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«Cool Runnings» in echt. bild: ap

Unvergessen

Die Geburtsstunde einer Legende: Jamaika hat 'ne Bobmannschaft!

20. Februar 1988: Sie sind die Attraktion an den Olympischen Winterspielen in Calgary. Zum ersten Mal sprinten Jamaikaner über das Eis statt über die Rennbahn.



Wer kennt sie nicht? Den schönen Derice, den kleinen Junior, Yul und Senka. Sie sind die vier waghalsigen Jamaikaner, die sich im Film «Cool Runnings» im Viererbob für Olympia qualifizieren wollen. Was längst nicht jeder weiss, ist dass dies 1988 in Calgary tatsächlich der Fall war. «Schuld» daran ist ein junger amerikanischer Geschäftsmann.

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Szene aus dem Film «Cool Runnings». Video: YouTube/Sunflowerboy_xd 74

Bob-Marley-Nation auf Eis

Viele lachen, als George Fitch auf die Idee kommt, Jamaika aufs Eis zu bringen. Dennoch lässt er sich nicht vom Weg abbringen. In Kingston lebend besucht Fitch viele der in Jamaika beliebten Seifenkistenrennen. Natürlich übersieht er die Ähnlichkeiten mit dem Bobsport nicht und er macht es sich zur Aufgabe, Jamaika ein Bobteam zu verschaffen.

Seine Jungs findet er zwar nicht wie gewünscht beim erfolgreichen Sprinterteam, dafür im jamaikanischen Militär: Dudley Stokes, Devon Harris, Michael White und Caswell Allen.

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16:9

Team Jamaika am Strand. Bild «16:9»

Nun hat der Geschäftsmann sein Team beisammen. Doch Bobfahrer sind die vier Jamaikaner noch nicht. Und wirklich vorstellen können sie es sich auch nicht.

«Es war kalt und rutschig … dazu kamen die dünnen Rennanzüge und dann soll man auch noch so schnell rennen wie man kann.»

Pilot Dudley Stokes

In einem Gespräch in der Serie «SF unterwegs» meint Stokes: «Es war kalt und rutschig … dazu kamen die dünnen Rennanzüge und dann soll man auch noch so schnell rennen wie man kann.» Nur Fitch hält an seinem Traum fest und bringt die Jungs so auf Vordermann, dass sie die Qualifikation für Olympia erreichen.

jamaika bob team cool runnings unvergessen olympia 1988 20. februar calgary http://www.themarkofaleader.com/library/stories/the-jamaican-bobsled-team-and-other-impossibilities/

Die Maskottchen Hidy und Howdy waren nicht lange die einzigen Fans von Team Jamaika. BIld: themarkofaleader.com

Dabei sein ist alles

Sportlich ist die Teilnahme kein Erfolg. Im Zweier- wie auch im Viererbob belegt Team Jamaika einen hinteren Platz. Zu allem Übel stürzt der Vierer auch noch in einem Lauf. Dennoch werden ihre Leistungen wohlwollend anerkannt.

Glück im Unglück

Kurz vor Olympia verletzt sich Caswell Allan, einer der Anschieber. Dudley Stokes schlägt vor, seinen Bruder Chris ins Team zu holen. Und nach einigen Gesprächen mit den Funktionären durfte der jamaikanische Sprinter mittun.

«Für Jamaikaner üblich», erreichen sie das Ziel zwar zu Fuss, werden aber von den Fans ins Ziel getragen. Unter herzlichem Applaus schieben die Olympia-Neulinge den Bob über die Linie und bleiben mit ihrem Auftritt für immer in den Herzen der Fans. Bis heute.

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Die wahre Geschichte von Jamaika an den Winterspielen 1988 in Calgary. Video: streamable

Seither war Jamaika mit Ausnahme von 2006 und 2010 stets bei den olympischen Bob-Wettkämpfen dabei. Im Vorfeld der Spiele von Sotschi kämpften die Jamaikaner mit finanziellen Problemen, doch eine weltweite Spendensammlung brachte das nötige Geld rasch zusammen. Im Eiskanal klappte dann nicht mehr viel, auch 2014 war Bob Jamaika I erst ganz weit hinten im Klassement zu finden: Auf Platz 29. Dem letzten Platz.

In Pyeongchang sind drei Sportler aus dem Karibik-Staat dabei – natürlich im Eiskanal, der natürlichen Heimat jamaikanischer Wintersportler. Anthony Watson wurde im Skeleton 29. von 30 Teilnehmern, Jazmine Fenlator-Victorian und Anschieberin Carrie Russell fuhren auf Rang 18 von 19.

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