alle Besucherinnen und Besucher aus der Schweiz: Wer aus Lettland in unser Land einreist, muss für 10 Tage in Quarantäne. René Fasel bestätigt, dass sich auch alle IIHF-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter strikt an diese Regelung halten, die mit der WM-Organisation beschäftigt sind und laufend hin und her reisen.

NHL-Stars ohne Lust

Bereits zeichnet sich ab, dass viele NHL-Stars nicht in die «WM-Blase» einrücken wollen. Die NHL strebt an, die Qualifikation bis am 2. Mai abzuschliessen. Für die WM (ab 21. Mai) werden also viele NHL-Spieler zur Verfügung stehen. Aber viele Absagen werden wohl dazu führen, dass die WM-Teams weitgehend mit Spielern aus den heimischen Ligen zusammengestellt werden.

Diese Ausgangslage könnte für die Schweizer zum Vorteil werden: Absagen unserer NHL-Stars sind eher nicht zu befürchten und mit den Besten aus der National League kann Nationaltrainer Patrick Fischer so oder so eine Mannschaft formen, die das Potenzial für den WM-Halbfinal hat.

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quelle: watson / ralf meile
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