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Switzerland's Mario Gavranovic is congratulated by teammate Haris Seferovic, left, after scoring his team's first goal during the UEFA Nations League soccer match between Germany and Switzerland in Cologne, Germany, Tuesday, Oct. 13, 2020. (AP Photo/Martin Meissner)

Sofern sie gesund bleiben, sind sie an der EM dabei: Haris Seferovic (links) und Mario Gavranovic. Bild: keystone

Der Traum von der EM – Frey und Drmic treffen und treffen

Nur noch rund fünf Wochen dauert es bis zum ersten EM-Spiel der Schweiz gegen Wales. Vladimir Petkovic hat den Grossteil seines Kaders im Kopf. Aber zwei Stürmer drängen in letzter Minute darauf, den EM-Zug ebenfalls noch zu erwischen: Josip Drmic und Michi Frey.



Wenn die Schweiz am 12. Juni in Baku auf Wales trifft, muss man kein Hellseher sein. Im Sturm wird, sofern er nicht verletzt ist, Haris Seferovic auflaufen. Mit 18 Treffern führt der Mittelstürmer von Benfica Lissabon die Torschützenliste der portugiesischen Liga NOS an. Im Nationalteam steht Seferovic, der bislang 21 Länderspieltore erzielte, in der Hierarchie ganz oben.

Auch der Platz hinter dem längst als «Mann aus Sursee» bekannten Seferovic scheint vergeben zu sein. Mario Gavranovic, der sein erstes Länderspiel vor mittlerweile zehn Jahren bestritten hat, ist erster Ersatz. Beim letzten Testspiel gegen Finnland schoss er ein Tor, in der Nations League beim 3:3 gegen Deutschland im vergangenen Herbst waren es zwei Treffer. Die Rolle als Nummer 2 im Angriff hat er akzeptiert, ist so ein wertvolles Mitglied der Nati. Mit Dinamo Zagreb ist Gavranovic, der in 23 Meisterschaftsspielen 14 Mal traf, auf Kurs in Richtung kroatischer Meisterschaft. Derzeit fällt der Tessiner wegen einer Muskelverletzung aus.

26 statt 23 Spieler im Kader

Beim bislang letzten Turnier, der WM 2018 in Russland, bot Vladimir Petkovic drei Stürmer in sein Team auf, nebst Seferovic und Gavranovic auch noch Josip Drmic. Damals bestand das Kader aus 23 Akteuren. Wegen der Corona-Pandemie und allfällig nicht ganz fitten Spielern entschied sich die UEFA jedoch bei der EM 2021 für 26-Mann-Kader.

Switzerland's Josip Drmic celebrates after scoring his side's second goal during the group E match between Switzerland and Costa Rica at the 2018 soccer World Cup in the Nizhny Novgorod Stadium in Nizhny Novgorod , Russia, Wednesday, June 27, 2018. Drmic scored once and the match ended in a 2-2 draw. (AP Photo/Vadim Ghirda)

Beim 2:2 gegen Costa Rica bejubelt Drmic seinen vermeintlichen 2:1-Siegtreffer kurz vor Schluss. Bild: AP

Diese Aufstockung ist bestimmt gut für einen Spieler wie Steven Zuber, der bei Eintracht Frankfurt nur noch Kürzesteinsätze absolvieren darf und wenig Spielpraxis hat. Oder für einen wie Christian Fassnacht von Meister YB, der so wohl eher zur EM darf. Und die Aufstockung ist auch gut für zwei Angreifer, die nicht mehr viele Beobachter im Fokus hatten: Josip Drmic und Michi Frey.

Kroatien statt Premier League

Drmic hat eine schwere Zeit hinter sich. Nach dem Abstieg mit Norwich City wurde er vom Klub aussortiert, stand seit vergangenem Sommer auf dem Abstellgleis. Im Februar schloss er sich HNK Rijeka an – und fand in Kroatien zu alter Stärke zurück. Bei seinen letzten sieben Einsätzen seit Mitte März schoss Drmic in fünf von sieben Spielen ein Tor.

Das dürfte Petkovic nicht verborgen geblieben sein. «Ich habe einen sehr guten Draht zum Nationaltrainer», betonte Drmic kurz vor seinem Wechsel in einem Interview mit der «Bild». «Ich schätze an ihm, dass er sich auch meldet, wenn es schlecht läuft, um dich aufzubauen oder einfach nur zu quatschen.»

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Einer seiner Tore: Drmic gegen Gorica. Video: YouTube/FTI TV Official

Ajeti und Itten sind in Glasgow nur Ergänzungsspieler

Der 28-jährige Drmic kämpft vermutlich gegen zwei «Schotten» um einen Platz im EM-Kader. Cedric Itten wurde mit den Glasgow Rangers überlegen Meister, bekleidete aber nur eine Nebenrolle. Häufig war der Basler Joker, in 26 Liga-Einsätzen brachte er es auf vier Treffer. Verlass war auf ihn in der Nati: Drei Tore in drei Spielen, darunter der 1:0-Siegtreffer gegen Georgien in der EM-Qualifikation.

Switzerland's midfielder Cedric Itten celebrates his goal during the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match between Switzerland and Georgia at the Kybunpark stadium in St. Gallen, Switzerland, Friday, November 15, 2019. (PPR/Valentin Flauraud)

Hallo, da bin ich! Itten schiesst beim Länderspiel-Debüt gleich den Siegtreffer. Bild: KEYSTONE

Bei den letzten zwei Nati-Zusammenzügen fehlte Itten allerdings. Gar die letzten drei Mal nicht dabei war Albian Ajeti, der nach einem verpfuschten Jahr bei West Ham einen brillanten Einstand bei Celtic Glasgow hatte. In fünf der ersten sechs Meisterschaftsspiele der Saison traf er, ehe diese Erfolgssträhne endete. Nach jenen fünf Toren folgte nur noch ein weiteres, auch Ajeti konnte sich keinen Stammplatz erkämpfen.

Eigentlich haben die beiden Klubs ja gar kein «Glasgow» im Namen:

Von Bern aus wollte er die Welt erobern, gelandet ist er in Belgien

Vielleicht gibt es aber auch ein EM-Ticket für einen Stürmer, den viele schon vergessen haben: Michi Frey. Mittlerweile 26 Jahre alt ist der einstige grosse Hoffnungsträger, er spielt in Belgien für Waasland-Beveren. Keine ganz grosse Adresse, an die ihn Fenerbahce ausgeliehen hat. Aber: Es ist ein Ort, an dem Frey trifft. Sechs Tore waren es in den letzten fünf Einsätzen. Am Samstag traf er beim 1:1 in den Abstiegs-Playoffs gegen Seraing.

BEVEREN, BELGIUM - APRIL 6 : Michael Frey forward of Beveren jumps up to celebrate scoring the opening goal during the Jupiler Pro League match between Waasland-Beveren and Sint-Truidense VV at the Freethiel stadium on April 06, 2021 in Beveren, Belgium, 6/04/2021 FOOTBALL : Waasland Beveren vs Saint Trond VV - Jupiler Pro League - 06/04/2021 PhotoNews/Panoramic PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY

Die Haare sind weg, die Emotionen noch da: Michi Frey. Bild: www.imago-images.de

Auf 16 Treffer in 31 Einsätzen bringt es Frey in dieser Saison. Nati-Luft durfte er nur einmal schnuppern. Im Oktober 2014 bot Vladimir Petkovic den jungen Stürmer für zwei Länderspiele auf, setzte ihn jedoch nicht ein. Frey war damals ein Senkrechtstarter auf dem Weg nach oben – der abstürzte und seither eine Karriere erlebt, die einer Achterbahnfahrt gleicht.

Frey schaffte bei YB den Durchbruch, war dort Publikumsliebling. Endlich ein «eigener», ein junger Berner! Einer, der mit viel Leidenschaft stürmte. Doch dann wechselte er nach Frankreich, wo er bei Lille wegen einer Verletzung nicht an seine alte Form anknüpfen konnte. Er kehrte zurück nach Hause, zunächst zum FC Luzern und dann retour zu den Young Boys. Dort ist er heute nicht mehr allzu beliebt. Denn er verliess YB in Richtung FC Zürich und feierte seinen Treffer im Cupfinal 2018 – gegen YB – aus Berner Sicht etwas gar überschwänglich.

ARCHIVBILD ZUM WECHSEL VON MICHAEL FREY ZU FENERBAHCE --- Zuerichs Michael Frey jubelt nach dem Sieg im Schweizer Fussball Cupfinalspiel zwischen den Berner Young Boys und dem FC Zuerich, am Sonntag 27. Mai 2018, im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Cupsieger mit dem FCZ: Michi Frey vor drei Jahren. Bild: KEYSTONE

Letzter Kaderschnitt nach Trainings-Camp in Bad Ragaz

Mit seinen Toren für den FCZ machte sich Frey wiederum für einen ausländischen Klub attraktiv: Fenerbahce engagierte ihn, einer der drei Grossen aus Istanbul. In der Türkei traf er aber zu selten, er wurde nach Nürnberg in die 2. Bundesliga ausgeliehen, kehrte zu «Fener» zurück und stürmt nun seit Oktober 2020 in Ostflandern. Vladimir Petkovic bot ihn in all den Jahren nie mehr auf. Ob er ihn nun kurz vor der EM aus dem Hut zaubert?

Du kannst nur einen dieser vier Stürmer aufbieten. Für wen entscheidest du dich?

Nach Pfingsten bereitet sich die Schweizer Nati in Bad Ragaz auf die EM vor. In dieses Trainings-Camp dürfte Petkovic mehr Spieler aufbieten als die 26, die er ans Turnier mitnehmen darf. Mindestens ein Platz dürfte frei sein im Schweizer EM-Sturm – wer ihn will, erhält dort und in den EM-Tests gegen die USA und Liechtenstein die letzte Gelegenheit, sich aufzudrängen.

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Die Rekordspieler der Schweizer Nati

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Die Rekordspieler der Schweizer Nati
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