Wirtschaft
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SHEFFIELD, UNITED KINGDOM - MAY 22: A defaced UKIP poster showing the faces of Nigel Farage, David Cameron, Ed Miliband and Nick Clegg on May 22, 2014 in Sheffield, England. Voters across Europe are taking to the polls to vote in the elections for the European Parliament as well as local council elections in England and Northern Ireland. (Photo by Dave Thompson/Getty Images)

Bild: Getty Images Europe

Erklärbär

Sechs Gründe, warum die Engländer Europa hassen

Der Wahlsieg der Rechtspopulisten war vorhersehbar und hat bekannte Ursachen. 



Die Kommunal- und Europawahlen werden in England zu einem Triumph der UK Independence Party (Ukip) von Nigel Farage, einer Art SVP auf Stelzen. Wie Christoph Blocher bei uns, setzt Farage auf das Feindbild Brüssel und verlangt einen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU. Warum er damit auf der Insel so gut ankommt, erklärt Stephen Fidler im «Wall Street Journal»

Die EU wurde nicht von den Briten erfunden

Die ehemalige Weltmacht Grossbritannien hat die meisten globalen Institutionen massgeblich mit geprägt, von der UN über den Internationalen Währungsfonds bis zur Welthandelsorganisation. Bei der EU hingegen sind die Briten stets aussen vor geblieben. Dort geben bis heute Deutschland und Frankreich vor, wo es lang geht.

Das Nein von General de Gaulle

TO GO WITH AFP STORY 
(FILES) A file picture taken in June 1945 in Paris shows French General Charles de Gaulle (L) and US General Dwight David Eisenhower (R) walking near the Arc de Triomphe (Arch of Triumph).  As Supreme Commander of Allied Forces in Europe, the future president,

De Gaulle vor seiner Präsidentschaft als General. Bild: AFP

Erst in den späten 1960er Jahren wollten die Briten der damaligen EWG beitreten. Zunächst jedoch wollte der französische Präsident Charles de Gaulle davon nichts wissen. 1967 sagte er zunächst «No». Die Engländer waren zu Recht tief beleidigt. De Gaulle hatte seine Kriegsjahre im Exil auf der Insel verbracht.

Die Linke begeht politischen Selbstmord

Erst 1973 traten die Briten der EU bei. Damals war der konservative Premierminister Edward Heath an der Macht. Die sozialistische Labour Partei hingegen war gegenüber der EU äusserst skeptisch eingestellt. 1983 war ein Austritt aus der EU sogar ein zentraler Teil des Labour-Wahlmanifestes. Sie verloren damit haushoch.

Die heilige Margaret 

French President Francois Mitterrand and British Prime Minister Margaret Thatcher exchange copies of the newly signed treaty for the building and operation of the Channel Tunnel, in Canterbury, England on Feb. 12, 1986. (AP Photo/David Caulkin)

François Mitterrand und Margaret Thatcher.  Bild: AP

Mit Margaret Thatcher wurde Anti-EU-Politik auch bei den Konservativen salonfähig. In ihrer 11-jährigen Amtszeit verlor die eiserne Lady wegen ihrer harten Haltung gegenüber Brüssel drei bedeutende Minister: Michael Heseltine, Nigel Lawson und Geoffrey Howe. Die Rücktrittsrede von Howe gilt heute als Anfang von Thatchers politischem Ende.

Der schwarze Mittwoch

Nach dem Zerfall des Bretton Woods System war auch das britische Pfund Mitglied der europäischen Währungsschlange EMS. Dabei waren alle Währungen in einem engen Band an die D-Mark gebunden. Dann kam der 16. September 1992. An diesem «schwarzen Mittwoch» sprengte der Financier George Soros die Bank of England und liess auch das EMS in die Luft fliegen. Für die Briten war dies politisch ein Schmach und wirtschaftlich ein Segen. Das Pfund wurde massiv abgewertet, die Wirtschaft boomte und London wollte nie mehr etwas von der Einheitswährung Euro wissen.

Das Veto von David Cameron 

epa04217299 British Prime Minister David Cameron (C) holds an election rally ahead of European elections in Ealing, west London, Britain, 21 May 2014. The elections on 22-25 May 2014 will produce a new European Parliament, whose 751 members will help set laws in the European Union for five years to come.  EPA/ANDY RAIN

Premierminister David Cameron. Bild: EPA/EPA

Die konservative Partei ist inzwischen zu einer Bastion der EU-Gegner geworden. Trotzdem stehen sie unter grossen Druck der noch weit extremeren und populistischen Ukip. Im Dezember griff Premierminister David Cameron daher tief in die Trickkiste. Er versprach, er werde bei einer allfälligen Wiederwahl spätestens 2017 eine Volkswahl zum Weiterverbleib Grossbritanniens durchzuführen. Das Versprechen hat sich als Fehlschlag erwiesen. Die Ukip ist weiter auf dem Vormarsch – und könnte Cameron nächstes Jahr die Wiederwahl vermasseln.  

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