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Die Zuger feiern den Sieg nach dem Spiel 1 des Playoff 1/2 Finalspiel der Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EV Zug und den SC Rapperswil Jona Lakers vom Sonntag, 25. April 2021 in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler).

Die Zuger feiern ihren ersten Halbfinal-Sieg gegen die Rapperswil-Jona Lakers. Bild: keystone

Eismeister Zaugg

5 Gründe, weshalb der EV Zug reif für den Meistertitel ist

Zug hat das SCB-Trauma überwunden, ist schon mal über die Lakers hinweggefegt und verfügt über alles, um erstmals seit 1998 wieder Meister zu werden.



Filmreif. Ja, filmreif ist die richtige Bezeichnung für Zugs «Operation Titelgewinn». Der bisherige Verlauf der Playoffs war wie das Drehbuch eines Hollywood-Films über eine Hockey-Organisation, die nach mehr als 20 Jahren endlich wieder meisterlich werden will. Titel: «Making of a Champion».

Der Ausgangspunkt ist das Scheitern in den Finals von 2017 und 2019 gegen den SC Bern. Der Blick zurück hilft uns bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage, ob es nun zur ersten Meisterschaft seit 1998 reichen wird.

Talent für eine Meisterschaft haben die Zuger bei weitem genug. Aber Meister werden ist eben auch Kopfsache. Der Anfang zu meisterlichem Denken ist in Zug die Überwindung des «SCB-Traumas», der Finalniederlagen von 2017 und 2019.

Die Highlights aus Spiel 1 des Halbfinals:

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Video: YouTube/MySports

Unentwegt erklären zwar alle, das spiele überhaupt keine Rolle. Das Gegenteil ist wahr. Auf dem Weg zum Gipfel ist die Auseinandersetzung mit dem SC Bern von zentraler Bedeutung. In der Aussenwahrnehmung war dieser SCB nach wie vor ein Titan. Aber tatsächlich nur noch ein sportlich heruntergewirtschafteter Champion, der in den letzten Sonnenstrahlen des Ruhmes der Mittelmässigkeit entgegenreitet und künftig froh sein muss, gegen Langnau, die Lakers oder Ambri bestehen zu können.

Wie stark dieses SCB-Trauma die Zuger Seele immer noch belastet hat, zeigen die zwei Niederlagen in Bern, die einem viel zu grossen Respekt geschuldet waren. Nun ist dieses Trauma im Viertelfinal überwunden worden. Ein besseres Mentaltraining konnte es zum Auftakt der Playoffs gar nicht geben.

In fünf Bereichen ist Zug gegenüber 2017 und 2019 klar besser geworden:

  1. Erstens auf der Torhüterposition. Leonardo Genoni ist zwar statistisch (Fangquote) nicht der beste letzte Mann dieser Playoffs. Aber mit seiner bisher besten Leistung im EVZ-Dress hat er in der bisher wichtigsten Partie der Saison «zu null» gespielt. Hätte Zug auch mit Tobias Stephan in Bern 1:0 gewonnen und den Einzug in den Halbfinal gesichert? Nein. Es brauchte Leonardo Genoni.
  2. Zweitens auf der Centerposition. Mit Jan Kovar haben die Zuger den besten Mittelstürmer der Liga. Er führt den ersten Sturm mit Grégory Hofmann und Dario Simion und kümmert sich zusätzlich um die defensiven Hausaufgaben. Wenn wir ihn wegen seiner technischen Brillanz als Schillerfalter bezeichnen, dann aber als Schillerfalter mit Zähnen und Klauen. Er lässt sich von keinem Gegenspieler dieser Liga einschüchtern. Und er hat in Russland und in Tschechien Meisterschaften gewonnen. Mit ihm haben die Zuger einen Leitwolf, der Meister sein kann. Captain Raphael Diaz war es bisher ja nicht.
  3. Drittens haben die Zuger im dritten Jahr unter Trainer Dan Tangnes eine ähnliche Stilsicherheit erreicht, wie zuvor der SC Bern mit Kari Jalonen. Diese Stilsicherheit ist die Voraussetzung für die Kombination von Tempo und Präzision. Um einen sehr gut organisierten Gegner wie die ZSC Lions oder Servette im Final zu besiegen ist diese Kombination die Grundvoraussetzung.
  4. Viertens ist die offensive Feuerkraft besser verteilt. Es reicht nicht, die erste Linie um Jan Kovar zu neutralisieren. Zu Zugs «secondary scoring» zählen Stürmer wie Lino Martschini, Carl Klingberg oder Yanick Zehnder, die bei vielen anderen Teams einen Platz im ersten Sturm hätten.
  5. Fünftens ist die defensive Stabilität grösser als 2017 und 2019. Auch ohne ausländische Verteidiger. Vergleichsweise «kleine» Namen wie Tobias Geisser, Livio Stadler und Claudio Cadonau tragen sehr viel zu dieser Stabilität bei.

Ist es vermessen, von den Titelchancen zu reden, wenn erst eine Partie im Halbfinal gewonnen ist? Nein. Zu einem künftigen Champion gehört es, jeden Gegner, auch die Lakers, ernst zu nehmen. Zu einem künftigen Champion gehört aber auch, nicht an einem Sieg über die Lakers zu zweifeln.

Die «Road Map» zum ersten Titel entspricht bisher wahrlich wie aus einem Filmdrehbuch: Platz eins nach der Qualifikation und dann wird gleich die meisterliche Dynastie aus Bern gestürzt. Seither ist das Selbstvertrauen gebürstet und gekämmt.

Nun dürfen die Zuger auf der spielerischen Autobahn in den Final brausen. Die Lakers sind der perfekte Aufbaugegner für die finale Herausforderung gegen die ZSC Lions oder Servette. Gut genug, um ernst genommen zu werden. Aber nicht gut genug, um diesen Halbfinal zu gewinnen.

Gegen die Lakers können die Zuger ihr Tempospiel «im scharfen Schuss» viel präziser justieren und die letzten Mängel besser korrigieren als im besten Training.

Vor einem durch und durch filmreifen Ende aller Meisterträume sollten sich die Zuger allerdings hüten: Das wäre in einem Hollywood-Film ein Scheitern gegen die Lakers. Titel: «When Pride comes before the Fall».

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