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Greensill-Debakel: Über 1 Milliarde Franken Forderungen sind offen



epa09050565 A person enters the Greensill Bank in Bremen, northern Germany, 04 March 2021. The German Federal Financial  Supervisory Authority (BaFin) has banned the bank from regular operations on 03 March due to the threat of over-indebtedness.  EPA/FOCKE STRANGMANN

Ist insolvent: Die Greensill Bank Bild: keystone

Mehrere Gläubiger des insolventen britischen Finanzdienstleisters Greensill haben nach Angaben des Insolvenzverwalters ihre Forderungen auf mehr als 1.75 Milliarden australische Dollar (1.26 Milliarden Franken) beziffert. Bei einem Treffen mit der australischen Muttergesellschaft, der Holding Greensill Capital Pty, hätten 34 Gläubiger diese Summe genannt, teilte der Insolvenzverwalter Grant Thornton am Freitag mit.

Forderung erscheint nicht in den Büchern des Unternehmens

Die Forderungen seien noch nicht verifiziert. Man sei zudem vom deutschen Bankenverband über eine Eventualverbindlichkeit von fast zwei Milliarden Euro an die australische Mutter informiert worden. «Diese Forderung erscheint nicht in den Büchern des Unternehmens und wurde von den Verwaltern nicht formell überprüft», hiess es in der Erklärung des Insolvenzverwalters.

Der britische Lieferkettenfinanzierer hatte in der vergangenen Woche Insolvenz angemeldet. Am Dienstag hatte die deutsche Finanzaufsicht BaFin ein Insolvenzverfahren für die in Bremen ansässige Tochter Greensill Bank eingeleitet.

Gläubigerausschuss (inkl. Credit Suisse) eingesetzt

Bei dem ersten virtuellen Gläubigertreffen der britischen Greensill am Freitag sei ein Gläubigerausschuss eingesetzt worden, dem unter anderem Vertreter des japanischen Investors Softbank und der Schweizer Grossbank Credit Suisse angehören. An dem Treffen nahmen zudem Vertreter der australischen Finanzbehörde und der Unternehmensaufsicht teil sowie des deutschen Bankenverbandes.

Dem Insolvenzverwalter zufolge solle den Gläubigern in etwa drei Wochen ein Bericht vorgelegt werden, eine zweite Versammlung solle am 22. April folgen. Dann soll darüber entschieden werden, ob die Firma liquidiert wird oder ein Restrukturierungsvorschlag grünes Licht bekommt.

Greensill Capital Pty Ltd wurde 2011 von dem australischen Banker Lex Greensill gegründet. Die Holding hat ihren Sitz in Australien, das operative Geschäft ist in der britischen Tochter Greensill Capital UK gebündelt. (aeg/sda/awp/reu)

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