DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Credit Suisse hat «weit über hundert Warnsignale ignoriert» – nun reagiert die Politik



Die Manager der Grossbank Credit Suisse haben während Jahren über Verstösse gegen Vorschriften hinweg geschaut. Laut «NZZ am Sonntag» beschäftigt keine andere Bank die Finanzmarktaufsicht derzeit mehr als die Credit Suisse.

In den letzten Jahren habe die Finma fünf Verfahren gegen die Bank durchgeführt, um die Versäumnisse zu beheben. Die jüngsten Fälle beträfen die Milliardenverluste mit den Fonds von Greensill und Archegos. Hinzu kämen Untersuchungen wegen Geldwäscherei und ausspionierte Kaderleute. Ein Report zeige, dass die CS weit über hundert Warnsignale ignoriert habe.

epa05932682 Urs Rohner, president of the board of directors of Switzerland's second biggest bank Credit Suisse (CS), speaks during the start of the general assembly at the Hallenstadion in Zurich, Switzerland, 28 April 2017. The meeting was target of Greenpeace environment protection activists who brought a pipeline tube with them to protest what they call 'dirty pipeline deals' of the bank.  EPA/ENNIO LEANZA

Tritt ab: Credit-Suisse-VR-Präsident Urs Rohner. Bild: EPA/KEYSTONE

Über einen besonders krassen Fall aus der Ära von CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner berichtet der «SonntagsBlick». Ein Kundenberater habe die Gelder von Superreichen aus Osteuropa betreut. Der Berater sei ein Star gewesen, der jedes Jahr rund 25 Millionen Franken für die CS erwirtschaftet habe.

Er sei aber auch ein Betrüger gewesen, der das Vermögen seiner Kunden ohne deren Wissen in hochriskante Anlagen gesteckt habe. Er habe Dokumente gefälscht und Geld in die eigene Tasche gewirtschaftet. Trotz Warnungen habe er weiter für die Grossbank tätig sein können. Erst 2015 sei er entlassen worden, nachdem er sich massiv verspekuliert habe.

Die hohen Verluste der Grossbank haben laut «SonntagsZeitung» auch ein politisches Nachspiel. Die Luzerner SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo hat das Thema Credit Suisse auf die Themenliste der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) des Nationalrats gesetzt. Die WAK-Mitglieder kommen nächste Woche Montag und Dienstag zusammen. Auch ein Vertreter der Finma wird Red und Antwort stehen.

Die zentrale Frage laute, ob und wie die Regulierung der Grossbanken verschärft werden müsse. Der grösste Handlungsbedarf bestehe beim Risiko-Management, das offenkundig eklatante Mängel aufweise. (sda/mlu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So war es damals mit dem Ersten Geldautomat der Schweiz

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Chefsekretärin bezog 1 Mio. Franken von Firmenkreditkarte für sich – Freispruch überprüft

Ein Zürcher Gericht soll sich erneut mit dem Fall einer Chefsekretärin befassen, die fast eine Million Franken bei ihrem Arbeitgeber veruntreut hat. Die Angeklagte nutzte ihre Firmenkreditkarte für private Ausgaben.

Die Sekretärin, die zwischen 1997 und 2010 bei der Bank angestellt war, erhielt eine auf ihren Namen ausgestellte Kreditkarte, die sie nur für geschäftliche Ausgaben verwenden sollte. Alle persönlichen Ausgaben mussten gemeldet werden, damit sie vom Lohn abgezogen werden konnten.

Zwischen …

Artikel lesen
Link zum Artikel