DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
L'entraineur genevois Chris McSorley lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League A, entre le Lausanne HC et Geneve-Servette HC, ce lundi 14 decembre 2015 a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Chris McSorley wird der neue Trainer des HC Lugano. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Lugano holt Chris McSorley als Trainer mit Vertrag für drei Jahre

Nun rockt es im Tessin. Lugano wird im Laufe der nächsten Woche seine spektakulärste Traineranstellung seit 1983 (John Slettvoll) verkünden: Chris McSorley kommt für drei Jahre.



Gerüchte über ein mögliches Engagement des charismatischen Kanadiers gibt es seit seiner stillosen Entmachtung in Genf. Nun ist es konkret: Luganos Sportchef Hnat Domenichelli, Geschäftsführer Marco Werder und Präsidentin Vicky Mantegazza haben sich geeinigt: Der neue Trainer heisst Chris McSorley. Und damit die Spieler gar nicht erst auf den Gedanken einer Revolte kommen wird die Stellung des neuen Chefs gleich mit einem Dreijahresvertrag «betoniert».

Lugano bekräftigt mit dieser Trainerwahl den Willen zur Rückkehr an die nationale Spitze. Es ist für beide Seiten erst einmal der perfekte Deal: Lugano will erstmals seit 2006 wieder Meister werden. Und Chris McSorley sucht seit seinem Engagement bei den Rittern von London (London Knights) in der Saison 1999/00 ein Team, mit dem er eine nationale Meisterschaft gewinnen kann. Ein Coach auf der Suche nach einem Meisterteam findet eine meisterliche Hockey-Firma – fast zu romantisch, um wahr zu sein. Eine Traumhochzeit. Aber halt doch eine auf der rutschigen Unterlage, auf der Hockey gespielt wird.

Die ganz grosse Frage: Kommt diese Chance für Chris McSorley gerade rechtzeitig oder zu spät? Wird er der Sergio Pellandini des Tessiner Hockeys oder der nächste John Slettvoll?

Kennen Sie Sergio Pellandini? Wir erlauben uns diesen Vergleich mit einer grossen Persönlichkeit der Tessiner Sportkultur.

Bildnummer: 06805923  Datum: 08.07.1984  Copyright: imago/Ferdi Hartung
Sergio Pellandini (Italien); 3-B Herren Motorsport vneg xmk quer o0 Vsw Motorrad WM 1984 Spa Francorchamps o0 500er, 500ccm, 500-er, ccm Aktion Freisteller

Image number 06805923 date 08 07 1984 Copyright imago Ferdi Hartung Sergio Pellandini Italy 3 B men motor aviation Vneg xmk horizontal o0 Vsw Motorcycle World Cup 1984 Spa Francorchamps o0 500 500ccm 500 he cc Action shot cut out

Für Sergio Pellandini kam das Glück zu spät. Bild: imago sportfotodienst

Sergio Pellandini, mit Jahrgang 1955, ist einer der grössten Rennfahrer der Schweizer Töffgeschichte. Jahrelang vollbrachte er auf käuflichen Rennmaschinen in der Königsklasse fahrerische Heldentaten. Immer am Limit. Aber einfach immer ein paar PS zu wenig gegen die Piloten auf den grossen Werksmaschinen.

Allen ist klar: Bekommt er eine Werksmaschine, dann rockt er die Töffwelt. Und tatsächlich bekommt er 1983, noch nicht 30 Jahre alt, diese Chance. Suzuki-General Roberto Gallina holt ihn ins Werksteam. Er hat schon Marco Lucchinelli und Franco Uncini zu Weltmeistern gemacht.

Aber das Glück kommt zu spät. Suzuki ist nicht mehr eine weltmeisterliche Höllenmaschine und Sergio Pellandini hat, inzwischen von Sturzverletzungen gezeichnet, seine ganz grosse Zeit hinter sich. Zu Siegen reicht es nicht mehr.

Ist also Lugano immer noch eine meisterliche Hockey-Organisation? Ist Chris McSorley mit 59 nach wie vor ein Coach, der ein Maximum aus einer Mannschaft herauszuholen versteht?

Wir können beide Fragen mit «Ja, aber…» beantworten. Ja, Lugano hat die Mittel, die Kultur, die Erfahrung und das Wissen, um erneut meisterlich zu werden. Aber noch nicht diese Saison. Mit der Mannschaft und den Torhütern, die Serge Pelletier diese Saison zur Verfügung hatte, wird auch Chris McSorley nicht Meister. Auch deshalb macht der Dreijahresvertrag Sinn.

«Ja, aber…» noch aus einem anderen Grund. In Genf hat Chris McSorley das erfolgreichste Sportunternehmen der Westschweiz aufgebaut und ein Maximum herausgeholt: zweimal Finalist (2008, 2010) und zweimal Spengler Cup-Sieger. Weil er zeitweise alles war: Coach, Sportchef und Hauptaktionär.

In Lugano ist es anders. Wer mit dem neuen Trainer nicht klarkommt, kann sich bei Sportchef Hnat Domenichelli beschweren. Findet er dort kein Gehör, so hat Präsidentin und Klubbesitzerin Vicky Mantegazza für die Spieler immer ein offenes Ohr. Das grosse Verständnis für die Klagen des spielenden Personals ist die einzige Schwäche dieser klugen, starken Hockey-Powerfrau.

Womit wir beim Kern der Sache angelangt sind: Steht in Lugano die Unternehmensführung so geschlossen hinter Chris McSorley wie einst hinter John Slettvoll, dem Schöpfer des «Grande Lugano» mit den Titeln von 1986, 1987, 1988 und 1990 – dann wird der eloquente Kanadier der neue John Slettvoll und im Laufe der nächsten drei Jahre mindestens einmal Meister.

So oder so: Es wird ein rauer Wind unter den Palmen im Kalifornien unseres Hockeys wehen.

P.S. Nebenbei bleibt Chris McSorley der Koordinator des geplanten Arena-Projektes in Sierre.

watson Eishockey auf Instagram

Selfies an den schönsten Stränden von Lombok bis Honolulu, Fotos von Quinoa-Avocado-Salaten und vegane Randen-Lauch-Smoothies – das alles findest du bei uns garantiert nicht. Dafür haben wir die besten Videos, spannendsten News und witzigsten Sprüche rund ums Eishockey.

Folge uns hier auf Instagram.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

1 / 71
NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden
quelle: keystone / fabrice coffrini
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Du bist ein echter Eishockey-Fan? So kriegst du das Stadion-Feeling zuhause hin.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

SRF verliert ein Aushängeschild – Jann Billeter wechselt den Sender

Beinahe ein Vierteljahrhundert prägte Jann Billeter als Moderator den Sport im Schweizer Fernsehen. Nun ist damit Schluss: Der Hockey-Liebhaber wechselt zum Bezahlsender MySports.

Für MySports ist dieser Transfer ein veritabler Coup, ähnlich wie bei der Lancierung die Verpflichtung von Steffi Buchli (heute Sportchefin des «Blick»). Schliesslich gilt Jann Billeter als eines der populärsten Gesichter in der Schweizer Sport-TV-Landschaft. Doch nach 24 Jahren verlässt der Bündner das Schweizer Fernsehen. Nach den Olympischen Spielen wechselt er den Sender.

Als Hauptgrund nennt Billeter den Fokus von MySports auf seinen Lieblingssport. «MySports bietet mir etwas, was bisher …

Artikel lesen
Link zum Artikel