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epa04999651 Medical workers move a woman, who is suspected of having Ebola, upon her arrival at Meioxeiro Hospital, in Vigo, northwestern Spain, 28 October 2015. The patient was transfered from the city of A Coruna, where she was admitted to an A Coruna hospital a day before showing 'epidemic and clinical signs compatible with Ebola', according to regional authorities. She is being checked for the Ebola virus.  EPA/SALVADOR SAS

Schreckensszenario Ebola-Ausbruch: Diese Patientin wurde im Oktober 2015 in Spanien mit Verdacht auf Ebola hospitalisiert. 
Bild: EPA/EFE

WHO-Liste: Das sind die 8 zurzeit gefährlichsten Krankheiten



Letzte Woche tagten Wissenschaftler und Gesundheitsexperten aus aller Welt in Genf. Sie folgten dem Ruf der Weltgesundheitsorganisation WHO und berieten sich über die gefährlichsten Krankheiten, die die Menschheit derzeit bedrohen.

Es ging dabei aber nicht um die gewissermassen alltäglichen Killer wie Krebs oder Diabetes, und auch nicht um Geisseln wie HIV/Aids oder Malaria, die bereits länger untersucht werden und wenigstens zum Teil therapiert werden können. Die Experten erstellten eine Liste mit acht Krankheiten, bei denen kurzfristig ein grösserer Ausbruch erfolgen könnte und die sich derzeit kaum erfolgreich behandeln lassen. 

Krim-Kongo-Fieber

Krim-Kongo-Fieber in Afghanistan

Patient in Afghanistan.
Bild: Cap-anamur.org

Diese Viruskrankheit, die 1956 zum ersten Mal im damaligen Belgisch-Kongo aus menschlichem Blut isoliert wurde, kommt in Südost-Europa, in Asien, im Nahen und Mittleren Osten sowie – in einer milderen Form – in Afrika vor. Das Virus wird durch Zecken der Gattung Hyalomma übertragen. Die Krankheit verläuft in ungefähr 30 Prozent der Fälle tödlich; einen Impfstoff gibt es noch nicht. 

Karte Krim-Kongo-Fieber

Verbreitungsgebiet des Krim-Kongo-Fiebers. 

Ebola-Fieber

Health workers carry the body of an Ebola victim for burial at a cemetery in Freetown December 17, 2014. 
The death toll in the Ebola epidemic has risen to 6,915 out of 18,603 cases as of Dec. 14, the World Health Organization (WHO) said on Wednesday. There are signs that the increase in incidence in Sierra Leone has slowed, although 327 new cases were confirmed there in the past week, including 125 in the capital Freetown, the WHO said in its latest update. REUTERS/Baz Ratner  (SIERRA LEONE - Tags: DISASTER HEALTH)

Beerdigung von Ebola-Opfern in Freetown, Sierra Leone, im Dezember 2014. In Westafrika kam es 2014 zur bisher schwersten Ebola-Epidemie. 
Bild: BAZ RATNER/REUTERS

Ihren Namen hat diese Viruskrankheit vom Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo, wo 1976 der erste bekannte grosse Ausbruch stattfand. Das vom Virus ausgelöste Fieber verläuft in etwa 25 bis 90 Prozent der Fälle tödlich. Auf eine grippeähnliche Phase folgt ein hämorrhagisches Fieber – die Patienten leiden an äusseren und inneren Blutungen. Todesursache ist multiples Organversagen.

FILE - In this undated colorized transmission electron micrograph file image made available by the CDC shows an Ebola virus virion. For the first time, Ebola has been discovered inside the eyes of a patient months after the virus was gone from his blood, according to a report published Wednesday Oct. 14, 2015, in the New England Journal of Medicine. Doctors have found Ebola can survive in some male survivors for up to nine months after they first get sick but aren’t sure if that means they might still be infectious, according to the new research published Wednesday. (Frederick Murphy/CDC via AP, File)

Löst tödliche Blutungen aus: Ebola-Virus.
Bild: AP/CDC

Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten von Mensch zu Mensch übertragen, insbesondere über Blut, aber auch über Speichel oder Sperma. Es gibt derzeit noch keinen Impfstoff. 

Marburg-Fieber

In this undated but recent photo made available Friday, March 25, 2005 by the Italian non-government organization Cuamm Medici con L'Africa  (Doctors with Africa), Italian doctor Maria Bonino, center, assists a baby in the hospital of Uige, a province in north Angola along Congo border.Bonino reportedly died in Luanda of an Ebola-like fever called Marburg. Disease experts struggling to contain the largest recorded outbreak of the Marburg virus said Tuesday  it will take weeks to determine whether a long-term crisis can be averted in Angola, where the disease already has killed at least 194 people. (AP Photo/Doctors with Africa Cuamm/HO) **  **

Die italienische Ärztin Maria Bonino (M.), die für die Non-Profit-Organisation Cuamm Medici con l'Africa arbeitete, starb 2005 in Angola am Marburg-Fieber. 
Bild: AP MEDICI CON L'AFRICA CUAMM

Das Marburg-Fieber, eine Tropenkrankheit, ist eine schwere virale Infektionskrankheit, die ähnlich wie Ebola ein hämorrhagisches Fieber – starke Blutungen der Organe – auslöst. Das Virus, dessen Hauptwirt vermutlich Fledermäuse und Flughunde sind, stammt ursprünglich aus Zentralafrika und wurde mit infizierten Meerkatzen aus Uganda nach Deutschland eingeschleppt. Dort wurde es 1967 erstmals nachgewiesen.

Marburg-Virus

Gehört wie das Ebola-Virus zu den Filoviren: Marburg-Virus. 
Bild: Wikipedia

Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt über Körperflüssigkeiten. Bei intensiver Pflege – es können nur die Symptome der Krankheit bekämpft werden, nicht aber das Virus selbst – überleben 75 Prozent der Erkrankten; bei einigen Ausbrüchen starben aber auch schon bis zu 88 Prozent der Infizierten. Es gibt derzeit keinen Impfstoff. 

Lassa-Fieber

Lassa-Fieber Mali Forschung 2012

Auf der Spur des Lassa-Virus: Forscher 2012 bei der Untersuchung von Nagetieren in Mali.
Bild: Bitterrootstar.com

Das in Westafrika verbreitete Lassa-Fieber gehört wie das Marburg-Fieber zu den viralen hämorrhagischen Fiebern. Das 1969 im Nordosten von Nigeria erstmals entdeckte Virus lebt in Kleinnagern – vornehmlich Mäuse der Gattung Mastomys. Bei mangelhaften hygienischen Verhältnissen infizieren sich Menschen über deren Kot oder Urin. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt durch Kontakt mit Ausscheidungen oder Blut von Infizierten.

Mastomys natalensis

Das Virus gelangt über Kot und Urin des Hauptwirts, der Natal-Vielzitzenmaus (Mastomys natalensis), zum Menschen. 
Bild: Wikipedia/Kelly et al. 

Ungefähr ein Prozent der Erkrankten stirbt. In der Schwangerschaft verläuft Lassa-Fieber oft sehr schwer. In Westafrika, wo sich das Virus möglicherweise an den Menschen angepasst hat, stecken sich etwa 100'000 bis 300'000 Menschen pro Jahr an, wobei die Infektion in rund 80 Prozent der Fälle mit milden Symptomen verläuft oder gar nicht bemerkt wird. Es gibt gegenwärtig keinen Impfstoff. 

Middle East respiratory syndrome coronavirus (MERS)

Particles of the Middle East respiratory syndrome (MERS) coronavirus that emerged in 2012 are seen in an undated colorized transmission electron micrograph from the National Institute for Allergy and Infectious Diseases (NIAID). A healthcare worker who had traveled to Saudi Arabia was confirmed as the first U.S. case of MERS, an often fatal illness, raising new concerns about the rapid spread of such diseases, the U.S. Centers for Disease Control and Prevention said on Friday.  REUTERS/National Institute for Allergy and Infectious Diseases/Handout via Reuters (UNITED STATES - Tags: SCIENCE TECHNOLOGY HEALTH) ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS

Gefährliche Schönheit: Partikel des MERS-Coronoavirus.
Bild: X80001

Das erst seit 2012 identifizierte Corona-Virus MERS-CoV kann beim Menschen eine schwere Infektion der Atemwege und Nierenversagen auslösen. In vielen Fällen nimmt MERS einen schweren Verlauf, der mit lebensbedrohlichen Komplikationen wie Lungenentzündung, Organversagen und Blutvergiftung einhergehen kann. 36 Prozent der Erkrankten sterben. 

JAHRESRUECKBLICK 2015 - JUNI - Workers wearing protective gears, spray antiseptic solution as a precaution against the spread of MERS, Middle East Respiratory Syndrome, virus at the Sejong Culture Center in Seoul, South Korea, Tuesday, June 16, 2015. The outbreak of the poorly understood disease has caused widespread fear in South Korea and criticism that health workers and the government failed to initially recognize and quickly contain it. (KEYSTONE/AP/Ahn Young-joon)

Arbeiter in Schutzanzügen desinfizieren im Sommer 2015 ein Kulturzentrum in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. 
Bild: AP

Die Krankheit tritt bisher hauptsächlich in Ländern der Arabischen Halbinsel und den angrenzenden Staaten auf; es gab aber auch einen Ausbruch in Südkorea. Primäre Wirtstiere des Virus sind vermutlich Fledermäuse; die Übertragung auf den Menschen erfolgte wahrscheinlich – durch engen Kontakt – über den Zwischenwirt Dromedar. Auch die Übertragung von Mensch zu  Mensch ist nur bei engem Kontakt möglich. Auch dann kommt es jedoch nicht immer zu einer Erkrankung. Es ist noch nicht bekannt, wie die Infektion in allen Einzelheiten erfolgt. Es gibt noch keinen Impfstoff.

Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS)

SARS Karte

SARS-Pandemie 2002/2003: Betroffene Länder (rot: Infektionen / schwarz: bestätigte Todesfälle).
Karte: Wikipedia

Das «schwere akute Atemnotsyndrom» (engl. Severe Acute Respiratory Syndrome, SARS), ist eine virale Infektionskrankheit. Sie geht mit plötzlich auftretendem hohen Fieber, Atembeschwerden, Heiserkeit, Husten, Halsschmerzen und schwerem Krankheitsgefühl einher. Der Verlauf von SARS, der in 9,6 Prozent der Fälle tödlich endet, weist Gemeinsamkeiten mit jenem einer sogenannten atypischen Lungenentzündung auf. 

Eine spezifische Therapie gegen das Virus gibt es bisher nicht. Auch Medikamente, die einer SARS-Erkrankung vorbeugen, existieren bislang nicht. Zur Vorbeugung ist eine gute Hygiene mit häufigem Händewaschen wichtig. 

Secondary school students, wearing surgical masks to protect against Severe Acute Respiratory Syndrome, or SARS, after they returned, to school in Hong Kong, Monday, April 28, 2003, following a monthlong school closure because of SARS. Hong Kong's Health Secretary Dr. Yeoh Eng-kiong, had apologized on Saturday, March 13, 2004, for his handling of last year's deadly SARS epidemic and acknowledged that the territory's medical system had been ill-equipped to deal with the crisis. (AP Photo/Anat Givon)

SARS-Pandemie 2003: Schüler in Hongkong schützen sich mit Atemmasken vor einer Ansteckung. 
Bild: AP

Das Virus aus der Familie der Coronaviren ist entweder mutiert oder hat zuvor nur Tiere befallen und ist von dort auf den Menschen übergesprungen. SARS trat erstmals Ende 2002 in China auf und verbreitete sich in kurzer Zeit weltweit. Der ersten Pandemie des 21. Jahrhunderts fielen rund 1000 Menschen zum Opfer. 

Nipah-Virus

Flughund Reservoir Nipah-Virus

Flughunde sind das Reservoir des Nipah-Virus. 
Bild: blogs.discovermagazine.com

Das 1999 erstmals identifizierte Nipah-Virus befällt vermutlich Flughunde als Hauptwirt. Als Zwischenwirt dienen Hunde, Katzen und Schweine. Bei Schweinen löst der Erreger eine milde, fiebrige Atemwegsinfektion aus; beim Menschen führt die Infektion dagegen zu einer akuten Enzephalitis mit Fieber, Kopfschmerzen und Schwindel. 40 bis 75 Prozent der Erkrankungen verlaufen tödlich. Als Risikogruppe gelten Angestellte in Schlachthöfen und auf Schweinefarmen.

Bei der ersten bekannten Nipah-Epidemie, die 1998 und 1999 Malaysia heimsuchte, erkrankten offiziell 229 Menschen, von denen knapp die Hälfte starb. Der Ausbruch konnte durch eine massive Reduktion des Schweinebestandes eingedämmt werden. 

Workers of a pig farm dump pigs into an huge grave in Sungai, Nipah, Monday, March 22, 1999. Health authorities are trying to eliminate more than 300,000 pigs suspected to be carrying the Japanese encephalitis virus in an effort to break the transmission chain and contain an epidemic that has killed more than 50 people in Malaysia. (KEYSTONE/AP Photo/Andy Wong)

Beinahe die Hälfte des malaysischen Schweinebestandes wurde gekeult, um die Epidemie einzudämmen. 
Bild: AP

Rifttal-Fieber

Rifttalfieber Virus

Das Virus des Rifttalfiebers.
Bild: University of Montreal

Das Rifttal-Fieber (engl. Rift Valley Fever) ist eine hochansteckende Tierseuche, die vor allem Schafe, Rinder, Büffel, Ziegen und Kamele befällt. Zwar können sich alle Wirbeltiere mit dem Virus infizieren, doch nur Wiederkäuer und der Mensch entwickeln Krankheitssymptome. Beim Menschen ruft das Virus eine grippeähnliche Erkrankung aus, die in rund einem Prozent der Fälle zu einem hämorrhagischen Fieber mit Hepatitis führt. Solche schweren Verläufe enden oft tödlich. 

Rifttal-Fieber Schafsleber

Geschädigte Leber eines an Rifttal-Fieber verendeten Schafs.
Bild: cfsph.iastate.edu

Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich über den Stich von infizierten Mücken. Allerdings ist auch die Übertragung durch Tröpfcheninfektion und durch direkten Kontakt möglich, zum Beispiel bei der Schlachtung. Das Rifttal-Fieber ist medikamentös noch nicht therapierbar, aber es existieren Impfstoffe für Tier und Mensch. 

Die Krankheit wurde 1913 im kenianischen Rift Valley erstmals beschrieben. Seither hat sie sich im gesamten subsaharischen Afrika verbreitet. 

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