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epa07568910 (FILE) - A man shows bottles of 'Roundup' wich contains glyphosate in a garden store in Brussels, 23 October 2017, reissued 14 May 2019. Media reports on 14 May 2019 state that a California jury has awarded a couple  who claimed weedkiller Roundup was responsible for their cancer 2 billion US dollars or 1.7 billion euros in a case brought against German pharmaceutical group Bayer. Bayer denied the allegations.  EPA/STEPHANIE LECOCQ *** Local Caption *** 53850372

Soll in Österreich verboten werden: Das glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel von Monsanto. Bild: EPA/EPA

Österreich will als erstes EU-Land Glyphosat komplett verbieten



Das umstrittene Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat darf künftig in Österreich nicht mehr verwendet werden. Das beschloss das Parlament, der Nationalrat, am Dienstag. Österreich ist damit das erste Land in der Europäischen Union, in dem das Mittel komplett verboten wird.

Glyphosat steht im Verdacht krebserregend zu sein. In einigen EU-Ländern ist der Einsatz teilweise untersagt. Glyphosat ist der Wirkstoff im Pflanzenvernichtungsmittel Roundup der US-Firma Monsanto, die im vergangenen Sommer vom deutschen Bayer-Konzern übernommen wurde. Bayer steht wegen der 63 Milliarden Dollar schweren Übernahme unter Druck. Das Unternehmen sieht sich etwa in den USA mit rund 13'400 Klägern konfrontiert, die ihre Krebserkrankung auf das Herbizid zurückführen.

Der im Nationalrat von den Sozialdemokraten (SPÖ) eingebrachte Antrag für ein Totalverbot wurde von der Freiheitlichen Partei (FPÖ) unterstützt, womit die nötige Mehrheit erreicht wurde. Österreich wird derzeit von einer Übergangsregierung aus Beamten geführt. Da sie über keine stabile Mehrheit verfügt, entscheiden im Parlament nun wechselnde Mehrheiten.

«Die wissenschaftlichen Beweise für eine krebserregende Wirkung des Pflanzengifts mehren sich», begründete SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner den Antrag ihrer Partei. Die Bedenken wurden genährt, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat 2015 als «wahrscheinlich bei Menschen krebserregend» einstufte. Bayer bestreitet den Vorwurf.

Ein generelles Verbot des Mittels könnte allerdings dem EU-Recht widersprechen. Denn in der EU ist der Einsatz des Mittels noch bis Ende 2022 zugelassen. Im Umweltministerium in Wien wird die Ansicht vertreten, dass ein Totalverbot europarechtswidrig sei. «Laut unserer Machbarkeitsstudie und eines gleichlautenden Rechtsgutachtens ist es den Mitgliedsstaaten nicht möglich, von der EU zugelassene Pflanzenschutzmittel gänzlich zu verbieten, sondern sie nur in der Anwendung einzuschränken», sagte ein Sprecher von Umweltministerin Maria Patek.

Glyphosat zählt zu den weltweit am meisten verwendeten Unkrautvernichtern. Das Mittel ist inzwischen patentfrei und wird von Dutzenden Chemiekonzernen vertrieben, darunter Dow Agrosciences und BASF.

In Deutschland hat Kanzlerin Angela Merkel in der vergangenen Woche angekündigt, dass die Bundesregierung bis spätestens September über einen Glyphosat-Verzicht entscheiden wird. Es sei bereits im Koalitionsvertrag festgelegt, dass man eine Strategie zum schnellen Ausstieg wolle, sagte Merkel. (sda/awp/reu)

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