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An arena worker removes the net from the ice after the Vancouver Canucks and Calgary Flames NHL hockey game was postponed due to a positive COVID-19 test result, in Vancouver, British Columbia, Wednesday, March 31, 2021. (Darryl Dyck/The Canadian Press via AP)

31. März: Das Training der Vancouver Canucks wird nach zwei positiven Coronatests abgesagt – das ist erst der Anfang. Bild: keystone

Wie das Coronavirus ein NHL-Team stilllegt und was P.1 damit zu tun hat

Der Trainings- und Spielbetrieb bei den Vancouver Canucks ist seit einigen Tagen stillgelegt. Derzeit scheint es auch unwahrscheinlich, dass das kanadische NHL-Team in Kürze wieder ein Spiel bestreiten kann. Der Grund ist das Coronavirus. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.



Wie verlief der Ausbruch bislang?

Bislang wurden die Teams der rein kanadischen North Division von grösseren Covid-19-Ausbrüchen verschont, während die Teams aus den USA längere Zeit grössere Mühe hatten. Am letzten Dienstag wurde Stürmer Adam Gaudette positiv getestet und musste das Training deshalb vorzeitig beenden. Der Rest der Mannschaft wurde von den «Contact Tracern» der NHL und den Gesundheitsbehörden der Provinz British Columbia bald wieder für den Spiel- und Trainingsbetrieb freigegeben.

«Der Ausbruch beschränkt sich auf eine Person. Wir haben die Protokolle der NHL befolgt», sagte Canucks-Trainer Travis Green am Mittwochmorgen. Da hatte er gerade ein leichtes Aufwärmen («Morning Skate») mit der gesamten Mannschaft absolviert. Am Mittwochabend wäre eine Partie gegen die Montreal Canadiens angestanden, die selbst bereits zwei positive Tests in ihren Reihen hatten. Doch dazu kam es nicht mehr. Noch am Mittwoch wurde Vancouvers Verteidiger Travis Hamonic ebenfalls positiv getestet. Danach verschob die Liga das Spiel gegen Montreal und ordnete erneut eine Reihe von Tests an. Bis Sonntag wurden insgesamt 14 Spieler und 3 Mitglieder des Coaching-Teams positiv getestet.

Welche Spieler sind betroffen?

Zuerst wurden Stürmer Adam Gaudette und Verteidiger Travis Hamonic positiv getestet. Am Freitag kamen Torhüter Braden Holtby, die Verteidiger Alex Edler, Quinn Hughes und Travis Hamonic sowie die Stürmer Zack MacEwan und Antoine Roussel dazu.

Am Samstag wurde die Covid-Liste der Canucks mit Goalie Thatcher Demko, Verteidiger Tyler Myers und den Stürmern Bo Horvat, Tyler Motte, Travis Boyd, Jayce Hawryluk and Brandon Sutter ergänzt. Zudem sollen sich weitere Spieler, die als Risiko-Kontakte eruiert wurden, in Quarantäne befinden.

Wie geht es den Spielern?

Nicht gut. Zumindest nicht allen. Während einige Betroffene keine oder nur leichte Symptome verspüren sollen, scheint es andere härter zu treffen. Gemäss Darren Dreger vom kanadischen TV-Sender TSN sollen einige der Spieler «sehr krank» sein.

Sein Kollege Farhan Lalji berichtet zudem, dass es einigen Canucks-Spielern derart schlecht gehe, dass sie das medizinische Personal der Mannschaft zuhause intravenös behandle.

Micaela Gaudette, die Frau von Stürmer Adam Gaudette, schrieb auf Twitter: «Mein Mann ist nicht in besonders guter Form, aber ich kümmere mich um ihn.»

Warum trifft das Virus die Canucks so stark?

Gemäss Medienberichten soll bei einigen der positiven Tests bei den Vancouver Canucks die Virusvariante P.1 identifiziert worden sein. Die vor allem in Brasilien stark verbreitete Mutation gilt als ansteckender, aggressiver und möglicherweise resistenter gegen Impfungen als die ursprünglichen Virusstränge. Das könnte erklären, wie sich das Virus innerhalb der Mannschaft trotz täglichen Tests so stark verbreiten konnte und warum es gewisse Spieler so hart trifft.

Angesteckt dürften sich die ersten Spieler wohl im Alltag in Vancouver haben. Die westkanadische Metropole gilt mittlerweile als grösster P.1-Hotspot ausserhalb Brasiliens. Die Fallzahlen in der Provinz British Columbia steigen stark an und Gesundheitsbehörden rufen die Bewohner dazu auf, zuhause zu bleiben.

Einige Spieler dürften sich aber auch während des Trainings am vergangenen Dienstag oder dem «Morning Skate» am Mittwoch infiziert haben. Das kalte Klima in Eishallen begünstigt eine Übertragung von Viren durch Aerosole.

Wie reagiert die NHL?

Die NHL hat alle Spiele der Vancouver Canucks bis und mit dem 8. April verschoben. Die Trainingsanlagen dürften frühestens am 6. April wieder öffnen. Doch man muss aktuell mit weiteren Verschiebungen rechnen. Experten befürchten, dass noch weitere positive Testresultate dazukommen werden.

Neben den Verschiebungen hat die Liga zudem alle Teams nochmals explizit dazu aufgefordert, sich strikt an die Covid-Protokolle zu halten. Zuletzt seien die Vorschriften nicht mehr genau genug umgesetzt worden. Konkret weist die NHL Spieler und Trainer an:

Zudem wurde den Trainern noch einmal explizit gesagt, dass sie die Masken nicht runterziehen sollen, wenn sie den Spielern eine Anweisung geben.

Wie geht es für die Canucks weiter?

Das lässt sich jetzt noch nicht konkret beantworten. Aktuell heisst es vor allem abwarten und hoffen, dass nicht noch mehr positive Testresultate dazukommen. Es scheint aktuell wahrscheinlich, dass Vancouver die Regular Season nicht mit den vorgesehenen 56 Spielen beendet, auch wenn die Liga von diesem Szenario noch nichts wissen will.

Sollte einem Teil der Mannschaft bald wieder erlaubt werden zu trainieren, dürfte Vancouver einige Spieler aus der AHL aufbieten, um eine einigermassen komplette Mannschaft beisammen zu haben. Dabei müssen die Canucks aber auch den Salary Cap im Auge behalten, denn Spieler, die sich auf der Covid-Liste befinden, zählen weiterhin ganz normal gegen den Cap.

Die Canucks können diese aber Temporär durch AHL-Spieler ersetzen, aber nur durch solche, die weniger als eine Million jährlich kosten. Das bedeutet auch, dass der Schweizer Sven Bärtschi (3,37 Millionen pro Jahr) wohl weiterhin in der AHL bleiben wird.

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