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«Ultrawhite» – diese Farbe könnte die Lösung für alle Hitzegeplagten sein



Am Wochenende erwartet uns mit «Renate» ein Hochdruckgebiet, das sommerliche Temperaturen in die Schweiz bringt. Es werden Höchsttemperaturen über 20 Grad erwartet. Was viele freut, ist für andere ein Problem. Starke Sonneneinstrahlung erhitzen zum Beispiel schlecht isolierte (Dach)Wohnungen und lassen das Thermometer schnell steigen.

Mit den zunehmend höheren Temperaturen in den Hitzesommern akzentuiert sich nicht nur dieses Problem. Besonders in den Städten, wo das Sonnenlicht kaum reflektiert wird, kommt es häufig zu noch höheren Temperaturen. Deshalb tüftelte ein Forscherteam rund um US-Professor Xiulin Ruan an einer Farbe, die der Überhitzung von Städten (oder Dachwohnungen) Abhilfe verschaffen soll.

Dabei herausgekommen ist nun «Ultrawhite». Die Farbe macht das genaue Gegenteil von «Vantablack»: Sie soll über 98 Prozent des Sonnenlichtes reflektieren, wie die Wissenschaftler in einer ersten Studie festhalten. Zum Vergleich: Herkömmliche weisse Farbe reflektiert etwa 10 bis 20 Prozent.

So funktioniert «Ultrawhite»

Bariumsulfat soll Innenräume kühlen, denn daraus ergibt sich die Farbe Ultrawhite. Diese strahlt über 98 Prozent der Sonnenstrahlen ab.

Die unterschiedlich grossen Partikel reflektieren unterschiedliche Wellenlängen. Bild: ACS Publications

Das Sonnenlicht besteht aus unterschiedlichen Wellenlängen. Einzelne Partikel können nur einzelne Wellenlängen reflektieren. Deshalb variieren Partikelgrössen in «Ultrawhite», damit eine möglichst hohe Spannweite von Wellenlängen reflektiert wird. Die Farbe besteht vorwiegend aus Bariumsulfat (BaSO4). Dieses kommt in der Natur im Mineral Schwerspat auf.

In einem ersten Test stellten die Forscher nun fest, dass die Farbe Innenräume nicht nur vor Erwärmung bewahrt, sondern sogar kühlt. Wenn Wände und Dächer mit herkömmlicher weisser Farbe bemalt wurden, erhitzte sich der Raum etwa um zwölf Grad. Waren die Aussenflächen hingegen mit «Ultrawhite» bestrichen, kühlte sich der Raum während des Tages um etwa acht Grad unter die Aussentemperatur – ganz ohne Stromverbrauch.

Könnte dies also die Lösung für Personen in Dachwohnungen sein? «Ultrawhite» soll in den nächsten zwei Jahren auf dem Markt erscheinen und nicht mehr kosten, wie bereits verfügbare, abstrahlende Farben. (leo)

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