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OECD-Studie zeigt

Folgen der Finanzkrise: Die Armen trifft es wiedermal am härtesten und Schweizer Mütter gucken in die Röhre



Die Finanzkrise hat in Industrie- und Schwellenländern besonders einkommensschwache Haushalte getroffen und deren Not verschärft. Zu diesem Ergebnis kommt der Jahresbericht «Das Wachstum fördern» der OECD. Der Bericht schlägt auch Massnahmen für die Schweiz vor.

Junge Menschen müssten die grössten Einkommenseinbussen hinnehmen und seien einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt, heisst es in einem Bericht, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Montag in Istanbul zu Beginn des G20-Finanzministertreffens vorstellte.

Einer Studie zufolge stieg das durchschnittliche jährliche verfügbare Einkommen von ganz armen Haushalten zwischen 1995 und 2011 nur um 0.05 Prozent.

In der oberen Mittelklasse betrug der Zuwachs dagegen 0.92 Prozent und in reichen Haushalten 1.01 Prozent.

OECD-Generalsekretär Ángel Gurría warnte vor einem Teufelskreis aus permanenter Konjunkturschwäche und zunehmenden sozialen Verwerfungen.

Die OECD ruft die Industrie- und Schwellenländer dazu auf, das Wirtschaftswachstum so zu gestalten, dass mehr Menschen davon profitierten. Dazu müssten vor allem Hindernisse bei der Beschäftigung abgebaut werden – etwa für Frauen, junge und ältere Arbeitnehmer oder für Geringqualifizierte.

In diesem Punkt identifiziert der Bericht auch Handlungsbedarf für die Schweiz. Zwar sei hier die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt vergleichsweise hoch. Die durchschnittlich erbrachten Arbeitsstunden von Müttern und verheirateten Frauen lägen jedoch weit unter dem OECD-Schnitt.

In der Schweiz – wie auch in Deutschland und Österreich – hätten zudem Kinder aus sozial schwachen und Einwandererfamilien schlechtere Chancen auf höhere Bildung, konstatiert der Bericht.

Zudem kritisiert die OECD in dem Bericht die Konzentration der Steuern und Abgaben auf den Faktor Arbeit. Es wäre wirtschaftlich und sozial vorteilhaft, Vermögen und Immobilien konsequenter zu besteuern, heisst es. Der Bericht rät der Schweiz ausserdem, die niedrigen Mehrwertsteuersätze anzuheben und dafür die Ausnahmen für verschiedene Produktgruppen abzuschaffen. (sda/dpa)

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