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Wirtschaft
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Schuldenstreit in der EU

Gnadenfrist: EU gewährt Griechenland sechs Monate Zeit

Die EU-Kommission will Griechenland laut einem Agenturbericht ein halbes Jahr geben, um eine Einigung mit den Gläubigern zu erzielen. Über einen entsprechenden Vorschlag sollen die Euro-Finanzminister an diesem Mittwoch entscheiden.



Ein Artikel von

Spiegel Online
epaselect epa04612850 A woman walks past graffiti that reads 'Cut the debt IMF go home' on a fence around the Academy of Sciences in Athens, Greece, 10 February 2015. A Eurogroup meeting on the Greek debt will be held in Brussels on 11 February.  EPA/ORESTIS PANAGIOTOU

Die Griechen wollen den Schuldenschnitt. Bild: EPA/ANA-MPA

Frankfurt am Main - Griechenland bekommt möglicherweise etwas Luft für die Lösung seines Schuldenproblems: Die EU-Kommission will der Regierung in Athen einem Medienbericht zufolge sechs Monate Zeit für eine Einigung mit den Gläubigern geben. Dieser Kompromissvorschlag soll am Mittwoch auf dem Treffen der Finanzminister der Eurozone vorgelegt werden, berichtet die Nachrichtenagentur Market News International (MNI) unter Berufung auf einen ranghohen Kommissionsvertreter.

In den sechs Monaten soll über alle offenen Fragen und die Zeit nach dem bisherigen Hilfsprogramm gesprochen werden. Eine Sprecherin der EU-Kommission teilte mit, es gebe im Schuldenstreit mit der griechischen Regierung bisher keinen formalen Vorschlag, es würden aber intensive Gespräche geführt.

Das aktuelle Programm läuft Ende Februar aus. MNI berichtet jedoch nicht darüber, welche Summen Griechenland für diesen Zeitraum erhalten soll. Dem Bericht zufolge will die EZB in dieser Übergangszeit wieder griechische Anleihen als Sicherheiten akzeptieren. Die neue griechische Regierung lehnt bisher eine Fortsetzung der Spar- und Reformpolitik ab. Wie hier eine Einigung aussehen könnte, bleibt unklar.

Der Eurokurs stieg nach der Meldung kurzzeitig an, gab aber einen Grossteil seiner Gewinne rasch wieder ab. Die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen gingen weiter zurück.

Tsipras will offenbar mit Juncker sprechen

FILE - In this Friday Feb. 6, 2015 file photo, Greek Minister Alexis Tsipras, right, and his Finance Minister Yanis Varoufakis look on during the vote for the president of Greece's parliament in Athens. Barely 10 days after radical left-wing Syriza was swept to power in Athens, analysts expect a compromise over Greece's debts to emerge, allowing it to remain a member of the 19-country eurozone. (AP Photo/Petros Giannakouris, File)

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras und sein Finanzminister Yanis Varoufakis. Bild: Petros Giannakouris/AP/KEYSTONE

Angesichts der schwierigen Verhandlungen über die griechischen Staatsschulden will der griechische Regierungschef Alexis Tsipras offenbar dringend mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker telefonieren. Das berichtet das griechische Fernsehen unter Berufung auf Regierungskreise. Das Telefongespräch solle noch am Nachmittag stattfinden.

In Athen hat die Syriza-Regierung unterdessen bekannt gegeben, dass sie zwei weitere grosse Wirtschaftsprojekte stoppen will. Energieminister Panagiotis Lafazanis sagte vor dem Parlament, man werde juristisch gegen die geplante Goldmine Skouries im Norden des Landes vorgehen. Zudem werde die Regierung den Verkauf des alten Athener Flughafens Hellenikon prüfen. Ziel sei es, das Geschäft zu verhindern.

Die von der Eldorado Gold betriebene Mine war das Vorzeige-Investitionsprojekt der alten Regierung. Der kanadische Konzern hatte das Bergwerk 2012 übernommen und angekündigt, eine Milliarde Dollar über fünf Jahre einzubringen. Die Fertigstellung ist für 2016 geplant. Gegner der Projekts fürchten Schäden für die Tourismuswirtschaft und an der Umwelt.

Die neue Regierung in Athen hat bereits eine Reihe Privatisierungen abgeblasen, darunter den Verkauf des Hafens von Piräus und eines Energieversorgers. Der Flughafenbetreiber Fraport erklärte am Wochenende, er erwarte weiterhin den Vollzug eines geplanten milliardenschweren Kaufs von 14 griechischen Regionalflughäfen. (nck/dpa/Reuters)

Griechenland

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